Archive for Juni, 2012

19.06.2012 von Eva Schweitzer
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Frankfurter Fatwa

von Eva Schweitzer

Ich habe mal bei einer kleinen Kreuzberger Zeitung gearbeitet, die immer am Rande der Pleite war, aber das Motto war “Hauptsache Provo”. Das hat sich offenbar auch die Frankfurter Rundschau zu Herzen genommen; heute schrieb Martin Mosebach, dass er es eigentlich ganz prima findet, wenn Künstler von fanatischen religiösen Irren bedroht werden. Er fragt “Ist die Drohung von Zensur und Strafe im Fall der Blasphemie eine Bedrohung der Kunst?” Nicht wirklich, denn:

“Entgegen der Forderung nach unbedingter Freiheit, die Künstler gern beanspruchen, ist in der Geschichte der Kunst die Beschränkung dieser Freiheit der Entstehung von Kunst höchst förderlich gewesen. (…) berühmt ist die Devise „Die Zensur verfeinert den Stil“ oder die Maxime des wahrhaft zensurerfahrenen Karl Kraus: „Ein Satz, den der Zensor versteht, wird zurecht verboten.“ Und: “In diesem Zusammenhang will ich nicht verhehlen, dass ich unfähig bin, mich zu empören, wenn in ihrem Glauben beleidigte Muslime blasphemischen Künstlern

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16.06.2012 von Eva Schweitzer
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Paging Rudy Giuliani

von Eva Schweitzer

Ein bisschen ist es ja her, dass Rudy Giuliani unser Bürgermeister war, aber er hat offenbar nachhaltig Eindruck gemacht, bis nach Deutschland. Georg Diez schlägt auf Spiegel Online vor, Berlin brauche einen Rudy Giuliani. Da ist was dran, ob man nun die Nachrichten verfolgt, wonach mal wieder ein armer Tropf in der U-Bahn überfallen  oder vor ein Auto getrieben wurde, oder ob man sich höchstselbst auf den Berliner Bürgersteigen zwischen Rüpelradlern und Hundehinterlassenschaften vorankämpft. Und dann ist noch der Flughafen, und Hertha…

Nun scheint Georg Diez der Ansicht zu sein, Giuliani habe vornehmlich die Infrastruktur von New York auf Vordermann gebracht — weit gefehlt, La Guardia ist immer noch ein Dritte-Welt-Flughafen, und der Broadway hat mehr Schlaglöcher als Berlin Parteien, mit denen Wowereit schon mal koaliert hat.  Wofür Giuliani berühmt war, war sein harter Durchgriff gegen Kriminelle, Schwarzfahrer, Obdachlose und Sozialhilfeempfänger. Giuliani hat das “Racial Profiling”, wenn nicht eingeführt, dann… weiter lesen

05.06.2012 von Eva Schweitzer
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Bücher, Bücher, Bücher

von Eva Schweitzer

Heute war der erste Tag der BEA, der Book Expo America, der größten amerikanischen Bücherschau, die alljährlich in, wo sonst, New York stattfindet. New York, die Stadt, wo Coca Cola verboten ist, aber Marijuana erlaubt. Die BEA ist nicht so groß wie die Messe in Frankfurt—tatsächlich hat die Frankfurter Buchmesse einen Stand auf der BEA—aber doch groß. So groß, dass man sie nach vier Tagen vollkommen erschöpft verlässt, aber nicht heute, heute war nämlich erst der Tag, wo aufgebaut wurde, man den Presseausweis abholt, und sich Vorträge von digitalen Experten anhört, was das nächste heiße Ding aus dem Silicon Valley ist, und wie Frauen es benutzen. Die BEA ist im großen und ganzen eine Veranstaltung für Frauen und Softies. Steven Colbert soll auch herumschwirren. Und Neil Young.

Bis jetzt habe ich eine Einladung für ein neues Buch über Starbucks, über den Penn State Skandal, und eine von der… weiter lesen