27.07.2009 von Eva Schweitzer
Ah – der Mann der Nachbarin ist entschwunden, ich habe die Wohnung wieder für mich allein! Für mich und natürlich für die beiden Katzen. Die neugierige Katze und ich haben schon eine gewissen Routine entwickelt: Ich gieße die Balkonpflanzen und sie springt hinter mir her wie ein kleiner Hund und versucht, den Wasserstrahl einzufangen. Auch die schüchterne Katze traut sich inzwischen ab und zu hinter mir her.
Als erstes mache ich ihnen aber Futter zurecht, das begeistert beide, erstaunlicherweise aber nur das Futteranrühren, das eigentlich Futtern geschieht eher langsam. Vorhin habe ich, nur so als Test, einen kleinen Rand vom Steak kleingeschnitten, und die neugierige Katze hat das ratz-fatz aufgefressen. Der Teil, wo sie etwas davon an die schüchterne Katze abgeben sollte, klappte dann nicht so gut, statt dessen kriegte ich einen Tatzenhieb ab. Danach probierte die neugierige Katze aus, welche Teile von mir noch essbar sind, vielleicht die Zehen?… weiter lesen
23.07.2009 von Eva Schweitzer
Meine beiden Katzen entwickeln sich prima. Ich habe inzwischen Nachbarin Eins und Nachbarin Zwei aus dem Weg geellbogt und sorge dafür, dass beide vernünftig ernährt werden (die Katzen, nicht die Nachbarinnen), und dass die neugierige Katze als auch die schüchterne Katze hinreichend bespasst werden. Die neugierige Katze möchte bloß, leider, dauernd aus der Tür und die Treppe hinauflaufen. Ja, wie Dick Cheney sagt, irgendwann ist Schluss mit der Freiheit.
Die neugierige Katze trabt dauernd wie ein kleiner Hund neben mir her und möchte am liebsten mit dem laufenden Wasserstrahl spielen, und am allerliebsten mit dem aus der Gießkanne. Deshalb habe ich ein paar Topfpflanzen, fürchte ich, fast ertränkt. Sorry. Ich mache mir ein bisschen Sorgen, dass die Katze nicht genug trinkt, denn stehendes Wasser rührt sie nicht an. Vorsichtshalber habe ich ihr auch kein Huhn gegeben, denn das ist gesalzen. Vielleicht schieße ich morgen mal eine Taube nieder.
Die schüchterne… weiter lesen
15.07.2009 von Eva Schweitzer
Obama möchte, so erfahre ich aus deutschen Zeitungen, die Kriegsverbrechen der Bush-Regierung nur ganz ungerne aufarbeiten, weil er sich nämlich darum kümmern muss, eine Krankenversicherung in den USA aufzubauen. Eine Krankenversicherung! Ich habe ja Verständnis, in Deutschland war es 1945 auch wichtiger, zerbombte Häuser wieder aufzubauen. Aber Amerika hat es ganz gut geschafft, den Irakkrieg anzufangen ohne eine Krankenversicherung, was rede ich, schon beim Vietnamkrieg gab es keine Krankenversicherung, da dürfte es auf ein paar Jahre mehr nicht drauf ankommen.
Der eigentliche Grund ist natürlich, dass der Irakkrieg und Guantanamo keine Privataktionen von George W. Bush waren, dahinter stand Amerika mit einer soliden Zwei-Drittel-Mehrheit. Die bröckelte erst, als die irakischen Aufständischen Landgewinne machten. Da guckt keiner so gerne in den Spiegel. Und Obama wurde gewählt, um Amerikanern das ersehnte wir-sind-wieder-wer, wir-sind-die-moralische-Führungsriege-des-Planeten-Gefühl wiederzugegeben. Wenn er statt dessen Folterprozesse initiert, dürften seine Ratings rasch die gleichen Niedrigwerte erreichen wie die seines Vorgängers.… weiter lesen
13.07.2009 von Eva Schweitzer
Gestern habe ich den deutschen Trailer von Brüno gesehen, der mich schwersttraumatisiert zurückgelassen hat, weniger wegen des Films, die Ausschnitte sind ja schon alle sattsam beschrieben worden, nein, wegen der Synchronisation. Ob die textmäßig das Original trifft, weiß ich nicht, aller Erfahrung nach nein, aber das schlimmste ist, Brüno spricht deutsch! Hochdeutsch! Hochdeutsch mit einem leichten amerikanischen Akzent! Er klingt wie ein Piefke, der ein paar Jahre in Houston, Texas, gelebt hat, aber auf überhaupt keinen Fall wie ein Österreicher. Wie schwer wäre es gewesen, den mit Wiener Schmäh zu synchronieren? Da war ja Bully Herbig als Winnetouch noch lustiger!
