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Was würde Captain Kirk tun?

von Eva Schweitzer

Die Yankees haben die World Series gewonnen, unser geliebter Bürgermeister Mike Bloomberg hätte beinahe die Wahlen verloren, Rudy Giulianis Polizeipräsident Bernie Kerik sitzt nun im Knast und Levi Johnston wird jetzt vielleicht doch nicht nackt auftreten, wg. zu viel Eis. Was das in Deutschland tobende ethnic cleansing zwischen Journalisten und Bloggern angeht, dazu hat Telepolis den denkbarst langweiligen Artikel geschrieben, wo es im wesentlichen darum geht, wer wann warum unter welchen Umständen wie viele Zeilen, Zeichen oder Pixels vom wem abkopieren darf, ohne belangt zu werden.

Naja, Amerikaner bloggen, um die eigenen Gedanken unters Volk zu bringen, und nicht die anderer Leute in verstümmelter Form. Hier ein Tipp: Einfach auch mal ausprobieren. Wer nichts zu sagen hat, findet sicherlich eine andere Freizeitbeschäftigung als ausgerechnet Pixelzählen.

Telepolis hat mich zwar um eine Stellungnahme gefragt, diese aber nicht veröffentlicht, aber ich finde, der email-Austausch sollte dem Leser nicht vorenthalten werden. Es geht ja schließlich um die Debatte an sich.

Lieber Herr Mühlbauer, hier sind die Antworten:
>
>     1. Wie viel Honorar erhielten Sie für den von dem angesprochenen Blogger
>     zitierten Artikel von dem Verlag/der Zeitung, der/die ihn ursprünglich
>     veröffentlichte?

Ich diskutiere meine Honorare grundsätzlich nicht in der Öffentlichkeit. Ich weiß auch nicht, welcher Relevanz das haben soll.

>     2. Wie viele Zeichen umfasst der komplette Artikel?
>     3. Wie viele Zeichen zitierte der Blogger?

Das können Sie relativ einfach selber mit copy-and-paste in jedes beliebige Textverarbeitungsprogramm feststellen. Ich bin nicht Ihre Rechercheassistentin.

>     4. Wie setzt sich die von dem Blogger geforderte Summe in Höhe von
>     2.200
>     Euro zusammen?
>     5. Beinhaltet sie das Honorar des abmahnenden Anwalts?
>     6. Wie viel würden Sie von dieser Summe erhalten und wie viel der von
>     Ihnen beauftragte Suchdienstleister?
>     7. Wurde die Forderung mittlerweile zurückgenommen?
>     8. Was geschieht mit der Honorarforderung des abmahnenden Anwalts im
>     Falle einer Rücknahme?
>     9. Wie lautet der Name des abmahnenden Anwalts?
>     10. Wie kamen Sie zu diesem Anwalt?

Es gibt Gespräche mit Herrn Jahner über die letztendliche Höhe einer Zahlung, da möchte ich aber auf eine Einigung warten, von daher kann ich diese Fragen noch nicht beantworten. Ich halte Sie zeitnah auf dem Laufenden.

Generell finde ich es aber befremdlich, den Fall auf diese relativ langweiligen technischen Fragen zur reduzieren. Ich bin durchaus für größtmögliche Freiheit im Internet, soweit es dabei um Recherchen oder Meinungsäußerungen geht, die von etablierten Medien nicht oder nur schwer zugelassen werden.

Darum geht es hier aber gar nicht, hier geht es um jemanden, der sich einen Artikel über Star Trek gepflückt hat, um damit eine Website über Fernsehkultur aufzupeppen. Das ist ungefähr so, als würde man Figurinen von Captain James Tiberius Kirk aus Plastik gießen, die ins Netz stellen, und wenn man Ärger mit Paramount bekommt, sich über einen Mangel an Meinungsfreiheit beschweren.

Mir ist klar, dass es sich bei Herrn Jahner um einen Studenten mit wenig Geld handelt, das fließt ja auch in die Verhandlungen mit ein, aber einen politisch unterstützenswerten Fall kann ich da nicht erkennen.

Viele Grüße, Eva Schweitzer

Alles in allem lässt das eine interessante Idee von Gegenöffentlichkeit erkennen. Ungefähr so, als würden man einen Obstladen aufmachen und dann seine gesamte Energie darauf konzentrieren, herauszufinden, wieviele Äpfel man nachts im Garten seiner Nachbarn pflücken darf, ohne dafür belangt zu werden, anstatt dafür zu sorgen, den Laden hinreichend mit Obst aus dem Handel oder dem eigenen Garten zu bestücken.

Und bitte keine Apple-Tips mehr! Ich habe ein funkelnagelneues MacBook Pro mit Apple Care; die Klagen darüber sind bloß der Comedy-B-Plot in diesem Strang. Bevor ich einen deutschen Blogger mit einem Schraubenzieher auch nur in die Nähe lassen würde, würde ich eher meinen Liebhaber an Stefan Niggemeier vermieten.

