21.10.2009 von Eva Schweitzer
Günter Wallraffs Film ist im Kino, beinahe jedenfalls, natürlich nicht in New York, und ich hoffe, das passiert auch nicht — etwas Peinlicheres als einen Deutschen in blackface, der aussieht, als habe er sein Halloween-Kostüm in einem 99-Cent-Laden gekauft, kann ich mir weit und breit nicht vorstellen. Es ist wie Borat, nur ohne Humor. Also deutsch. Irgendwie erinnert mich die ganze Inzenierung an die Szene in Kentucky Fried Movie, wo der Danger Seeker einen Helm aufsetzt, nach Harlem geht, sich zwischen murmelspielende Schwarze stellt und “Niggers” schreit, oder, wie man heutzutage sagt, das “N-Wort äußert”.
Apropos Halloween, in unserer Straße, der 43rd Street, liegt ein Halloween-Geschäft, das ganzjährig aufhat. Früher war hier einmal ein christlicher Buchladen. Inzwischen hängt an der Tür ein Zettel, auf dem steht, “Der christliche Buchladen ist seit zwei Jahren geschlossen. Er ist geschlossen, nicht umgezogen, hört auf uns zu fragen, wo er ist.” Vor… weiter lesen
25.07.2009 von Eva Schweitzer
Warum ist Obama schwarz? Man könnte es sich einfach machen und sagen, weil nach den Rassetrennungsgesetzen der USA, die zu seiner Geburt galten, jeder schwarz war, der “einen Tropfen schwarzen Blutes” hatten; sowieso ein eher theoretisches Konstrukt, aber bei Obama dürfte der Anteil durchaus ununstritten sein. Ist es wichtig? Oh ja, es ist wichtig.
Es ist das einzige, was an ihm interessant und anders ist, deshalb hatte er auch die Unterstützung schwarzer Republikaner wie Colin Powell. Politisch steht er den Republikaner nicht so fern. Er beglückt die Wall Street, wird Guantanamo, wenn überhaupt, nur auf Kosten der Europäer schließen, stockt Truppen in Afghanistan auf und reduziert nicht wirklich die Truppen im Irak (die permanenten Basen bleiben); an die Krankenversicherung glaube ich, wenn sie meine erste Rechnung bezahlt. Nein, dass Besondere an Obama ist, dass er schwarz ist. Amerika redet über nichts anderes: Hat er sich im Fall des… weiter lesen