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	<title>Ökosex</title>
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	<description>Martin Unfrieds Ökosex beschäftigt sich mit emotionaler Klimaintelligenz, mit der Kultur und Emotion von solarer Effizienz und Ökologie</description>
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		<title>Mehr Ordnungsrecht, bitte!</title>
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		<pubDate>Tue, 21 May 2013 07:01:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ökosex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökosex | Ökotainment]]></category>
		<category><![CDATA[Gasheizungsverbot]]></category>
		<category><![CDATA[Ordnungsrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right"><span style="color: #999999"><sup>21.05.2013 | KOMMENTAR VON MARTIN UNFRIED</sup></span></p>
<h1 style="text-align: center">Mehr Ordnungsrecht, bitte!</h1>
<p style="text-align: center"><strong>DEBATTE ENERGIEWENDE: Das dänische Öl- und Gasheizungsverbot ist Vorbild: Die Umweltpolitik braucht mehr Vorschriften, der<br />
Markt wird es nicht richten</strong><br />
Der Artikel wurde am 21.05.2013 auf taz.de veröffentlicht: <a href="http://www.taz.de/!116541/" title="Mehr Ordnungsrecht, bitte!">http://www.taz.de/!116541/</a></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/oekosex/?flattrss_redirect&amp;id=149&amp;md5=97a6987e36dfeb74bfcbc0b868c6aebc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/oekosex/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Welzer 5 : Fücks 5</title>
		<link>http://blogs.taz.de/oekosex/2013/04/07/welzer-5-fucks-5/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Apr 2013 08:16:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ökosex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökosex | Ökotainment]]></category>
		<category><![CDATA[Postwachstumsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wachstum]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right"><span style="color: #999999"><sup>07.04.2013 | Sonntag | Ökosex</sup></span></p>
<h1 style="text-align: center">Welzer 5 : Fücks 5</h1>
<p style="text-align: center"><strong>Hält geistig fit: Zwei Weltenrettungsbücher mit gegensätzlichen Standpunkten synchronlesen</strong></p>
</p>
<p>Es gibt zwei große Ökosex-Trends nach Ostern 2013. Denken und Tun. Erst zum Tun. Mineralwasser trinken in der Kneipe und zuhause ist bekanntlich super uncool. Ich frage jetzt in jedem Schuppen immer nach Leitungswasser, weil Leitungswasser einfach besser schmeckt. Die anderen Gründe muss ich ja nicht mehr nennen. Zum Leitungswasser gibt es einige tolle Kampagnen. Bei mir in den Niederlanden und in Belgien ist das beispielsweise “krnwtr”, das ist eine witzige Abkürzung von kraanwater, Leitungswasser (<a href="http://www.krnwtr-drinkkraanwater.nl">www.krnwtr-drinkkraanwater.nl</a>). Sehr gut finde ich auch “<a href="http://www.soulbottles.com">soulbottles.com</a>”. Das ist ein deutsch-österreichisches Start-up. Da kann man mit bescheidenen Beträgen gerade einiges in Gang setzen (<a href="http://www.startnext.de/soulbottles-and-soulwater">www.startnext.de/soulbottles-and-soulwater</a>). Das mache ich, weil mir das Design der Soulbottles super gefällt.</p>
<p><span id="more-144"></span></p>
<p>Vom Tun kommt man schnell zum Denken. Macht das wirklich Sinn, was ich tue? Der neue Trendsport heißt Synchronlesen von Büchern mit unterschiedlicher Ansage. Das hab ich an Ostern gemacht. Ich habe Harald Welzers “<a href="http://d-nb.info/1028142358">Selbst Denken</a>” und Ralf Fücks “<a href="http://d-nb.info/102909876X">Intelligent Wachsen</a>” nebeneinander gelegt. Da geht es ja schlicht darum, wie die Welt ein bisschen besser werden könnte. Ob “grünes Wachstum” die Lösung ist (Fücks) oder der Bruch mit der Wachstumslogik und der persönliche Widerstand (Welzer) gegen das zerstörerische Geschäftsmodell der Mineralölkonzerne, der Agrarindustrie, des Finanzsektors. In beiden Büchern geht es intellektuell zur Sache. Der “Futur II” Bedenker Harald Welzer meint zu Recht, die fixe Idee vom grünen Wachstum und der Entkopplung von Energie- und Ressourcenverbrauch sei ein grüner Pudding, den man meint sowohl haben zu können als auch zu verspeisen (englisches Sprichwort<sup>1</sup>). Er nennt grünes Wachstum eine “alchimistische Perspektive”, also etwas sehr Irreales.</p>
