14.12.2009 von Eva Schweitzer
Afghanistan und kein Ende: Nun beschwört die New York Times Old Europe, inbesondere Deutschland und Frankreich, mehr Truppen zu schicken, und: “Mrs. Merkel and Mr. Sarkozy must educate their voters to the harsh reality that Europe will also pay a high price if the Taliban and Al Qaeda get to retake Afghanistan and further destabilize Pakistan.”
Vielleicht sollten Mrs. Merkel und Mr. Sarkozy ihr Volk auflösen und sich ein neues wählen. Interessanterweise habe ich die exakt gleiche Argumentation schon einmal gehört, und zwar am Tag der Bundestagswahl im Konsulat in New York, von einer Amerikanerin, die bei einem dieser transatlantischen Think Tanks arbeitete, dessen Name mir leider entfallen ist. Sprechen die sich jetzt alle ab?
Das eigentlich Erstaunliche in der Times aber sind die Reaktionen der Leser, denn die sind durch die Bank um ein gutes Stück informierter als der Kommentar selbst. Die Anschläge von London und Madrid… weiter lesen
12.12.2009 von Eva Schweitzer
Die deutsche Presse stürzt sich mit einer Intensität auf die Aufklärung des Bombardements von Kunduz, die man sich gewünscht hätte, als der Bundestag beschlossen hat, die Bundeswehr nach Afghanistan zu schicken. Nur die amerikanische Presse stimmt da nicht so richtig mit ein. Und das Wall Street Journal bringt es auf den Punkt:
“A row over a deadly airstrike in Afghanistan threatens to rob German Chancellor Angela Merkel’s government of the political backing it needs to meet a U.S. request for more troops.”
Ja, das ist das eigentliche Problem. Was die Truppenstrategie angeht, es ist natürlich schwierig, Krieg zu führen und dabei um alle Leute drumrumzuschießen, bei denen nicht vorher gerichtlich nachgewiesen wurde, dass sie für die Taliban kämpfen. Wenn ich mich recht entsinne, hatten wir ähnliche Probleme in Polen. Vielleicht könnte man die aus Star Trek bekannten Phaser einsetzen und auf Betäubung stellen?
Oder aber, noch bessere Idee,… weiter lesen
11.12.2009 von Eva Schweitzer
Hier ist das Neueste von der Grand Old Party … offenbar haben die Republikaner endlich eine Alternaive zu Sarah Palin gefunden:
http://www.theonion.com/content/video/zombie_reagan_raised_from_grave
Jetzt können wir getrost darauf warten, dass 2012 die Welt untergeht.
Eva C. Schweitzer, Manhattan Moments. Geschichten aus New York, erschienen bei Droemer-Knaur, Juni 2009, Taschenbuch, 9,95 €

10.12.2009 von Eva Schweitzer
Langsam habe ich den Eindruck, der Afghanistankrieg wird in Deutschland wichtiger genommen als in Amerika, wo sich sehr viel mehr Leute für Tiger Woods oder die beiden Party-Crasher im Weißen Haus interessieren als für ihre Jungs in Afghanistan, geschweige denn unsere Jungs in Afghanistan. Neulich war ich bei meiner Freundin Benita, die sich demnächst die Schulter operieren lässt und deshalb kaum noch Nachrichten guckt. Sie wollte von mir wissen, was das eigentlich für Leute auf Obamas State Dinner waren.
“Es war ein Pärchen, er älter, sie jung, er ist aus Israel, er könnte aber auch israelischer Araber sein, für mich sehen die alle gleich aus”, berichtete ich wahrheitsgemäß.
“Die sind auch alle gleich”, sagte Benita. “Wie war der Name gleich wieder?”
“Talahi oder Salahi oder so”, sagte ich.
“Na, die haben auch alle Namen, die auf -i enden. Und sie?”
“Sie ist ‘ne Schiksa”, sagte ich.… weiter lesen
03.12.2009 von Eva Schweitzer
Warum lässt man nicht mich die Probleme der Welt lösen? Diese hier zum Beispiel: Die Amerikaner wollen 30.000 Soldaten nach Afghanistan schicken, und wir sind offenbar irgendwie mitgefangen, und nicht nur das, die U.S. Army hackt auch noch auf uns herum, wegen Kunduz und so. Dabei wollen wir eigentlich da bloß raus und zwar subito, aber es ist doch so wichtig, die Rechte der Frauen dort unten zu verteidigen. Dem nicht genug, demnächst dürfen muslimische Frauen (und Männer) bei uns keinen Schleier mehr tragen, das geht natürlich auch nicht.
Keine Bange, die Lösung ist einfach: Wir ziehen uns aus Afghanistan zurück, dann können sich die Amerikaner voll auf’s Kämpfen konzentrieren und müssen nicht noch nebenbei die Bundeswehr überwachen. Den Frauen von Afghanistan, die nicht so gerne unter den Schleier wollen, die heißen wir als Migrantinnen in Deutschland willkommen, wenn’s irgend geht, ohne Männer, denn die scheinen… weiter lesen