Eva C. Schweitzer, Manhattan  Moments. Geschichten aus New York, erschienen bei Droemer-Knaur, Juni 2009, Taschenbuch, 9,95 €

Kommentare zu “Was würde Captain Kirk tun?” (17)

    Mich würde statt des Investigativjournalismusses der Telepolitaner viel mehr interessieren, was das Gespräch mit Philipp ergeben hat, das Sie als Cliffhanger im letzten Eintrag appliziert haben, bevor Sie zum Fernsehabend entschwunden sind.
    Außerdem dachte ich, er wäre “vom Haken”, jetzt schreiben Sie von “Verhandlungen”. Ich sitzt hier ganz gespannt mit meiner Chipstüte in meinem Schweitzer-T-Shirt und warte, ob sie sich noch kriegen werden …

    (Und darf ich Ihnen das fehlende “L” in der sonst von Microsoft gesponserten Series ankreiden?!)

    ——

    Kommt noch, kommt noch. Seifenopertechnisch gesehen sind wir gerade in der Pause von Halloween bis Thanksgiving.

    Was sind Sie, ein Mets Fan?

    Aloa Frau Schweitzer,

    danke für die indirekte Aufklärung über Räuber und Gendarmen im Metier des Zeilenraubs. Es war mir nicht bewußte, dass die Szene schon so professionalisiert ist.

    Was zählt ist m.E. aber eine Begrenzung der Abmahnkosten und der Streitwertfeststzung. Ansonsten wirkt die Drohung schon als disziplinierendes Instrument über Gebühr.

    Wenn man DVD-Staffeln-dauergucken-verwöhnt ist, sind ja schon 4 – 5 Seasons. Sie müssen ihrem Mob auch ein paar Perlen hinwerfen, um den Skandal bis dahin am Kochen zu halten.

    —–

    Chips sind übrigens gar nicht gesund.

    Ach, ich geh so selten in die Oper – der lange Flug, schlaf daher immer schon beim ersten Akt ein, Sie wissen schon …
    Ich dachte eher, dass ihr Artikel ja noch geklaut werden muss, da zählt für die Abmahnung jedes Zeichen.

    Dann eben Schokolade, mit den ganzen herzschützenden Flavonoiden drin.

    Ich gehöre auch zu den Holzklasse-Journalisten, die von der Blogger-Szene mit einer oft so grenzenlosen Verachtung gestraft werden, dass ich sie mir nur mit Neid (eigentlich will ich auch Journalist sein), Eigennutz (lasst uns mit Dreck werfen, vielleicht bleibt was hängen) und Pubertätsaggressionen erklären kann. Viele geradezu hasserfüllte Kommentare in diesem Blog sprechen eine deutliche Sprache. Und wir sollen uns das nicht nur gefallen lassen, sondern uns unsere mühsam recherchierten und schlecht honorierten Texte auch noch klauen lassen? Sorry Leute, da stimmt was ganz grundsätzlich nicht. Eva Schweitzer hat meine volle Sympathie. Ich finde es über die Maßen fair von ihr, dass sie mit Philip verhandelt.

    Was wuerde Captain Kirk tun ? Mir ist ein Rechtsanwalt bekannt welcher den passenden juristischen Rat fuer diese Situation schon formuliert hat: “Der Respekt fuer das Recht der Anderen – das ist der Frieden!” Heute steht dieser weise Ratspruch auf dem Sockel von hunderten von Denkmaelern und Millionen von Schuelern haben diesen weisen Ratspruch schon auswendig lernen muessen. Nein das war nicht Captain Kirk – sondern der Rechtsanwalt und spaetere Praesident von Mexiko – Benito Juarez. Er war Zapotec-Indianer und konnte als Kind noch nicht einmal die Landesprache – das Spanisch sprechen. Ein Familie von italienischen Einwanderern nahm ihn auf. Spaeter studierte er Jura, wurde Politiker und am Ende war er Praesident von Mexiko – welcher die allmaechtige katholische Kirche unter nationale Kontrolle brachte und spaeter einen langen Krieg 1862-67 gegen den oestreischichen Erzherzog Maximillian fuerhte, welchen die Franzosen (mit der Fremdenlegion) in Mexiko als Kaiser eingesetzt hatten. Also der Rechtsanwalt Benito Juarez konnte die juristische Lage aus seiner eigenen Praxis beurteilen: ” Der Respekt fuer das Recht der Anderen – ist der Frieden!” (El respecto al derecho ajeno es la paz.)

    ——

    Wo waren Sie die ganze Zeit? Urlaub?

    Wahr im “Urlaub” in meinen Erinnerungen – einer ihrer taz-blog-Journalisten verkuendete die kommenden Darbietung eines bekannten brasilianischen Kuenstlers in Deutschland. Da musste ich natuerlich meine Meinung ueber die “musica brasileira” anmelden. Gleichzeitig war auch eine politische Nachricht ueber Haiti – und das musste beiden blogs sofort meine Meinung ueber die schoenste populaere Musik der heutigen Welt bekannt geben: Haitis “Compas”. Und ich entdeckte das die merveilleux “Freres Dejean de Petion Ville” auch heute artistiquemente actif sind! Die sollten Sie auch mal in youtube aufsuchen besonders am Abschluss ihrer hektischen Tagesgefechte. Ich habe auch ein Rezept welches an kalten Tagen aus dem Bett hilft – erst sachte mit “arlindo cruz sera que e amor” (“koennte das Liebe sein?”), dann raus aus dem warmen Bett und stramm in das Getuemmel drausen – nach Ankurbeln von “vinicio franco algodones” ( Maedchen – geh jetzt nicht weg, das wird schon alles wieder gut!). Ich verbrachte mal eine Nacht im einen harten Plastikstuhl in einen Flughafen in der Karibik neben mir noch andere gestrandene Gestalten, mit gesenkten Koepfen schlummernd. Aber ein hagere, aelter Hinterwaelder von der Dominikanischen Republik sprach die ganze, lange Nacht auf uns ein: Alles wuerzige Geschichten vom dominikanischen Hinterland, dann fuehrte er sogar vor wie die Jubelmissionen in Kreisen herumtaenzeln und sang: “Wir sind doch alle Brueder und Schwestern, gelobt sei….!” Am Morgengrauen brachte er noch ein Radio mit Merenguemusik und erklaerte uns lachend: “Es ist doch wichtig den Tage heiter zu beginnen!”