<p>Der Chef der Heinrich Böll-Stiftung Ralph Fücks dagegen teilt zu Recht aus gegen derartigen Pessimismus und Postwachstumsprosa: angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung mit all ihren Nöten, Wünschen und Ambitionen grenze der Traum von der Postwachstumsgesellschaft an Realitätsflucht. Der Schlüssel für nachhaltiges Wachstum liege in einer Entkopplung von Wertschöpfung und Naturverbrauch. Natürlich widerspricht Welzer zu Recht: Keine Entkopplung, nirgends. Nur Verrückte könnten glauben, dass es in einer physikalisch begrenzten Entität von allem immer mehr geben könnte. Schon national verschwinde die Entkopplung ins Reich der Phantasie, global gehe das schon gar nicht. Hinter Welzer steht natürlich Niko Paech, der ausgiebig zitiert wird: “Unter den Bedingung eines beständigen Wirtschaftswachstums sei es unmöglich, die Ökosphäre absolut zu entlasten.”</p>
<p>Worauf Fücks im Geiste von Ernst Ulrich von Weizsäcker zurecht entgegnet, wir sollten Begeisterung für eine grüne industrielle Revolution wecken und insbesondere gewaltige Investitionen in Umwelttechnologien. Er macht sich dann über Welzer lustig, der meint, weil das Klimaproblem durch Technikeinsatz entstanden sei, könne Technikeinsatz als Teil des Problems nicht die Lösung sein. Genauso könne man laut Fücks der Demokratie, die uns in die Misere geführt habe, die Fähigkeit absprechen, die Probleme zu lösen. Welzer wiederum sieht zu Recht die Notwendigkeit gegen eine Politik Widerstand zu leisten, die Zukunftsfeindlichkeit unterstützt und fördert. Sein Thema ist die politische Heimatlosigkeit des Befürworters der nachhaltigen Moderne. Kein politischer Akteur würde heute gegen die Absichten von BP, Exxon, Gazprom vorgehen, weil beispielsweise auch der Aufstieg der Mittelklassen in den Schwellenländern daran hänge. Das ethisch wünschenswerte Ziel global nur annähernd egalitärer Wohlstandsniveaus stehe deshalb im Widerspruch zu allen Nachhaltigkeitszielen. Nun ist für Welzer die Schlussfolgerung daraus nicht etwa, dass man den Wohlstandzuwachs bei den Armen nicht zulassen solle, sondern die Forderung richtet sich an uns: wir müssen die Komfortzone verlassen, verzichten, abgeben und andere Modelle des Verteilens, Wirtschaftens und Lebens entwickeln. Allerdings nicht durch schöne Appelle, sondern durch gutes Tun (Funny van Dannen), durch die Nutzung unserer Handlungsspielräume.</p>
<p>Das findet Fücks nun zu Recht wieder naiv und sehr auf Europa zentriert: gegen den ökologischen Calvinismus (Sloterdijk) spreche, dass Vielfalt von Optionen, Konsumfreiheit, Mobilität, Geschwindigkeit unmittelbar mit der Moderne verbunden seien. Diese Phänomene seien keine äußerlichen Attribute, sondern Daseinsformen des modernen Individuums. Wo Fücks meint, es gehe nicht um ein Programm der Menschenverbesserung, plädiert Welzer für eigene “moralische Streckübungen” (Günther Anders), um eigens Handeln zu ändern im Angesicht des zerstörerischen Potentials unserer Lebenspraxis.</p>
<p>Puuuh, Synchronlesen ist natürlich heavy. Das hört sich jetzt tatsächlich nach großen Meinungsverschiedenheiten an. Aber wie gesagt, hier geht es ums Denken. Für das Tun hat das eigentlich keine Auswirkung. Beide plädieren für Ökosex. Mal in lila, mal in blau.</p>
</p>
<p style="text-align: right">MARTIN UNFRIED ÜBER ÖKOSEX</p>
</p>
<p>Links zur Kolumne:<br /> <a href="http://www.krnwtr-drinkkraanwater.nl">http://www.krnwtr-drinkkraanwater.nl</a> <br /> <a href="http://www.soulbottles.com">http://www.soulbottles.com</a> <br /> <a href="http://www.startnext.de/soulbottles-and-soulwater">http://www.startnext.de/soulbottles-and-soulwater</a> <br /> <a href="http://d-nb.info/1028142358">Selbst denken : eine Anleitung zum Widerstand / Harald Welzer | KATALOG DER DEUTSCHEN NATIONALBIBLIOTHEK: http://d-nb.info/1028142358</a> <br /> <a href="http://d-nb.info/102909876X">Intelligent wachsen : die grüne Revolution / Ralf Fücks | KATALOG DER DEUTSCHEN NATIONALBIBLIOTHEK: http://d-nb.info/102909876X</a></p>
