03.11.2009 von Eva Schweitzer
Inzwischen bin ich auch in Frankreich berühmt – eine französische Touristin hat mich an Halloween fotografiert, als Hexe verkleidet, in der U-Bahn. Neben mir saßen eine winzigkleine Prinzessin Leia und ein vielleicht anderhalb Jahre altes Wildes Ding (dabei meinte unser Blogwart Matthias Bröckers, ich bräuchte gar kein Hexenkostüm, die Nerds würden gerade einen virtuellen Scheiterhaufen für mich errichten, vermutlich dadurch, indem sie ihre Prozessoren überhitzen, auf iTunes Symphatie for the Devil abspielen, und die Flammen durch heftiges Wedeln mit ihren Mousepads anfachen). Später, auf einer Fete, lernte ich eine Halloween-Version des Massenerregers Rush Limbaugh kennen. Er trug ein paar Pillendosen um den Hals, dazu kleine Teufelshörnchen.
Apropos, wie ich gerade von einem Kollegen erfahren habe, erregt sich Stefan Niggemeier in seinem Blog über mich. Niggemeier ist einer der bekannteren deutschen Blogger (obwohl ich ein ganz klein wenig den Verdacht habe, er “piggybacks”, wie Amerikaner sagen, auf meinen Pageviews).… weiter lesen
23.10.2009 von Eva Schweitzer
Wer glaubt, in Deutschland werde ein bisschen zu eifrig die Nazikeule geschwungen, der sollte sich mal in Amerika umschauen. J. J. Goldberg, Kolumnist der jüdischen Wochenzeitung Forward aus New York hat in dieser Woche ein paar Beispiele zusammengetragen, die einem die Nackenhaare so aufstehen lassen wie sonst nur der rechte Arm – na, lassen wir das Metaphernklavier mal im Stall.
Der neueste Aufreger geht auf Richard Land zurück, der Präsident der Southern Baptist Ethics and Liberty Commission; Southern Baptist sind eine in den USA sehr einflussreiche Freikirche, deren Mitglieder meistenteils weiße Südstaatler sind. Land wollte den “Josef-Mengele-Award” an Ezekiel Emanuel geben, den Berater von US-Präsident Barack Obama in Fragen der Gesundheitsreform und der Bruder von Obamas Stabschef Rahm Emanuel. Emanuel ist jüdischen Glaubens und hat die amerikanische und die israelische Staatsbürgerschaft (ähnliche Beschimpfungen bekam auch Barney Frank ab, ein liberaler, jüdischer, offen schwuler Kongressabgeordneter).
Das führt uns zu… weiter lesen
24.09.2009 von Eva Schweitzer
Heute beschäftigt sich die New York Times mit Deutschland. Das ist meist ein skurriles Ereignis weil die Times nie über Deutschland schreibt, sondern immer nur über das, was im Kopf eines jüdischen New-York-Times-Korrespondenten passiert, wenn er über Deutschland schreibt. Jedenfalls, der Autor ist Roger Cohen und er beklagt sich darüber, dass die Wahl in Deutschland so langweilig sei. Andererseits findet er es auch wieder gut, dass Deutschland langweilig ist, denn sonst würde Deutschland sofort in Polen einmarschieren. Desungeachtet findet es es aber auch schlecht, dass Deutschland langweilig ist, weil, es will nicht in Afghanistan und den Irak einmarschieren. Manchen Leute kann man aber auch gar nichts recht machen.
Roger Cohen war mal Deutschlandkorrespondent der Times, rückte dann zum Auslandschef auf — das war in der Zeit, als die Times die Massenvernichtungswaffen des Irak fand —, wurde aber im Rahmen der Judith-Miller-Affäre geräuschlos entsorgt und ist nun, ich weiß… weiter lesen