    Der Apfel-Vergleich wird auch durch noch so häufiges Erwähnen nicht richtiger. Er offenbart lediglich, dass die grundsätzliche Thematik nicht verstanden wurde. Der Apfel ist weg, wenn ihn jemand geklaut hat. Ihr Artikel ist immer noch da. Wollen Sie Äpfel für 100 Leute anbieten, müssen sie 100 Äpfel kaufen. Wollen Sie im Internet einen Artikel für 100 Leser anbieten…ach herrjee..das ist vergebene Liebsmüh, sie können oder wollen es scheinbar nicht verstehen.

    —–

    Der Apfel wächst kostenfrei auf einem Baum nach, er ist also nicht weg, sondern fehlt nur vorübergehend.

    Hingegen, wenn Zeitungen oder Blogs meine Artikel kostenlos bei anderen Zeitungen klauen können, dann haben die keine Motivation mehr, meine Artikel zu kaufen und bezahlen. Mir fehlt dann also richtiges Geld. Ich werde nicht vom Leser oder vom Anzeigenkunden nach clicks bezahlt, sondern von Verlagen für den Abdruck von Artikeln.

    Lacoste freut sich ja auch nicht über die kostenlose Werbung, wenn Leute mit gefakten Krokodil-T-Shirts herumlaufen, auch dann nicht, wenn diese Leute nicht das Geld haben, sich ein echtes Lacoste-T-Shirt zu kaufen. Dann erst recht nicht.

    Nein, Frau Schweitzer. In der Erwachsenenwelt wachsen diese Äpfel, die sie im Laden finden, nicht wirklich kostenfrei auf Bäumen. Grundstücke, Giessen, Düngen, Insektizide, Ernten und so. Egal.
    Natürlich haben sie recht, wenn es um andere Zeitungen geht, die mit Hilfe Ihrer kostbaren Gedanken ohne zu fragen Geld verdienen wollen. Das bestreitet doch gar keiner. Aber der gemeine (hihi, Ironie) Blogger, der hat ohnehin so gar keine Motivation, dafür zu bezahlen. Wozu sollte er denn auch, er will ja kein Geld damit verdienen, sondern nur ein paar Gedanken mitteilen. Und ein GANZ heisser Tip von mir, ganz privat, für Sie: Es git so einige Journalisten (und andere Menschen) da draussen, die haben gaaaanz viele Klicks bekommen von Leuten (idealerweise von wohlgesonnenen). Und diese gaaaaaanz vielen Klicks, die haben erstmal nicht direkt Geld gebracht. Die haben die Leute aber dolle bekannt gemacht, bzw. ihnen eine entsprechende Reputation, Credibility, und so. Und da haben die später echt mehr Geld bekommen deswegen. Da sollten Sie also mal abwägen, ob das nicht doch gut für Sie ist, wenn da so ein kleiner Blogger über Sie schreibt. Nur mal so, you know?
    Und Lacoste, herrjeeeeee, Lacoste. Frau Schweitzer, bitte. Da müssen Sie ja selbst lachen. Erstens hat da ja nicht einfach jemand Ihren Artikel als den seinen ausgegeben. Und zweitens sind Sie noch nicht soweit, dass die Leute denken “Hey, ich kann mir eigentlich keine Eva-Schweitzer-Artikel leisten. Aber die ist sooooo cool und angesagt, ich will einfach damit glänzen und mach’s halt anders und illegal”.

    —–

    Das wird Sie erstaunen, aber ja, ich bin so weit. Und zwar nicht seit gestern. Ich kann mir aussuchen, von wem ich Aufträge annehme, und ein wesentliches Kriterium dabei ist die Bezahlung.

    Und ob ein Blogger Geld verdient, ist mir eigentlich egal. Es gibt genug Blogger, die von der Industrie gesponsort werden. Wenn der Blogger kein Geld verdienen möchte, sondern seine Gedanken verbreiten, wie wäre es dann mit seinen eigenen Gedanken und nicht mit meinen?

    Ich kann auch keinerlei Werbewirkung erkennen, wenn jemand meinen Artikel abkupfert, ohne meinen Namen dazuzusetzen. Und selbst wenn, suche ich es mir immer noch selber aus, mit wessen Blog ich in Verbindung gebracht werden möchte.