<p><sup>1)</sup> &#8220;You can&#8217;t have your cake and eat it.&#8221; | Wörtlich: &#8220;Man kann nicht gleichzeitig den Kuchen essen und behalten.&#8221; | Deutsche Entsprechung: &#8220;Man kann nicht alles haben.&#8221; Quelle: <a href="http://de.wikiquote.org/wiki/Englische_Sprichw%C3%B6rter">http://de.wikiquote.org/wiki/Englische_Sprichw%C3%B6rter</a></p>
<p>07.04.2013 | Sonntag | Ökosex | Welzer 5 : Fücks 5 | Hält geistig fit: Zwei Weltenrettungsbücher mit gegensätzlichen Standpunkten synchronlesen | <a href="http://oekotainment.eu/archiv/html/welzer-5-fuecks-5/">www.oekotainment.eu/archiv/html/welzer-5-fuecks-5/</a> | <a href="http://www.oekotainment.eu/20130407a/">www.oekotainment.eu/20130407a</a> | 20130407oekosex-welzer-5-zu-fuecks-5.pdf</p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/24159d09a0b7441fa0945bf664b8742e" alt="VG WORT Zählmarke für HTML Texte" height="1" width="1" /></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/oekosex/?flattrss_redirect&amp;id=144&amp;md5=35e1e522f7211850c27bd6cb1ccdbac3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/oekosex/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Atomreaktoren an der Maas</title>
		<link>http://blogs.taz.de/oekosex/2013/03/17/atomreaktoren-an-der-maas/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Mar 2013 15:55:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ökosex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökosex | Ökotainment]]></category>
		<category><![CDATA[Anti-Atom-Demo]]></category>
		<category><![CDATA[Atomreaktoren]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right"><span style="color: #999999"><sup>17.03.2013 | Sonntag | Ökosex</sup></span></p>
<h1 style="text-align: center">Atomreaktoren an der Maas</h1>
<p style="text-align: center"><strong>Am Fukushima Gedenktag musste ich demonstrieren: ich wäre lieber auf dem Sofa geblieben</strong></p>
<p>Mein Traum am Jahrestag von Fukushima: Freunde von Kohle und Atomkraftwerken in der ganzen Welt müssen eines Tages bei fieser Kälte auf die Straße, um für ihre Lieblinge zu demonstrieren. Sie müssten das deshalb, weil überall Atom und Kohle dann per Gesetz längst verboten sind. Und bei dieser pro Atomdemo soll es dann so richtig fies regnen, aber so richtig heftig. Das könnte beispielsweise so ein Eisregen sein, der einem scharf ins Gesicht schneidet.</p>
<p><span id="more-129"></span></p>
<p>Das wäre für mich eine kleine Gutmachung für die vielen Demostunden, die wir Atomkraftgegner und Freunde der solaren Effizienzrevolution in unseren Leben schon mitgemacht haben. Ja, im Sommer sage ich immer zu meinem Kindern, da kann ja jeder demonstrieren! Im Winter macht es echt keinen Spaß. Meine Kinder, um deren Zukunft es doch geht, blieben deshalb am Sonntag lieber daheim und ließen uns Alte mit unserer Fahne vor dem Kühlturm stehen.</p>
<p>Ja, das kennt ihr in Deutschland gar nicht mehr, was? So richtige Atomdemos, wo man “abschalten” ruft und so? Und dann spielt ‘ne Trommelband und alle gucken heiter und dann wieder ganz grimmig. Zu heiter ist ja auch nicht gut, weil es eben doch gegen Atom geht. Ich war, ehrlich gesagt aus ganz egoistischen Gründen letzten Sonntag mal wieder am Ort der Kernspaltung.</p>
<p>Nur 50 Kilometer von meinem Haus in Maastricht entfernt, stehen im belgischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Tihange">Tihange</a> an der Maas drei Reaktoren. Und die sind nicht mehr ganz so jung, der älteste ging bereits 1975 in Betrieb. Für unsere jüngeren LeserInnen: die Handwerkerrechnungen damals in der technologischen Steinzeit wurden noch auf der mechanischen Schreibmaschine geschrieben. Und wahrscheinlich haben die auch das Risiko eines GAUs noch mit dem Rechenschieber berechnet.</p>
<p>Beton ist ja bekanntlich, was man daraus macht. Und der Beton von einem der drei Blöcke hat ein kleines Problem. Im August 2012 wurde Block 2 vom AKW in Tihange heruntergefahren, nachdem man Risse am Reaktorbehälter fand. Nachforschungen ergaben aber, dass diese Risse schon 1979 während des Baus entdeckt wurden. Das sei deshalb kein Grund zur Beunruhigung, sagt der Betreiber. Wie jeder weiß, kann man Unternehmen – egal ob die in Belgien, Deutschland oder Japan Atomkraftwerke betreiben – volle 50% vertrauen.</p>
