vonEva C. Schweitzer 19.08.2019

Manhattan Media

Eva C. Schweitzer, Buchautorin, Journalistin und Verlegerin, über Amerika und über die Leute, die über Amerika schreiben.

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Warum starb Jeffrey Epstein? Der einschlägig verurteilte, unter Anklage stehende Kinderschänder, der Bill Clinton mehrfach in seinen Privatjet und auf seine Parties einlud, der mit Trump Immobiliengeschäfte machte und der viele Reiche und Mächtige kannte? Der 2008, als er wegen Kinderprostitution angeklagt wurde, mit dem damaligen Staatsanwalt Alexander Acosta eine leichte Strafe vereinbarte; der gleiche Acosta, der später Trumps Arbeitsminister wurde? Der Mann, von dem bis heute noch niemand weiß, wie er seine Millionen verdient hat? Der eine Minderjährige namens Victoria Giuffre vielleicht, vielleicht aber auch nicht an den britischen Prinzen Andrew vermittelt hat? Dessen Leiche in einem New Yorker Knast mit gebrochenen Knochen im Hals gefunden wurde, was vielleicht, vielleicht aber auch nicht auf eine Strangulation durch Dritte hindeuten? Der rund um die Uhr überwacht werden sollte wegen Selbstmordgefahr, was nicht geschah, weil die Wächter keine Überstunden schieben wollten, sondern lieber schliefen, und die Kamera nicht funktionierte? Dessen Zellengenosse entgegen Anweisungen verlegt wurde? Dessen Freundin Ghislaine Maxwell war, die Tochter von des britischen Zeitungszaren Robert Maxwell, der nach einem Millionenbankrott ebenfalls eines mysteriösen Todes auf dem Meer starb, und der für den Mossad spioniert haben soll? Dessen Tod fast eine Stunde bevor er bekannt wurde, auf dem rechten Messageboard 4chan ausgeplaudert wurde?

Wo war ich? Ja, Epstein. Also, all diese Fragen kann ich natürlich auch nicht beantworten, aber das interessante daran ist, dass die Verschwörungstheorie, so als Gesamtkunstwerk, plötzlich wieder in Mode ist. Wir erinnern uns; im Nachgang der 68er-Bewegung gab es Filme, Bücher, Serien über Verschwörungen; Oliver Stone über die Kennedy-Ermordrung, Akte X über die Operation Paperclip, der Reichstagsbrand, Iran-Contra, Operation Mockingbird, 9-11 und der geheimnisvolle Tod von Robert Maxwell.

Dann kam die Gegenbewegung, als uns erklärt wurde, wer an Verschwörungen glaubt, ist irgendwie gaga, weil, auf dieser Welt gehe immer alles seinen geordneten Gang; alles Böse werde zutage befördert und bestraft, die Guten würden belohnt, die Verbrecher enttarnt und die Wahrheit komme stets ans Licht.

Diese Leute sind nun recht still geworden. Nun was? Ist der erste Film über Epstein schon in der Mache? Was tut Oliver Stone eigentlich gerade? Chris Carter? Ruft mich an, wenn ihr mich braucht!

 

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