31.10.2011 von Jannis Hagmann
Ich schließe den Blog vorerst, da ich wieder zurück in Berlin bin. Um auf dem Laufenden zu bleiben, empfehle ich die Facebook-Seite von “Occupy Frankfurt” und die Website, auf der Ihr in der Mediengalerie auch einen Livestream und das Internet-Radio aus dem Camp findet!
Vielen Dank für’s Lesen!
28.10.2011 von Jannis Hagmann
Zwischen Feuertonnen und Deals mit dem Ordnungsamt – hier treffen Welten aufeinander. Zu Besuch im Camp der Occupy-Aktivisten in Frankfurt.
FRANKFURT/M. taz | Über den Schuldenschnitt diskutieren sie nicht. Auch Rettungsschirme und Staatspleiten stehen nicht auf der Tagesordnung. Es gibt Dringenderes zu besprechen. → weiterlesen auf taz.de
23.10.2011 von Jannis Hagmann
Nach der Demo ist im Camp wieder Alltag eingekehrt, nachdem in den letzten Tagen Anspannung in der Luft lag und die Nerven der OrganisatorInnen blank lagen. Im Moment gibt ein Mainzer Liedermacher ein Konzert. Und auch die vielen Trommler und Gitarristen werden sicherlich nicht so bald abreisen.
Am Samstag konnte das einhundertste Zelt gefeiert werden. Heute kamen noch einmal fünf dazu. Auch auf Facebook hat die „Occupy Frankfurt“-Seite die 12.000er-Marke knacken können. Außerdem ist in den letzten Tagen die Infrastruktur des Camps weiter angewachsen. Mehrere größere Zelte und Pavillons kamen dazu, in denen zum Beispiel kleinere Versammlungen abgehalten werden können.
„Jetzt müssen wir erstmal wieder zur Ruhe kommen und uns um unsere innere Geschlossenheit kümmern“, erzählte mir Anousha, 21, gestern nach der Demo. Sie gehört zum aktiven Teil der CamperInnen. Nicht wenige im Camp sind eher passiv. Auch viele Obdachlose und Alkoholisierte halten sich im Camp auf. Das ist… weiter lesen
22.10.2011 von Jannis Hagmann
Bei erneuten Protesten gegen die Macht der Finanzmärkte und für mehr Demokratie kommt es zum Zoff um die Deutungshoheit. Auch die NPD mobilisiert
FRANKFURT taz | “Wir sind 99%”, verkündet ein Plakat im Frankfurter “Occupy”-Camp. Unbemerkt hat jemand über Nacht darüber gesprüht: “1%, die arbeiten”. Keine Aufregung. Heißer Tee und Kaffee zum Aufwärmen sind für den Moment, wenige Stunden vor Beginn der nächsten “Occupy”-Demonstration, wichtiger. Auch der Aufruf des NPD-Kreisverbandes Frankfurt, sich unter die Demonstrierenden zu mischen, sorgt nicht mehr für viel Gesprächsstoff an diesem Samstagmorgen.
Doch nicht nur die NPD und “Occupy” haben zum Protest aufgefordert. Auch ein Zusammenschluss euroskeptischer Gruppierungen namens “Aktionsbündnis Direkte Demokratie” hat für den Morgen eine Demonstration angemeldet – vor dem Haupteingang des Protestcamps.
Einige Zelte mussten abgebaut werden, um dem Bündnis Platz zu machen. “Hier im Camp will man mit denen nichts zu tun haben”, distanziert sich Claudia Keth aus dem Camp. “Soweit… weiter lesen
21.10.2011 von Jannis Hagmann
Gerade traf im Camp die Nachricht ein, dass der NPD-Kreisverband Frankfurt a.M. dazu aufruft, sich der heutigen Occupy-Demonstration anzuschließen, die sich um zwölf Uhr am Rathenauplatz in Bewegung setzen soll. Auf ihrer Homepage schreiben die Rechtsradikalen: “Wie wäre es zum Beispiel, wenn ihr Euch einfach der nächsten Demo der Occupy-Bewegung in Frankfurt anschließen würdet? (…) Okkupiert Occupy!”
21.10.2011 von Jannis Hagmann
Heftige Diskussionen sind über die “Zeitgeist”-Bewegung und ihre Rolle im Frankfurter “Occupy”-Camp ausgebrochen. Nachdem die Bewegung bereits gestern auf der Asamblea thematisiert worden war, sorgte ein Workshop über “ressourcenorientierte Wirtschaft” für Unmut im Camp. Die Vortragenden hatten sich nicht von Anfang an deutlich als Anhänger bzw. Sympathisanten der Bewgung ausgegeben, die mit strikt wissenschaftlichen Methoden das nachhaltige Überleben der Menschheit sichern will. Andere Camper warfen ihnen sektenhaftes Verhalten vor.