<p>Wenn die also sagen, dass mit den Rissen sei überhaupt kein Problem, dann wird es zur Hälfte sicher stimmen. Aufgeklärt, kritisches Vertrauen darf man natürlich auch in die Atomaufsichtsbehörden haben, die das alles nicht für wirklich problematisch halten. Und weil in Belgien immer noch darum gerungen wird, wie lange die Reaktoren eigentlich noch laufen sollen, kommt es auf jeden Pressebericht, jedes Foto, jede Fernsehreportage an. Deshalb standen wir also in der Kälte rum.</p>
<div id="attachment_130" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blogs.taz.de/oekosex/files/2013/03/20130310-1527martin-unfried-atomreaktoren-an-der-maas.jpg" rel="lightbox[129]"><img class="size-medium wp-image-130" src="http://blogs.taz.de/oekosex/files/2013/03/20130310-1527martin-unfried-atomreaktoren-an-der-maas-300x225.jpg" alt="Martin Unfried auf der Anti-Atom-Demo in Tihange am 10.03.2013" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Martin Unfried auf der Anti-Atom-Demo in Tihange am 10.03.2013</p></div>
<p>Ein schöner Nebeneffekt: man lernt die Gegend kennen. Tihange liegt übrigens bei Huy (sprich Hui), und das ist in der Nähe von Liège (Lüttich), beides in Wallonien, wo man französisch spricht. Es war natürlich nicht nur kalt auf der Demo, sondern das Schöne waren die grenzenlose Internationalität und das Multisprachenregime. Da waren nämlich Busse aus NL und D gekommen, um mit den französischen und flämischsprachigen Belgiern zu demonstrieren. Es waren ehrlich gesagt fast mehr Leute aus der Aachener und Maastrichter Gegend als Einheimische.</p>
<p>Aber in Europa darf sich auch Strahlung bekanntlich frei bewegen: wir sind im Fall eines Unfalls auch Einheimische, denn es ist dieselbe Maas, die am Atomkraftwerk und bei uns vorbei strömt. Im Juli 2012 wurde anscheinend bekannt, dass das Abklingbecken von Tihange 1 pro Tag etwa zwei Liter radioaktiven Wassers verliert. Nun wurde auch die niederländische Politik plötzlich aktiv. Die nationale Jodpillenreserve lagert immer noch im Norden. Jetzt wurde uns von lokalen Politikern versprochen, dass Jodpillen auch zu uns in den Süden gebracht werden sollen. Ich wünschte, in manchem Büro käme es plötzlich zu einem Eisregen.</p>
<p style="text-align: right">MARTIN UNFRIED ÜBER ÖKOSEX</p>
<p>Links zur Kolumne:<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Tihange">http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Tihange</a></p>
<p>17.03.2013 | Sonntag | Ökosex | Atomreaktoren an der Maas | Am Fukushima Gedenktag musste ich demonstrieren: ich wäre lieber auf dem Sofa geblieben | <a href="http://oekotainment.eu/archiv/html/atomreaktoren-an-der-maas/">www.oekotainment.eu/archiv/html/atomreaktoren-an-der-maas/</a> | <a href="http://www.oekotainment.eu/20130317a/">www.oekotainment.eu/20130317a</a> | 20130317oekosex-atomreaktoren-an-der-maas.pdf</p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/62024cb97d3f4336aa64a0aeb832a86c" alt="VG WORT Zählmarke für HTML Texte" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/oekosex/?flattrss_redirect&amp;id=129&amp;md5=0e391d36af9de021ae93ede450040bba" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/oekosex/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>12 Thesen zu den gesellschaftlichen Herausforderungen der Energiewende</title>
		<link>http://blogs.taz.de/oekosex/2013/02/24/12-thesen-zu-den-gesellschaftlichen-herausforderungen-der-energiewende/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Feb 2013 08:12:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ökosex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökosex | Ökotainment]]></category>
		<category><![CDATA[gesellschaftliche Energiewende-Thesen]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1 style="text-align: center"><a href="154971" target="_top"><span style="color: #999999;font-family: Bauhaus 93;font-size: 12pt">gesellschaftliche Energiewende-Thesen </span></a></h1>
<p style="text-align: right"><sub><strong>Langfassung</strong> | <a href="http://oekosex.eu/archiv/html/12-thesen-zu-den-gesellschaftlichen-herausforderungen-der-energiewende/kurzfassung/" class="internalSameWindow">Link zur Kurzfassung</a></sub></p>