    Wieviel Geld verdienen Sie denn so in der Branche, wenn Sie meinen, mir vom hohen Ross herab Ratschläge erteilen zu können? Und ich rede jetzt nicht von Bafög, Transfereinkommen, einer Assistelle oder milden Zuwendungen eines gemeinnützigen Trägers, wo Ihr Papi jemanden kennt, sondern von bezahlten Veröffentlichungen?

    @Martin
    wenn ich dich richtig verstehe, forderst du also die Abschaffung des Urheberrechts bei nichtkommerzieller Nutzung?
    Sich mit fremden Federn zu schmücken, wäre dann also sozialadäquat, nur weil der Urheber nachdem Schaffungsprozess keine Reproduktionskosten mehr hat? Sollte die NPD aus irgendeinen Grund die Texte von Frau S. auf ihrer Webseite spiegeln, dann müsste Frau S. als Urheberin also hoffen irgendeine kommerzielle Nutzung nachweisen zu können? Nicht umsonst weist das Urheberrecht eine Ähnlichkeit mit dem Persönlichkeitsrecht auf. Genauso wie ich bestimmen kann, wer, wann und wo ein Bild von mir abdruckt wird, muss ich darüber entscheiden können, wer meine Texte und Gedanken abdruckt und veröffentlicht. Oder bist du auch der Ansicht jemand darf ein Foto von dir und deiner Liebsten im Internet veröffentlichen, nur weil der Verwender keine kommerziellen Früchte daraus zieht? Das Problem liegt in der Art und Weise der Rechtsdurchsetzung: fliegender Gerichtsstand, hohe Abmahngebühren, flexible Streitwertfestsetzung, Lizenzanalogie. Der Vorwurf darf jedoch nicht den Autoren, Künstlern und sonstigen Geistesschaffenden gelten, nur weil sie deine Mao Tse-Tung-Auffassung von Kunst nicht teilen. Also bitte last doch diejenigen Leute über ihre Werke und Rechte selbst entscheiden und setzt euch dafür ein, dass bei der Rechtsdurchsetzung endlich nur noch moderate Anwaltsgebühren verlangt werden können. Ich kann auch Frau S. auch in ihrem bissigen Ton gut verstehen. Erstmal wird sie bestohlen (auch wenn diese Analogie streitbar ist) und dann wird sie von Leuten — die offenbar im Lager dies Diebes stehen – noch angepisst, weil sie das Diebesgut zurück verlangt!

    —–

    Danke! Ich hätte es nicht schöner formulieren können (offengestanden, bin ich neidisch, dass mir das nicht eingefallen ist).

    Wenn also, um das Beispiel fortzusetzen, die NPD ein Foto von Martin, seiner blonden Frau und seinen drei blonden Töchtern auf ihre Website stellt, dazu ein paar passende Absätze seiner im Internet veröffentlichen Texte, wo er die Immigrationspolitik der Bundesregierung kritisiert, das Ganze garniert mit: Bravo! Das deutsche Volk braucht solche guten arischen Anwälte, dann sollte Martin nach seiner eigenen Logik froh sein. Er wurde lobend erwähnt, bekommt Aufmerksamkeit im Internet und nichtkommerziell war das Ganze auch noch.

    Und wenn jetzt Martin sagt, nein, die NPD natürlich nicht, wer denn dann? Der Ku Klux Klan? Die Church of Scientology? Die Lyndon LaRouche Partei? Die Hezbollah? Die Jewish Defense League? Das Opus Dei? Die radikal-anarcho-syndikalistische KPD/A0? Der Fanclub von Lindsay Lohan oder David Hasselhoff? Und möchten Sie das gerne selber entscheiden, oder sollte das einer Volksabstimmung der Sympathisanten solcher Websites überlassen bleiben?

    Na herrlich, Godwins Law hat uns eingeholt….

    Bitteschön, in der ganzen Diskussion “da draußen” geht es immer noch auch darum, wo die Grenze zwischen “Zitieren” und “klauen”/Plagiat liegt, und das trifft jetzt nicht nur den Fall Schweitzer vs. Philip, sondern generell “die mit den toughen Anwälten” vs. “die Normalbürger”.

    Niemand verlangt von Ihnen, daß Sie sich die Äpfel klauen lassen müssen.

    In dem Sinne
    lG Matthias Mansfeld

    PS.: Sie halten es auch recht locker im Veröffentlichen von E-Mails aus privater Korrespondenz. Ich hoffe doch, Sie haben Herrn Mühlbauer vorher um Genehmigung gefragt?! :-)

    ——

    Private Korrespondenz? Soweit ich das überblicke, handelt es sich um eine Anfrage einer Internetpublikation zum Zweck der Veröffentlichung. Und das Grundanlegen der Bloggoszene ist doch das Recht der freien Verbreitung von Gedanken und die Förderung der öffentlichen Debatte.

    Typisches Beispiel für den Streisand-Effekt. Die Reichweite der meisten Blogs wird doch überschätzt. Aber so wie sich früher viele Leute vom gedruckten Wort alleine beeindrucken ließen, denken die Noobs heute, wenn etwas im Internet steht, wäre es irgendwie relevant und würde gelesen. Frau Schweitzer kann eigentlich nur verlieren. Besser, sie hätte das ganze einfach ignoriert.