Nun aber wieder zu meiner Serie: Der Redakteur. Kommen wir heute zu einer eher traurigen Species: Der Redakteur, der kein Geld hat für Spesen und eigentlich auch sonst keines. Leider nimmt der in diesen Zeiten überhand, denn die Zeitungen müssen alle, alle sparen. Damit kann ich leben, shit… weiter lesen
20.06.2009 von Eva Schweitzer
Die amerikanischen Medien sind furchtbar aufgeregt über die Demonstrationen im Iran. Endlich dürfen sie mal voller Begeisterung auf Seiten der Demonstranten zu berichten, statt sich – wie bei der Wahlfälschung in Florida – brav auf die Seite der Regierung zu stellen. CNN hat ein neues Gerät entwickelt, um Leute im Iran zu interviewen, es sieht aus wie ein etwas dickerer Kugelschreiber, hat aber ein Mikrofon eingebaut, eine Minikamera, und kann Daten direkt nach Atlanta senden.
Ich wünschte, sie würden mich damit mal interviewen, dann würde ich den Reporter auf einen Schnaps einladen, ihn abfüllen und ihm dann die Kugelschreiberkamera entwenden. So was könnte ich wirklich gut gebrauchen, und in den Zeiten, wo wir über die Lockerung des Urheberrechts reden, sollte das auch möglich sein; der Materialwert des Dinges ist sicher weniger als der Schnaps, den ich ausgebe.
Ich frage mich allerdings: Ist es wirklich so schlau, das Gerät stolz im… weiter lesen
09.06.2009 von Eva Schweitzer
Die amerikanische Presse empört sich, dass Nordkorea zwei amerikanische Journalistinnen koreanischer Herkunft, Euna Lee und Laura Ling, zu zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt hat; die beiden wollten für den US-Minisender Current einen Film über die Zustände in Nordkorea drehen, ohne Drehgenehmigung natürlich; vermutlich sind sie in der Nähe der chinesischen Grenze entführt und ausgeliefert worden.
Nur, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, Nordkorea ist eine brutale Diktatur ohne einen Funken von Menschenrechten, zwölf Jahre Arbeitslager für den Versuch, einen Film zu drehen, ist tatsächlich empörend (wobei die beiden wahrscheinlich früher oder später freigekauft werden), und je eher welcher Kim auch immer dran ist, von der Macht verschwindet, desto besser.
Dass sich aber ausgerechnet Amerikaner aufregen, ist heuchlerisch. Tatsächlich regulieren es auch die USA, welche Ausländer innerhalb ihrer Grenzen Filme machen oder Artikel schreiben dürfen. In der Regel werden Ausländer, die ohne Genehmigung der US-Regierung journalistisch tätig werden, zwar nur… weiter lesen
05.06.2009 von Eva Schweitzer
Junge, Junge, diese Piratenpartei, das scheint ja eine Galeere voller Sensibelchen zu sein. Da ruft man zu ihrer Wahl auf, und die meckern immer noch. Hoffentlich müssen die nicht mal ein echtes Schiff entern. Da würden die wahrscheinlich in Tränen ausbrechen, wenn der Klabautermann sie anruffelt.
Vielleicht kann sich einer der Herren verkannte Genies mal nützlich machen und mir kurz erklären, wie ich mein IMovie-Programm dazu bringe, Videos von meinem Blackberry einzulesen (und ja, ich habe Missing Sync). Dann brauche ich nicht zur Genius Bar in die Fifth Avenue zu dackeln, wo Horden von deutschen Touristen die Sicht auf das Empire State Building verstellen. Dafür würde ich mich bereit erklären, kostenfrei die Tipp- und Grammatikfehler aus euren Kommentaren zu entfernen.
Nun zu etwas vollkommen anderen: SPIEGEL Online. Bei SPIEGEL Online läuft gerade eine Serie eines amerikanischen Historikers namens Peter Baldwin, der sein neues Buch in Deutschland verkaufen will und auf… weiter lesen