</p>
<h2><span style="color: #ff0000">1. Ohne gesellschaftlichen Wandel keine umfassende Energiewende</span></h2>
<p>Das Gelingen einer umfassenden Energiewende (also nicht nur beschränkt auf den Bereich Strom) ist nicht allein von technischen und ökonomischen Voraussetzungen abhängig. Gesellschaftliche Voraussetzungen wie Lebensstil- und Konsummuster und vor allem die gesellschaftliche Akzeptanz politisch gesteuerter Energiepreise und ambitionierten Ordnungsrechts sind wichtige Bedingungen für zukünftige Entwicklungen und politische Mehrheitsentscheidungen. Diese gesellschaftlichen Voraussetzungen sind nicht festgeschrieben, sondern durch Politik und Gesellschaft veränderbar.<br />Die technischen und ökonomischen Voraussetzungen und Pfade einer umfassenden Energiewende sind bereits in unzähligen Studien und Szenarien untersucht. Für den umfassenden gesellschaftlichen Wandel als Voraussetzung einer Energiewende beispielsweise in den Bereichen Strom, Gebäude und Verkehr gibt es diese umfassenden Studien und entsprechende Szenarien nicht.<br />Es gibt bisher auch keine ernsthafte Debatte über gesellschaftliche Voraussetzungen. Dagegen gibt es reflexartige Verweise auf moralische Fragen, wenn es um Lebensstil und umweltgerechtes Verhalten geht.</p>
<p><span id="more-116"></span></p>
<h2><span style="color: #ff0000">2. Lebensstil- und Konsumfragen und politische Haltungen einer Gesellschaft haben nur am Rande mit der Moral des Einzelnen zu tun</span></h2>
<p>Private politische Haltungen, Lebensstil und Konsum sind Ausdruck kultureller Prozesse (z.B. Werte, Konsumleitbilder, Moden). Sie sind eingebettet in wirtschaftspolitische Entscheidungen (Industriepolitik, Steuerpolitik) und entsprechende Ordnungspolitik (Ge- und Verboten, technische Standards, Produktdesign-Gesetzgebung). Die heutige autozentrierte deutsche Verkehrspolitik wird nicht nur mit Werbemilliarden emotional unterstützt, mit öffentlich finanzierter Infrastruktur ermöglicht, mit Steuerrecht begünstigt (Dienstwagen, Pendlerpauschale), sondern ebenso mit rigidem Ordnungsrecht flankiert (Versicherungspflichten, Baurecht, Parkraumbewirtschaftung). Die gesellschaftlich gewollten privaten und öffentlichen Investitionen in PKWs (Neuwagen im Durchschnitt 25000 Euro mit hohen Verbräuchen) entziehen sich einer strengen individuellen und volkswirtschaftlichen Kostenlogik. Sie sind offen kulturell (Schnellfahren als Kulturgut) und industriepolitisch (Standort/Arbeitsplätze) motiviert. Interessanterweise ist es gerade der nicht-kostenorientierte private Dauerkonsum im Auto- und auch im IT-Bereich, der wegen seiner Wachstumsimpulse positiv gesehen wird. Deshalb ist es eine Lebenslüge der Gesellschaft, den Produktbereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien aus dieser Art Konsumlogik heraus zu nehmen und einer reinen Kostenlogik zu unterwerfen (oder die moralische Verantwortung des Einzelnen zu bemühen). Die Energiewende gelingt, wenn innovative Techniken zu neuen Leitbildern der Konsum- und Industriegesellschaft werden (was mit der Photovoltaik in Ansätzen bereits der Fall ist) und diese durch weitergehende, steuer-, sozial- und ordnungspolitische Entscheidungen flankiert und von der Gesellschaft akzeptiert werden (was noch nicht der Fall ist).</p>
<h2><span style="color: #ff0000">3. Die deutsche Gesellschaft kann sich die Energiewende leisten, wenn sie sich die Energiewende leisten will</span></h2>
<p>Natürlich hat die im Vergleich reiche, deutsche Gesellschaft den Handlungsspielraum, Investitionsprioritäten zu verändern und neue kulturelle und gesellschaftliche Prioritäten im Sinne der Energiewende zu vereinbaren. Sie kann sich die Energiewende leisten, wenn sie sich die Energiewende leisten will, auch wenn die Energiepreise (nicht unbedingt die Energiekosten) steigen sollten. Die Debatte um gestiegene Strompreise in Privathaushalten zeigt allerdings, dass dieser Handlungsspielraum (im Vergleich zu anderen Prioritäten) kaum diskutiert und wahrgenommen wird. Gesellschaftliche Prioritäten können sich aber ändern. Dazu braucht es eine offene Debatte und