Auch ein Artikel, der in heute in der taz erschien, wurde diskutiert und von Anhängern der Bewegung als falsch zurückgewiesen. Der Autor des Artikels hatte gewarnt: “Die Occupy-Demonstranten sollten aufpassen, dass sie nicht von einer obskuren Bewegung unterspült werden – falls das nicht ohnehin schon passiert ist.”
21.10.2011 von Jannis Hagmann
Unter massivem Polizeiaufgebot ist heute ein spontaner Demonstrationszug des Aktionsbündnisses “Schlaflos in Frankfurt” am Protestcamp vorbeigezogen. Die Studierenden, die gegen Wohnungsnot in Frankfurt demonstrierten, hielten vor dem “Occupy”-Camp eine Zwischenkundgebung.
Donnerstag Nacht hatten Studierende ein Haus in der Schumannstr. 60 besetzt. Auch einige Camp-TeilnehmerInnen waren dabei. Die Polizei räumte das besetzte Haus noch in der Nacht. Die Camper, von denen nur wenige Studierende sind, jubelten dem heutigen Protestzug zu, schlossen sich ihm aber nicht in großer Zahl an. 25 Polizeiwagen folgten dem Zug.
21.10.2011 von Jannis Hagmann
Matthias, 38, ist vor zwei Jahren zum Islam konvertiert. Im Rahmen von “Occupy Frankfurt” mobilisiert er in Moscheen und setzt sich für ein gerechteres Bankwesen ein.
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Matthias, du hast heute für die Demonstration mobilisiert?
Ja, ich habe in Moscheen hier in Frankfurt Flyer verteilt für die Demo morgen. Die meisten wollten erstmal wissen, worum es überhaupt geht. Aber die Akzeptanz war auf jeden Fall da. Viele meinten danach, dass sie ihre Leute zusammentrommeln und morgen auch kommen.
Warum wirbst du gerade in Moscheen?
Ich habe im Fernsehen ein tolles Bild von “Occupy Wallstreet” gesehen, da hieß es: “Let’s bank the Muslim way!”. Und das bedeutet keinen Zins zu nehmen. Es gibt islamische Banken, die dir 1000€ leihen und du zahlst 1000€ zurück und nicht mehr. Fertig aus. Du wirst nicht über den Tisch gezogen. Wenn man die ganzen Religionen anschaut, auch die christliche und jüdische, sieht man,… weiter lesen
21.10.2011 von Jannis Hagmann
Die Nerven im Camp liegen blank. Der Ton wird immer schärfer und das Wort Demo-Burnout liegt in der Luft. Eine große Gesprächs- und Vorstellungsrunde von 70 Leuten sollte heute die Spannungen im Camp abbauen. Von ArbeiterInnen über Arbeitslose und Studierende bis hin SchülerInnen und Akademikern waren die unterschiedlichen Gesichter des Camps alle vertreten.
Der Konflikt: Verantwortlichkeiten haben zu Rollen geführt. Eine relativ kleine Gruppe von Aktiven hat die Leitung des Camps übernommen, was zumindest theoretisch von allen strikt abgelehnt wird. Menschen mit Bändern um den Arm dagegen haben das Gefühl, dass der Großteil der Camper passiv ist und das Leben im Camp genießt, während einige wenige alles geben, um die Bewegung am Leben zu erhalten und für die Demo morgen zu mobilisieren. Ein gemeinsamer Power-Schrei, bei dem sich alle an den Händen hielten, beendete die Runde. Fazit: “Es gibt hier keine Hierarchien!”
21.10.2011 von Jannis Hagmann
Am Samstag soll erneut gegen die Macht der Finanzmärkte demonstriert werden. Die AktivistInnen im Frankfurter Protestcamp bekommen Konkurrenz aus dem rechten Spektrum
Die deutsche “Occupy”-Bewegung geht in die zweite Runde. In zahlreichen deutschen Städten wollen Menschen auf die Straße gehen, um gegen die Macht der Finanzmärkte und für mehr Demokratie zu demonstrieren. Konkreter Anlass ist der für Sonntag geplante EU-Gipfel in Brüssel, auf dem ein weiteres Bankenrettungspaket beschlossen werden soll.
In Frankfurt, dem Zentrum der deutschen “Occupy”-Bewegung, soll sich ein Demonstrationszug um zwölf Uhr vom Rathenauplatz in Richtung Europäische Zentralbank (EZB) in Bewegung setzen. Zudem konnten die Veranstalter eine Zwischenkundgebung vor der Deutschen Bank durchsetzen. Neben verschiedenen kleinen Gruppierungen haben der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Antifa sowie das globalisierungskritische Netzwerk Attac zu der Demonstration aufgerufen, für die laut Ordnungsamt 2000 TeilnehmerInnen angemeldet sind.
Auch die Rechtspopulisten wollen demonstrieren
Zeitgleich wollen auch AnhängerInnen von rechtspopulistischen Gruppierungen gegen die Eurorettung auf die… weiter lesen