    Traurig ist auch die typische “Wir-Gegen-Die”-Wagenburg-Mentalität der Journalisten. Manchmal frage ich mich, wer wen mehr beneidet. Die Blogger die Journalisten, oder umgekehrt? Das Kapital kann sich auf jeden Fall beruhigt zurücklehnen, solange sich das Fußvolk selbst zerfleischt.

    —-

    Was ist ein Noob? Not on our Blog?

    Und ich habe eigentlich noch keinen Journalisten kennengelernt, der Blogger beneidet, aus dem recht einfachen Grund, dass jeder Journalisten, der das will, ein Blog aufmachen könnte.

    Liebe Frau Schweitzer!

    Ich möchte gern mal eine Punkt einbringen, der in dieser Debatte viel zu kurz kommt, obwohl er existenziell ist. Wenn es dazu möglich wäre, die Betriebstemperatur auf allen Seiten wieder auf 37°C runterzufahren, fände ich das toll!

    Sie und wir alle erleben, dass die Urheberrechtsdebatte auf einen explosiven Punkt zuläuft. Dem Faktum, dass elektronische Medien_multidirektional_funktionieren, muss Rechnung getragen werden, so oder so.

    In Ihrem Streit mit Phillip mag Recht haben wer will, das entscheidet ohnehin die Rechtsprechung auf der Grundlage der vorgeschalteten Rechtsetzung. Meine einfache Frage dazu ist: wollen wir in der Tat_so_miteinander umgehen?

    Die eine Sache ist, dass Sie damit Geld verdienen. Diese Art des Broterwerbs_könnte_zu Internetzeiten überholt sein, nicht nur für Journalisten. Das ist der Punkt, den in meinen Augen_Sie_klar sehen müssen. Die einzige Chance, die Ihnen bleibt, Ihre Lebensweise beizubehalten, ist die Abmahnschiene. Womit ich wieder bei meiner vorigen Frage wäre.

    Die andere Sache, und die scheint mir viel wichtiger, ist: Diese Art Streit wird als Vehikel benutzt, um das freie Internet zu beenden!

    Sie werden als im besten Sinne umsichtige Person, als die ich Sie als Journalistin einschätzen muss, die Debatte um das Freie Internet verfolgt haben und verfolgen. Man kommt beim Recherchieren nicht darum herum. Die Gefahr, derer Sie sich bewusst sein müssen ist, dass man Sie für Zwecke benutzen könnte, wenn nicht gar bereits benutzt, die_keinesfalls_in Ihrem Sinne sein können! Nicht in Ihrem, nicht in dem der Demokratie und nicht in dem der Völker der Welt.

    Ich bin sicher, meine Bedenken hier nicht weiter untermauern zu müssen. Die einschlägigen Agenden dürften Ihnen bekannt sein.

    Die einzige Frage, die sich mir stellt ist darum: Werden Sie früh genug bemerken, dass Sie instrumentalisiert werden, und gegensteuern, auch wenn es Ihre bisherige Existenz infrage stellen wird, oder werden Sie auf den Zug aufspringen, der Ihnen ein angenehmes Leben ermöglichen kann, auf Kosten der Freiheit Aller.

    In diesem Sinn wünsche ich Ihnen, dass Sie eine kluge Entscheidung treffen.

    bernd

    ——-

    Ich bin sehr für ein freies Internet. Darunter verstehe ich aber, dass Leute Recherchen veranstalten oder Meinungen posten, die woanders nicht vorkommen. In Amerika gibt es ein paar solche Blogs, etwa von Wayne Madsen, Russ Baker oder Murray Waas. Ich bin auch sehr für Datenschutz. Das hat nur absolut nichts damit zu tun, dass Leute gerne Musik, Artikel, Fotos oder Filme kostenlos aus dem Internet herunterladen wollen, womöglich noch, um damit ihren eigenen Laden zu schmücken. Ich finde die Vermischung dieser beiden Anliegen sogar brandgefährlich und nicht der Sache dienlich.

    Was meinen Broterwerb angeht, ich schätze Ihren sachlichen Ton und verstehe Ihr Anliegen, aber Sie brauchen sich wirklich nicht den Kopf zu zerbrechen, was ich muss oder nicht muss oder wie ich Geld verdiene. Ich vermute mal, die etablierten Medien werden früher oder später komplett im Internet sein, das heißt aber noch lange nicht, dass Blogs eine ernsthafte wirtschaftliche Alternative sind. Und ich bin auch nicht dienstverpflichtet, den Rest meines Lebens als Journalistin zu arbeiten.

    Moin Moin aus Hamburg,

    nachdem ich auf “Was war. Was wird” auf http://www.heise.de auf dieses Thema aufmerksam geworden bin möchte auch ich meinen Senf aus Sicht eines Lesers hinzufügen.
    Ein Autor hat ein Recht darauf für seine Arbeit entlohnt zu werden und damit im Umkehrschluss die Pflicht ordentlich zu recherchieren. Letzteres kann sie oder er aber nur, wenn sein Lebensunterhalt gesichert ist. Ich erinnere mich noch sehr gut an den versuchten Putsch in der damaligen Sowjetunion (1991). Die einzigen Medien, welche wirklich Fakten und Hintergründe brachten waren ARD und ZDF bzw. die großen Printmedien. Und warum? Weil nur diese sich einen oder mehrere ständige Korrespondenten vor Ort leisteten. Wie bitte schön soll den eine völlig freie Presse (frei im Sinne von unbezahlt) dieses leisten können?