überzeugende gesellschaftliche Unterstützer dieses Prioritätenwechsels. Und wie gezeigt braucht es eine weitergehende politische Unterstützung durch Steuer- Ordnungs- und Sozialpolitik. Politisch wird dies nur möglich, wenn Regierungsparteien davon überzeugt sind, dass ein solcher Politikwechsel die eigenen Wahlchancen nicht beeinträchtigt, sondern fördert. Gesellschaftliche, politische, technische und ökonomische Voraussetzungen bedingen sich deshalb gegenseitig, und können nur in einer schrittweisen Strategie gegenseitiger Stimulanz erfolgreich sein. Die gesellschaftliche Akzeptanz einer Verschiebung von privaten und öffentlichen Investitionen kann politisch positiv beeinflusst werden (finanzielle Anreize, Steuern) und ist wiederum wesentlich für weitergehende politische Reformschritte.</p>
<h2><span style="color: #ff0000">4. Für eine intensivere Debatte der gesellschaftlichen Dimension der Energiewende braucht es zusätzliche wissenschaftliche Studien und Szenarien</span></h2>
<p>Welche Maßnahmen und Maßnahmenpakete könnten den genannten gesellschaftlichen Wandel in Richtung Energiewende begünstigen? Wie können gesellschaftliche Mehrheiten für einen solchen Wandel gewonnen werden und wie können bereits gefestigte Mehrheiten schneller Einfluss auf die Politik nehmen? Wie im technisch-ökonomischen Bereich wären neue Studien und deren Ergebnisse Voraussetzung einer gründlicheren Diskussion verschiedener Szenarien gesellschaftlicher Entwicklung. Heutige Einschätzungen zur Bedeutung von Ge- und Verboten, Steueranreizen, Bürgerbeteiligung im Energiebereich für Akzeptanz und Finanzierung, Rekommunalisierung und genossenschaftlichem Wirtschaften, den Chancen nachhaltigen Konsums und nachhaltigen Lebensstilen (Beispiel privater Autoverkehr und Fleischkonsum) müssen systematischer zur Entwicklung einer gesellschaftlichen Strategie und verschiedener Szenarien führen. Verglichen mit der technischen oder ökonomischen, ist die gesellschaftliche Debatte wenig fundiert und systematisch.</p>
<h2><span style="color: #ff0000">5. Der ökonomisch-technische als auch der gesellschaftliche Wandel ist im Strombereich am weitesten</span></h2>
<p>Der Bundesumweltminister liegt falsch, wenn er gerade die Herausforderungen der Stromwende überzeichnet. Die ökonomischen und technischen Pfade der Stromwende sind weitgehend bekannt (mit Debatten zum Umfang neuer Leitungs- und Speicherinfrastruktur). Auch die gesellschaftliche Akzeptanz des Umstiegs auf erneuerbare Stromproduktion ist trotz anspruchsvoller raumplanerischer und preissteuernder Eingriffe hoch. Die Transformation im Strombereich ist gesellschaftlich in vollem Gange mit regionalem und lokalem Bürgerengagement. Landkreise und Kommunen entwickeln sich zu neuen Trägern der erneuerbaren Energiepolitik. Allerdings verschleiert die Überbetonung der ökonomischen (Kosten) und technischen Herausforderung (Leitungen/Speicher) auch hier die eigentliche gesellschaftliche und wirtschaftspolitische Anforderung.</p>
<h2><span style="color: #ff0000">6. Es geht im Kern um die politische und gesellschaftliche Unterstützung neuer Geschäftsmodelle und Märkte gegen gefestigte Interessen</span></h2>
<p>Jenseits der oberflächlichen Betonung von Technik und Kosten geht es bei der Energiewende vor allem um die Veränderung von Märkten und gängiger Geschäftsmodelle (z.B. Energieverkauf, Automobilverkauf, Geräteverkauf), die gekoppelt sind an die Interessen großer Konzerne. Auch hier sind die Konflikte im Strombereich nur Vorläufer für spätere gesellschaftliche Interessenskonflikte.<br />Damit verbunden sein kann der notwendige Um- oder Abbau großer Stromkonzerne aufgrund des politisch gewollten Verschwindens bisheriger Geschäftsmodelle (z.B. große Atom- und Kohlekraftwerke) und einer Dezentralisierung der Stromproduktion. Unbekannt sind hier weniger ökonomische Fragen wie die Wirkung von Preissignalen und des Marktdesigns, sondern eher gesellschaftliche Fragen des Umbaus von großen Unternehmen und des Übergangs zu einer regionalen und kommunalen Energiewirtschaft. Noch wird in Deutschland politisch nicht offen diskutiert, ob die bisherigen Konzerne (too big to fail), deren Größe im Falle eines wirtschaftlichen