25.03.2010 von Eva Schweitzer
Heraus zum ersten Mai! Wir haben noch März, dicke Eisschollen treiben auf der Spree (für kalifornische Verhältnisse, wo ich gerade herkomme), aber Kreuzberg diskutiert bereits, wo sie ihre 1.-Mai-Demo abhalten, bei sich zuhause am Kotti oder im nahen Neukölln.
Warum so kleingeistig? Hier habe ich eine Idee: Wie wäre es mit dem Flughafen Tempelhof? Das ist eine international bekannte Bühne, und das ganze riesige Gelände steht leer. Mit einer vorfristigen Inbesitznahme könnte man die nachhaltige Reintegrierung in die städetbauliche Struktur Berlins vorantreiben. Plus, dort ist nicht mehr viel kaputtzumachen außer, wie ich neulich erfahren habe, ein paar Lerchennester. Aber im Mai brüten die Lerchen nicht mehr. Nicht mal in Berlin.
Und dort könnte man ein richtiges Spektakel draus machen, mit Besuchern, Tribünen, und Eintritt. Der Erlös wird für einen guten Zweck verwendet, ein neuer Tenor für die Deutsche Oper, oder Hertha BSC könnte davon ein paar Spieler von Bayern München… weiter lesen
17.03.2010 von Eva Schweitzer
Eigentlich dachte ich, die Roadkill-Debatte sei endlich ausgestanden, aber nein, anlässlich der Leipziger Buchmesse ist die wieder aufgeflackert. Offenbar ist sich die Fachwelt nicht einig, was ein Plagiat ist und was eine Neuschöpfung durch Zitierung bekannter Vorbilder. Heute lese ich in der WELT (okay, seien wir ehrlich, im Perlentaucher), dass es legitim ist, ohne Quelle zu zitieren, wenn daraus ein eigenes Werk erwächst. Beispielsweise habe Christa Wolf in “Kindheitsmuster” das bekannte Zitat von William Faulkner übernommen, The past is not dead. In fact, it’s not even past.
Ähnlich ging es mir einmal, ich hatte ebendasgleiche Zitat in eines meiner Bücher eingearbeitet, daraufhin warf mir ein Kritiker vor — ich glaube, es war Helmut Höge — nicht etwa, ich habe das abgeschrieben, sondern es sei kitschig. Wenn ich Faulkner mal treffe, werde ich ihm das erzählen. Ich war mal in einer von Geistern heimgesuchten Bar in New Orleans, wo… weiter lesen