    Und jetzt bitte kein Verweis auf Youtube oder ähnlichem, denn wenn Bilder oder Texte völlig ungeprüft übernommen werden ist der Fälschung nun wirklich Tür und Tor geöffnet.

    Thomas

    Hallo Frau Schweitzer,

    ich verfolge diese Geschichte immer noch, vor allem, weil mich drei wesentliche Grundfragen (auf die ich also gerne Antwort hätte!) beschäftigen:

    Zum einen geht es um die Auseinandersetzung darüber, ob und wie *weit* die (ungefragte) Nutzung geistigen Eigentums (oder vielleicht Kreation, weil ich mit dem Begriff Eigentum noch andere Eigenschaften verbinde) als “moralisch schlecht” eingestuft (und in diesem Sinne vom Gesetzgeber reglementiert und anschließend von entsprechenden exekutiven Organen kontrolliert) werden muss.

    Klar, ich könnte da jetzt sehr abstruse Beispiele bringen (z.B. könnten Sie in Ihrer New Yorker Wohnung eine private Party geben, zu der auch mögliche Kunden, sprich Verleger eingeladen sind, und wobei Musik von Elvis gespielt wird, der weder Einfluss darauf hat, dass Sie das machen, noch bekommt er, bzw. seine Erben, denke ich mal, etwas auf sein Konto überwiesen, aber er ist ja auch schon lange tot, habe ich jedenfalls mal irgendwo gehört…).

    Im Grunde genommen sind die Grenzen also (mehr oder weniger) fließend. Sobald ich etwas verwende, dass ich nicht selbst geschaffen habe (was, wenn ich meine persönliche Nutzungsweise des Internet — von Musik mal ganz zu schweigen — betrachte, nicht eben selten vorkommt; ich programmiere im wissenschaftlichen Forschungsbereich, und wenn ich mir jede Statistik neu einfallen lassen müsste, wäre das ganz schön anstrengend, und auch nicht zielführend; und ich denke, dass der Erfinder des t-Tests sich nicht gerade bedankt hätte, wenn ihn jeder, der den Test verwenden wollte, um Erlaubnis gefragt hätte).

    Zurück zur Frage: wann ist es (grundsätzlich) als moralisch gut bzw. schlecht zu beurteilen, die geistigen Früchte anderer zu verwenden? Auch wenn das jetzt sehr komisch klingt, meine Idealvorstellung ist folgende: der geistig Schaffende hat das Recht (und die Pflicht!) dies selbst (und im Einzelfall!) zu bestimmen, und zwar in einer Weise, die demjenigen, der diese Früchte (ich erinnere mich an einen Apfel-Vergleich) nutzen möchte unmissverständlich signalisiert, ob er mit der (Wieder-) Verwertung dem Selbstbestimmungsrecht des Autors Rechnung trägt. Jetzt ist es zwar ggf. etwas albern wenn unter jedem Artikel einzeln steht: “Dieser Text darf nur nach vorheriger Nachfrage bei xyz wieder verwendet werden”, aber dann besteht wenigstens darüber Klarheit.

    Die zweite Frage ist die, wie ein entsprechendes exekutives Organ gestaltet sein müsste, damit es praktikabel (und zielführend!) arbeiten kann. Ein sehr grundsätzliches Problem ist dabei wohl, dass das Internet sich dummerweise nicht an die alten Ländergrenzen hält. Solange der Schaffende und Wiederverwerter im gleichen Rechtsraum sind, geht’s vielleicht noch… Aber selbst dann: ich muss in der Tat zugeben, dass mir die Berufsgruppe der Abmahnanwälte, sagen wir mal, nicht gerade die sympathischste ist. Der Grund ist einfach: diese Leute ernähren sich weder durch die Schaffung von etwas (jedenfalls kann ich in der Inrechnungstellung von geistigem Eigentum keine wirkliche Produktivität erkennen), noch tragen sie durch ihre Arbeit zur Verbesserung des Klimas zwischen den Parteien bei (anders als, z.B., die Polizei in der Regel). Im Grunde genommen liegt das ja auch nicht im Interesse dieser Anwälte: je größer der Streit (-wert), desto höher ja auch die Gebühren (jedenfalls verstehe ich das so…). Ich hoffe, dass sie mir vielleicht hierin zustimmen können, dass die Übertragung dieser Aufgabe an Anwälte in etwa so gut funktioniert wie das aktuelle amerikanische Gesundheitssystem (wo es ja im Grunde auch nicht im Interesse der Versicherer liegt, möglichst gesunde Versicherte zu haben, sondern einzig und allein darum geht, den Profit zu erhöhen). Ich denke einfach, dass die Aufgabe zur Streitbeilegung jemandem übertragen werden sollte, der entweder nachweislich keine eigenen Interessen vertritt (z.B. glaubwürdigen Mediatoren) oder eben dem Staat, der aufgrund der Trennung von Leistung (Aufrechterhaltung der Ordnung) und Vergütung (Bezahlung der Leistungsträger) nicht in den Konflikt gerät, von der Zuspitzung des Streits zu profitieren (jedenfalls nicht unmittelbar).