Scheiterns auch volkswirtschaftlich problematisch wäre, im Sinne einer Dezentralisierungsstrategie bewusst verkleinert oder aufgeteilt werden sollten. Im Strombereich wurde bisher deutlich, dass herkömmliche Geschäftsinteressen der Konzerne und eine Beschleunigung der Energiewende nicht zusammen gehen. Das wird mit Blick auf deutsche und europäische Automobilunternehmen in wenigen Jahren vielleicht ähnlich relevant, wenn neue Mobilitätsdienstleister erfolgreich neue Marktanteile übernehmen. Noch ist nicht im Ansatz zu erkennen, wie für einen solchen industriepolitischen Prioritätenwechsel politische Mehrheiten gewonnen werden können. Die gesellschaftliche Akzeptanz einer Dezentralisierung der Energiewirtschaft dagegen scheint bereits hoch zu sein.</p>
<h2><span style="color: #ff0000">7. Die Qualität gesellschaftlicher Kostendebatten ist ein entscheidender Faktor, wenn es um Kosten geht</span></h2>
<p>Mit Blick auf die verschiedenen Bereiche wird die künftige Qualität gesellschaftlicher Kosten- und Marktdebatten die Akzeptanz und das Tempo der Energiewende bestimmen. Auch hier ist der Stromsektor nur Vorläufer.<br />Im Strombereich geht es angesichts des erfolgreichen Ausbaus Erneuerbarer bereits um die radikale Reform des jetzigen Strommarktes und die Anpassung von Preissignalen an die künftige Dominanz erneuerbarer Stromproduktion (siehe <a href="http://www.agora-energiewende.de/themen/die-energiewende/detailansicht/article/12-thesen-zur-energiewende/">Agora-Energiewende Thesen</a> | <a href="http://www.agora-energiewende.de/themen/die-energiewende/detailansicht/article/12-thesen-zur-energiewende/">http://www.agora-energiewende.de/themen/die-energiewende/detailansicht/article/12-thesen-zur-energiewende/</a>). Ein aktuelles Problem in diesem Bereich sind allerdings nicht nur reale heutige und künftige Kosten, sondern die Grundlagen der gesellschaftlichen Strommarkt- und Kostendebatte. Insbesondere ist das Hantieren mit einem beschränkt volkswirtschaftlich aussagefähigen Kostenindikator (wie der EEG Umlage) problematisch: das führt zu verzerrten Debatten über Milliardenkosten der Erneuerbaren und wenig Sicht auf volkswirtschaftliche Effekte und den echten Kosten der fossilen Konkurrenz. Im Verbund mit Privilegierung von Industriebetrieben und fehlender sozialpolitischer Steuerung (einkommensschwache Haushalte) kommt deshalb sogar ein offensichtlich erfolgreiches Instrument politisch in Gefahr. Ein Beispiel dafür, wie die Qualität der Kostendebatte über das Schicksal politischer Instrumente und über die Akzeptanz weitgehender politischer Reformen entscheidet. Im Fall der Erneuerbaren Stromproduktion braucht es dringend einen neuen umfassenderen Energiewende Kostenindikator (einige Institute arbeiten daran), der die gesellschaftliche Kostendebatte entzerrt.<br />Im Verkehrsbereich, dessen praktische Transformation noch kaum begonnen hat, zeigen sich seit Jahren ähnliche Probleme der Kostenkommunikation. Bisher werden beispielsweise höhere Grenzwerte für CO2 bei PKW mit dem betriebswirtschaftlichen Argument der höheren Kosten pro Modell aus Sicht der Autobauer/Autofahrer diskutiert. Für die offensichtlichen volkswirtschaftlichen Vorteile kleinerer, preiswerterer und verbrauchsarmerer Autos, sowie die ungeheuren Einsparpotentiale privater und öffentlicher Haushalte gibt es kaum Indikatoren. Aktuell beherrscht auch wieder ein Klassiker der Ausredengesellschaft die Debatte: der Fokus auf die Elektromobilität und deren hohe Kosten – eine noch nicht massentaugliche technische Lösung &#8211; lenkt von den finanziellen Einsparpotentialen nicht-technischer Lösungen ab.<br />Auch der schleppende Umbau der deutschen Städte und Gemeinden in Richtung ÖPNV und Fahrradstadt wird mit hohen Kosten und fehlenden individuellen Finanzmitteln begründet, wobei umfassendere volkswirtschaftliche Vorteile keine Rolle spielen. Dem liegt ein Rechenmodell zugrunde, das beispielsweise Radwege in der deutschen Verkehrsplanung auf allen Ebenen als zusätzliche Kosten der Autogesellschaft verbucht und nicht als kostenfreundlicher Umbau mit entsprechenden Einsparungen (Beispiel Parkraum). Auch hier geht es weniger um tatsächliche Kosten, als um gängige Kostenkalkulationen sowie die Kommunikation und Struktur öffentlicher Haushalte.