22.12.2010 von Eva Schweitzer
Wahnsinn! Wahnsinn! Wahnsinn! Nun sitze ich in meiner warmen Küche und gucke auf dem etwas überdimensionierten Bildschim die Hölle von Heathrow: Menschenmassen zwischen Alufolien, die um Essen betteln, brüllende Kinder, verschneite Rollbahnen, teetrinkende Manager, schnaubende Schotten. Da war ich noch selber vor ein paar Tagen! Gut, als ich da war, gabs noch Essen, Hotelbetten und ich wurde am nächsten Tag ausgeflogen, aber ich könnte dort jetzt sitzen, wenn ich meinen Flug für einen Tag später gebucht hätte. Oder zwei.
Ich selber habe es allerdings nach Hamburg geschafft, und dann weiter mit dem Zug nach Berlin, der bloß drei Stunden Verspätung hatte, was verschiedene Fragen aufwirft. Wenn Züge alle Verspätung haben, warum macht die Bahn nicht einfach eine Ansage, wenn irgendein Zug in die fragliche Richtung in den Bahnhof eintrudelt, statt die Reisenden auf ihre nunmehr verspäteten Züge zu verweisen? Und: Wenn dann zum Ausgleich ein Freigetränk verteilt wird, warum ist… weiter lesen
18.12.2010 von Eva Schweitzer
Gestern habe ich Julian Assange gesehen. Auf dem grünen Rasen vor dem englischen McMansion, wo er seit neuestem wohnt. Im Fernsehen. Auf einem Fernsehschirm im Flughafen Heathrow. Ich guckte auf den Bildschirm, hörte aber nichts, weil Heathrow eine no-noise-policy hat, deshalb sind die Fernseher runtergedreht (es sei denn, es läuft Fußball), und es gibt auch keine Ansagen. Das ist schade, denn so erfuhr ich erst, dass mein Flug nach Berlin ausfällt, nachdem ich mit dem gesamten Gepäck zum Gate gedackelt war.
Heathrow ist so eine Art Vorhof der Hölle, so groß wie der Vatikan, so disfunktional wie die CIA; von einer Größe, die reziprok proportional zu meinem Vertrauen in die Gepäckbeförderungsfähigkeiten von British Airway ist, jedenfalls, ich schleppte Handgepäck deutlich oberhalb des Erlaubten zu einem Gate am anderen Ende des Flughafens, um zu erfahren, dass der Flug nach Berlin ausfällt, weil Tegel zugeschneit ist.
Nun was? Ich wurde zurück zur… weiter lesen