29.06.2010 von Eva Schweitzer
Gerade entnehme ich der taz, dass Jan Feddersen Judith Butler abgewatscht hat für ihre Haltung gegenüber dem CSD; er warf ihr ein “totalitäres Moment, charakteristisch für linke Politikkonzepte” vor.
Ich fand es ja immer schon komisch, dass eine Professorin, die im Adlon absteigt und ein Gehalt von 232,583 Dollar im Jahr bezieht, anderen Leuten Kommerzialiät vorwirft, aber hier ein Wort zur Beruhigung: Kein Schwein in Amerika interessiert sich für Judith Butler oder was sie vom CSD hält. Anzahl der Wellen, die das in Amerika schlug: Null.
Andererseits, das geklaute Tor gegen England (und Amerika), das ist eine andere Sache….
Eva C. Schweitzer, Manhattan Moments. Geschichten aus New York, erschienen bei Droemer-Knaur, Juni 2009, Taschenbuch, 9,95 €

26.06.2010 von Eva Schweitzer
Die ganze Welt liegt im Fußballfieber. Die ganze Welt? Nein, es gibt eine grimmige kleine Widerstandsschar, das sind rechte Amerikaner. Die hassen Fussball, gerade weil die ganze Welt dafür ist. Und wahrscheinlich auch, weil es sie nervös macht, dass ihre Mannschaft gegen Teams mit schwarzen Spielern und ausländischen Namen antreten muss, ohne dass ihnen der Sieg garantiert ist. Und dann auch noch in Südafrika, ein Land, das von Terroristen und renitenten Schwarzen bewohnt ist, die die Überlegenheit des weißen Mannes nicht anerkennen. Oder, wie es die (in New York erscheinende) Irish Times schreibt:
There has always been a certain xenophobic aspect to Americans’ sceptical view of soccer. Not only was soccer not part of our culture, but even when things were going well for Team USA, Middle America found it difficult to embrace a game in which our international goals were being scored by guys named Marcelo and
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18.06.2010 von Eva Schweitzer
Amerika ist sich nicht sicher, ob es Fußball mag — immerhin, ein Sport mit verwirrenden Regeln, ohne Werbeunterbrechungen, erstaunlich vielen Spielen, die unentschieden enden, und bei dem lauter Länder mitmachen, von denen man noch nie gehört hat — aber über eines sind sich alle einig: Wir hassen Vuvuzelas. “Haben die da unten in Südafrika ein Problem mit Kampfhornissen?” ist die Frage des Tages.
Aber unser über alles geliebte Bürgermeister Michael Bloomberg respektive sein treuer Knappe George Steinbrenner sorgen dafür, dass sich die Dinger in New York nicht ausbreiten: Dem ersten und einzigen Yankee-Fan, der eine Vuvzuela ins Yankee Stadion mitbrachte, wurde das Plastiktrötding konfisziert. Um Meg Ryan in Harry and Sally zu zitieren: Yes! Yes! Yes!
Jetzt warte ich nur noch darauf, dass die Car Alarms verboten werden.
Eva C. Schweitzer, Manhattan Moments. Geschichten aus New York, erschienen bei Droemer-Knaur, Juni 2009, Taschenbuch, 9,95 €

14.06.2010 von Eva Schweitzer
Junge, Junge, da leistet sich das ZDF, respektive seine Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein seine eigene Mini-Reichskristallnacht – ja, das kommt davon, wenn man zu geizig ist, ein Nazometer anzuschaffen -, und das Volk steht auf und Sturm bricht los. Na, da können wir ja froh sein, dass das Spiel nicht gegen die Tommies ging, sonst würden sie beim Daily Telegraph bereits die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen in den Teppich beißen, und die betreffende Kommentatorin würde merken, dass Arbeit manchmal gar nicht frei macht. Wenn die das überlebt, will ich Meier heißen.
Nun wird seit 22.45 Uhr zurückgeschossen. Aber das Kernproblem tastet keiner an: Seit der Jubel-WM gucken auch Leute Fußball, die früher nur Pullover mit Anti-Atomkraftzeichen gestrickt und Kräutertee getrunken haben. Und die sind einfach viel sensibler als der durchschnittliche Fußballfan. Ein Trost: Hier bei uns in Amerika gucken nur solche Leute Fußball. Richtige Männer gucken hier American Football,… weiter lesen
06.06.2010 von Eva Schweitzer
Wenn man so die deutsche Presse überfliegt – und das ist weit weniger deprimierend, als im amerikanischen Fernsehen zu gucken, wie ölbedeckte Vögel verenden – , erhärtet sich der Eindruck, die rottet sich gerade zusammen, um Joachim Gauck als Bundespräsidenten durchzusetzen. Dagegen spricht erst mal nichts; allerdings gibt es noch ein kleines Problem: Die Linke ist gegen Gauck. So sehr gegen Gauck, dass sie lieber mit einem Cutout von Margot Honecker antreten würde.
Was? Mach Sachen, wie kann denn das sein? Die werden doch nicht … gleichviel, die suchen nun hektisch nach einer Alternative und haben sich bisher offenbar nur Körbe eingefangen. Wer also hätte Chancen? Peter Sodann? Ist der inzwischen nicht steinalt? Gregor Gysi? Der ist doch nicht blöd. Sarah Wagenkecht? Hinter deren Luxemburgfassade verbirgt sich eine Kaviarkapitalistin. Manfred Krug? Erst, wenn meine Telekomaktien über 30 Euro stehen. Das Ampelmännchen? Karl May? Pittiplatsch der liebe?
Also hier, liebe Linke,… weiter lesen
01.06.2010 von Eva Schweitzer
Wer wird unser neuer Präsident? Margot Kässmann? Gut, sie ist trinkfest auf Empfängen, aber reicht das aus? Edmund “in zehn Minuten” Stoiber? Da fehlt ein wenig die eloquente Eloquenz. Cem Özdemir? Falsche Partei. Marianne Birthler? Zwei Ossifrauen an der Staatsspitze, na, man kann es auch übertreiben. Gerhard Schröder? Falsche Partei. Gregor Gysi? Falsche Partei. Sarah Wagenknecht? Also, wenn wir einen Klon einer verstorbenen Persönlichkeit zur Präsidentin machen, gibts da niemanden, der aussieht wie Queen Elizabeth die Erste? Arnold Schwarzenegger? Ein Österreicher, ich weiß nicht…. Joschka Fischer? Der kann gewandt auf Englisch daherschwätzen, aber einer der Hauptverursacher des Balkankrieges, der sein Fähnlein in den Wind hängt, Multikulti predigt und selber in Grunewald wohnt? Harald Schmidt? Zu zynisch. Günther Jauch? Dem ist wahrscheinlich das Gehalt zu niedrig. Herta Müller? Zu schüchtern. Lena? Zu jung. Nena? Zu alt. Helmut Schmidt? Zu alt. Charlotte Knobloch? Zu alt. Loriot? Keine schlechte Idee, aber steht er… weiter lesen