    Die dritte Frage dreht sich um die Art und Weise, wie im Internet (und auch anderswo) miteinander umgegangen werden sollte. Darüber gibt es jetzt sicherlich ganz verschiedene Meinungen (die auch vermutlich auch in der Mehrzahl durch gute Argumente zu stützen sind). Eine sehr wesentliche Richtlinie für mich persönlich stellt sich immer wieder durch folgenden Spruch dar: “was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.” Ich denke, dass er insoweit also sinnvolle Blaupause dienen kann, als dass er (als erste Hürde bzw. Vorbedingung) jede meiner Handlungen vor dem Hintergrund betrachtet, wie ich auf eine entsprechende Handlung von dritter Seite reagieren würde. Mich würde dazu interessieren, wie Sie auf ein entsprechendes Abmahnschreiben reagieren würden.

    Und, ja, mir ist bewusst, dass Sie vermutlich sehr viel professioneller und umsichtiger bei der Verwendung von Medien sind, aber (um auf das abstruse Beispiel der Party zurück zu kommen), nehmen wir mal (weiterhin völlig abstrus) an, einer der Presley-Erben war bei Ihrer Party (die ein voller Erfolg war, und Ihnen jetzt ggf. viele guten Aufträge einbringt). Er denkt ein bisschen darüber nach und kommt zu dem Schluss, dass Sie ihn hätten fragen müssen (bzw. er Geld sehen will), weil Sie doch schließlich Ihre Party mit Elvis’ Musik geschmückt haben. Er geht zu seinem Anwalt, der ihm Recht gibt (natürlich, denn sonst verdient er nix!), und Sie bekommen eine Woche später eine gesalzene Rechnung. Wie reagieren Sie (emotional!)? Wenn Sie jetzt auch nur ein bisschen sagen können, dass sie verärgert sind, oder ins Schwitzen kommen, oder sich aufregen, weil das doch wohl mit Kanonen auf Spatzen geschossen ist, oder, oder, oder. Kurz gesagt, wenn Sie darauf emotional reagieren, dann ist der erste Schritt zum besseren Verständnis schon getan. :)

    Ich habe leider kein Patentrezept, wie in der aktuellen (und in der Tat für den jeweils im Internet kreativ Tätigen etwas unüberschaubaren) Lage auf Abmahnanwälte verzichtet werden könnte. Aber eine (sicherlich noch zu perfektionierende) “Idee” von mir wäre:

    Vielleicht tun sich mal etwa 20 Journalisten (denen dieses Thema wichtig ist) und 50 Blogger bzw. Internetspezies (denen es genauso geht) zusammen und gründen einen Verein von Freiwilligen, die Urheberrechtsverstöße (bzw. Verstöße gegen das Persönlichkeitsrecht) auf Antrag von Schaffenden aufspüren (Schleppnetzfahndung, ik hör dir trapsen), und dies dann aber nicht von Anwälten erledigen lassen, sondern durch direkte Kommunikation mit den Aufgespürten “Übeltätern”. Und erst dann, wenn der Schelm (der dann wohl doch Böses dabei dachte) uneinsichtig ist, kann (und sollte wohl) mit aller Härte durchgegriffen werden (womit vielleicht sogar dieser Verein finanziert werden kann; ein paar Unbelehrbare wird’s wohl geben, ~seufz~).

    Sollten Sie an dieser Idee Gefallen haben (und mitmachen wollen?), ich wäre sogar “mit dabei” (da ich einen eigenen Webserver betreibe, halte ich mich zumindestens auf diesem Gebiet für nicht völlig unbeleckt). Da ich allerdings keine Journalisten kenne (OK, ich kenne eine frei schaffende Journalistin, tschuldige, Anne ;) — hmmm, und wenn wir uns auf einen Kaffee träfen, wären es schon zwei!)… vielleicht hätten Sie ja sogar Interesse, mal in Ihrem Kollegenkreis nachzuhorchen, wer noch “mit von der Partie” wäre :)

    Mit besten Grüßen aus Harlem,
    Jochen Weber.



    Ah, viele Fragen. Also, erst mal, in mein Studio passt kein einziger Verleger, geschweige denn eine Party – nein, Sie verdienen natürliich eine ehrliche Antwort. Musik aus einer gekauften CD können sie immer und überall spielen. Sonst gäb’s ja keine Diskotheken. In dem Moment, wo Sie die kaufen, bekommt auch Elvis etwas davon ab (wie kommen Sie darauf, dass der tot ist?)

    Wenn Sie aber ihre Freunde als Elvis-Imitatoren auftreten lassen, und die spielen Love Me Tender, das geht nicht so einfach, schon gar nicht in Amerika. Ich habe mal ein Lied für ein Filmchen verwendet, das lief darauf heraus, dass nicht nur die Rechte dafür in der so genannten Public Domain sein mussten, als freigegeben wg. sehr alt, ich hätte darüberhinaus auch noch die Rechte an dem Arrangement und/oder den Interpreten kaufen müssen. Am Ende stellte sich heraus, es war das einfachste, einen befreundeten Musiker zu bitten, die Melodie nach einem eigenen Arrangement zu spielen.

