05.11.2009 von Eva Schweitzer
Die Yankees haben die World Series gewonnen, unser geliebter Bürgermeister Mike Bloomberg hätte beinahe die Wahlen verloren, Rudy Giulianis Polizeipräsident Bernie Kerik sitzt nun im Knast und Levi Johnston wird jetzt vielleicht doch nicht nackt auftreten, wg. zu viel Eis. Was das in Deutschland tobende ethnic cleansing zwischen Journalisten und Bloggern angeht, dazu hat Telepolis den denkbarst langweiligen Artikel geschrieben, wo es im wesentlichen darum geht, wer wann warum unter welchen Umständen wie viele Zeilen, Zeichen oder Pixels vom wem abkopieren darf, ohne belangt zu werden.
Naja, Amerikaner bloggen, um die eigenen Gedanken unters Volk zu bringen, und nicht die anderer Leute in verstümmelter Form. Hier ein Tipp: Einfach auch mal ausprobieren. Wer nichts zu sagen hat, findet sicherlich eine andere Freizeitbeschäftigung als ausgerechnet Pixelzählen.
Telepolis hat mich zwar um eine Stellungnahme gefragt, diese aber nicht veröffentlicht, aber ich finde, der email-Austausch sollte dem Leser nicht vorenthalten werden. Es geht… weiter lesen
21.10.2009 von Eva Schweitzer
Günter Wallraffs Film ist im Kino, beinahe jedenfalls, natürlich nicht in New York, und ich hoffe, das passiert auch nicht — etwas Peinlicheres als einen Deutschen in blackface, der aussieht, als habe er sein Halloween-Kostüm in einem 99-Cent-Laden gekauft, kann ich mir weit und breit nicht vorstellen. Es ist wie Borat, nur ohne Humor. Also deutsch. Irgendwie erinnert mich die ganze Inzenierung an die Szene in Kentucky Fried Movie, wo der Danger Seeker einen Helm aufsetzt, nach Harlem geht, sich zwischen murmelspielende Schwarze stellt und “Niggers” schreit, oder, wie man heutzutage sagt, das “N-Wort äußert”.
Apropos Halloween, in unserer Straße, der 43rd Street, liegt ein Halloween-Geschäft, das ganzjährig aufhat. Früher war hier einmal ein christlicher Buchladen. Inzwischen hängt an der Tür ein Zettel, auf dem steht, “Der christliche Buchladen ist seit zwei Jahren geschlossen. Er ist geschlossen, nicht umgezogen, hört auf uns zu fragen, wo er ist.” Vor… weiter lesen
14.09.2009 von Eva Schweitzer
Bin ich froh, dass ich in New York wohne und nicht in Deutschland, wo die Leute in der S-Bahn erschlagen werden. Jetzt fragen sich alle, was tun? Ist das vielleicht doch ein Fehler mit der Zivilcourage? Bei uns kümmert sich zum Glück die Polizei um Verbrecher, aber hier ein kleiner Tip für die Lieben daheim: Kauft euch ein Auto. Praktischer Nebeneffekt: Man wird nicht mehr von Radfahrern auf dem Bürgersteig belästigt.
Wir in New York haben unsere eigenen Probleme mit der U-Bahn. Wir haben nicht genug davon, und neue zu bauen, kostet eine Menge Geld. Deshalb versucht die Stadtverwaltung, einen Zuwachs an Quantität vorzutäuschen. Nach Park Slope, in Brooklyn, fährt seit neuestem die G Train. Die G Train ist die einzige Linie, die Manhattan nicht berührt, sie verläuft von Brooklyn nach Queens, und vor nicht allzulanger Zeit wurde noch vor der Linie gewarnt, die unter Slums entlangläuft, wo Mülltonnen brennen… weiter lesen
04.09.2009 von Eva Schweitzer
Es gibt Dinge, von denen man als Journalist glaubt, man würde sie niemals niederschreiben, etwa: Ich wurde von einem UFO entführt und in Nevada ausgesetzt, oder: Mein neuer Mac hat einen Systemabsturz, oder: Ich habe Westerwelle gewählt. Nun werde ich etwas schreiben, das ich bis vor kurzem für unmöglich gehalten habe: Ich bin auf einem Flughafen umgestiegen, der noch ätzender ist als Heathrow.
Tatsache, ich bin auf einem Flughafen umgestiegen, der noch ätzender ist als Heathrow, nämlich Charles de Gaulle in Paris. Nicht nur ist der Flughafen im Umbau begriffen, mit Brettern vernagelt und lässt einen völlig orientierungslos, man muss sich auch noch von mittelmäßig höflichen, nur französisch sprechenden Hilfskräften erklären lassen, wie man per Bus in ein anderes Terminal verschubt wird. Also, wenn Westerwelle Tegel offenhält, wähle ich Westerwelle.
Auch New York hat sich den Sommer über verändert. Das Hochhaus vor meinem Fenster ist beinahe fertig, erstaunlicherweise besteht die… weiter lesen