    Was Artikel oder Bücher angeht: Ja, der geistig Schaffende hat das Recht, dies selbst zu bestimmen, es sei denn, er tritt das Recht an einen Verlag ab. Oder an Facebook. Sie dürfen, in engen Rahmen, zitieren, mit Quellenangabe, aber mehr nicht. Wenn Sie einen kompletten Text verwenden wollen, müssen Sie immer nachfragen, was glauben Sie, warum Google mit den Büchern solchen Ärger hat! Bei wissenschaftlichen Arbeiten dürfen Sie mehr zitieren, solange die Arbeit im Kern die Ihre ist, auch da mit Quellenangabe, da ist die Quelle sogar noch viel dezidierter zu benennen. Aber die Wissenschaftler leben ja auch nicht von Veröffentlichungen, sondern davon, dass sie über diese bekannt werden und dann Professorenstellen bekommen.

    Was ihre zweite Frage angeht, was sie über die Anwälte sagen — diese Leute ernähren sich weder durch die Schaffung von etwas, noch tragen sie durch ihre Arbeit zur Verbesserung des Klimas zwischen den Parteien bei — gilt leider auch für viele Blogger. Deswegen gibt es ja diesen Unmut. Verfolgt werden Copyrightverletzungen vor allem im Westen, das ist richtig, während das größte Problem China ist, vor allem, was DVDs angeht. Ich war mal bei einem Vortrag eines Studio Executive von Viacom, welchen Druck die auf die US-Regierung ausüben, in der Sache gegen China vorzugehen, das war heftig. Also, wenn Sie irgendwann mal lesen, dass die U.S. Army die chinesische Botschaft in Kabul bombardiert hat, das war kein Versehen.

    Natürlich tragen Anwälte zu Verschärfung des Klimas bei, aber wenn so was von Staats wegen verfolgt würde, wie Kindesmissbrauch, das würde dann wieder den Überwachungsstaat fördern. Eine Alternative ist, in Deutschland, Sie gehen zur Gewerkschaft, die unterstützt Sie auch (allerdings auch mit Anwälten). Das Hauptproblem ist eigentlich, das aufzuspüren, nicht, das zu verfolgen.

    Was würde ich selber machen? Es gibt es eine einfache Regel: Besorge dir die Rechte von allem, was du veröffentlichen willst, und sichere deine eigenen Rechte mithilfe der Writers Gulld oder einer ähnlichen Organisation. Die rechtliche Situation in Amerika und Deutschland ist bei einer Klage dann wieder sehr verschieden. Was die Organisation angeht, die Ihnen vorschwebt, wir können gerne mal einen Kaffee trinken, ich habe nicht die leisteste Lust, bei so etwas mitzumachen. Ich habe sogar meine reguläre Buchhaltung an eine Assistentin abgegeben. Ich will meine Zeit mit Schreiben verbringen.

    Hallo nochmal!

    Diesmal schreibe ich auch gaaanz kurz. Ehrlich! Ich bin gerade aufgewacht (vermutlich ein weiterer Grund für die Kürze), und nach dem Lesen Ihrer wirklich geschätzten Antwort (die ich sicherlich später am Tag nochmals lesen werde) bleibt mir nur zu sagen: ich würd’ mich echt auf nen Kaffee mit Ihnen freuen!

    Vielen Dank also, denn für mich kommt aus Ihrer Antwort rüber, dass Sie sich zwar sicherlich nicht als “unbezahlte Anwältin” verdingen wollen (und, ich gebe Ihnen völlig Recht, warum auch, wo Ihre Leidenschaft doch so offensichtlich das Schreiben ist, und, das muss man Ihnen lassen, das können sie ziemlich gut!), aber das Ihnen sowohl das Thema als auch Ihre Leser (und Kommentarschreiber) durchaus ziemlich wichtig sind. Das macht Sie als Person für mich interessant (und ich bin einfach von Natur aus verdammt neugierig, wobei interessante Personen eigentlich immer, tja, eben interessanter sind) und sympathisch.

    Wenn sich also ein gemeinsamer Kaffee mal irgendwann günstig ergeben sollte, ich bin auf jeden Fall dabei. Bis dahin (und das schließt natürlich auch den Fall ein, dass es sich nicht ergibt): alles Gute für Sie, sowohl in New York als auch in Ihrer deutschen Heimat (also, viele interessante Erlebnisse, über die es sich zu schreiben lohnt!).

    Cheers! — Ihr
    Jochen Weber

    Verwöhnte neureiche GÖRE! 2 Wohnsitze auf zwei verschiedenen Kontinenten, teure Elektrogadgets, eine Assistentin für die persönliche Buchhaltung… ja, Sie haben es geschafft, Sie sind mit Schreiben reich geworden. Glückwunsch. Und nun viel Spaß mit Ihrer rechts-konservativen Methode, durch ausplündern von Menschen….

    —–

    Erstens ist es kein Zeichen von Verwöhntheit, wenn ein Journalist seinen Wohnsitz dort hat, von wo er berichtet, und auf einem Computer schreibt. Das ist ein relativ normaler Standard. Und zweitens bin ich es, die beplündert wird, nicht andersherum. Ich glaube auch, dass die meisten Blogger ihre Seiten auf einem teuren Elektrogadget zusammenbauen und nicht auf einer Schreibmaschine.

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