<br />Im Gebäudebereich zeigt sich, dass die Gesellschaft seit 20 Jahren weniger Probleme mit technischen Fragen hat (sogar große Erfolge in Richtung Null- bzw. Plus-Energiehaus), auch lassen sich viele Sanierungsmaßnahmen finanziell darstellen und die staatlichen Anreizsysteme sind bekannt. Eher sind Investitionsprioritäten politisch in den Parlamenten noch nicht mehrheitsfähig, beispielsweise eine grundsätzliche Aufstockung der öffentlichen Förderung der energetischen Sanierung und der jährlichen Modernisierungsraten. Gesellschaftlich und politisch kaum diskutiert ist auch, ob angesichts der ungeheuren Bedeutung des Gebäudebereichs das Ordnungsrecht (wie im Fall des Brand- und Denkmalschutzes) viel stärker in die Investitionsfreiheit von Hausbesitzern eingreifen müsste. Ebenso fehlen gesellschaftspolitische Impulse, um Investitionskosten zwischen Mietern und Vermietern effektiver und gerechter zu verteilen und endlich innovative Modelle und Anreize in der Fläche einzuführen, die das Mieter/Vermieter-Dilemma auflösen können.</p>
<h2><span style="color: #ff0000">8. Heutige Konsumstandards und Konsumanreize sind noch wesentliche Blockaden der Energiewende, jedoch nicht durch Appelle an den Einzelnen zu ändern</span></h2>
<p>Wie die gesellschaftliche Diskussion von Kosten, steht auch die Diskussion von Konsumstandards und Konsumanreizen für die Energiewende und deren Ursachen noch am Anfang. Die Konsumentscheidungen im Bereich von PKWs, Häusern, Haushaltsgeräten, Wärmeerzeugern, Reisen und der allgemeine Umgang mit Energie beeinflussen in großen Maße Energieverbrauch und die Marktchancen innovativer Technologien. Beim Sprit, Öl/Gas und Stromverbrauch sind bisher noch keine großen Sprünge in Richtung spektakulärer Energieeinsparungen zu erkennen. Eine echte Energiesparkultur ist noch nicht in Sicht.<br />Der persönliche Konsum ist nur am Rande abhängig von individuellen Vorlieben. Hier spielen wie oben ausgeführt kulturelle Prozesse, wirtschaftspolitische Entscheidungen, öffentliche Infrastruktur, Technologieentwicklung und entsprechende Ordnungspolitik eine wesentliche Rolle. Die deutsche PKW-Flotte ist eben nicht Ausdruck individueller Vorlieben deutscher Autofahrer. Deshalb können Konsumvorlieben auch nur bedingt durch den Appell an den individuellen Konsumenten verändert werden, sondern durch konzertierte Maßnahmen in den oben genannten Bereichen. Eine systematische Überforderung durch Konsum- und Lebensstilappelle an der falschen Stelle führen hier eher zu Frustrationen in der Gesellschaft. Die Konsumentscheidung zwischen günstiger, gesellschaftlich etablierter Flugreise in den Süden und der verhältnismäßig teuren aber umweltfreundlicheren Bahnfahrt in die Region ist ein grundsätzliches Konsumentendilemma, das nicht durch die Entscheidung Einzelner aufgelöst werden kann. Ebenso unzureichend ist der Appell zum Fahrradfahren in der auf den Autoverkehr ausgerichteten Stadt. Wesentliche Voraussetzungen für eine echte Wende sind auch hier die Diskussion und Veränderung öffentlicher Investitionen und finanzieller Rahmenbedingungen, die energiewendefreundlichen Konsum- und Lebensstil behindern.</p>
<h2><span style="color: #ff0000">9. Die Energiewende braucht gesellschaftliche Konsumvorbilder und eine Energiewendekultur</span></h2>
<p>Trotz des oben beschriebenen breiteren Rahmens spielen kulturelle Prozesse für Konsum und Lebensstil durchaus eine wichtige Rolle. Neben der Überforderung gibt es in dieser Hinsicht auch eine Unterforderung und tatsächliche gesellschaftliche Blockaden, insbesondere bei gesellschaftlichen Gruppen mit souveräner Handlungsfreiheit. Die Autoflotte des Bundestages beispielsweise und Dienstlimousinen von Bundes- und Landespolitikern haben durchaus wichtige Symbolkraft als Konsum- und Lebensstilstandard. Gleiches gilt für Eliten in Wirtschaft und Showbizz und deren Konsumvorbild. Beim Festhalten dieser Eliten an alten überkommenen Konsumstandards handelt es sich um wesentliche emotionale und kulturelle Blockaden der Energiewende. Die Energiewende hat in diesem Sinne auch ein Elitenproblem. Gegenwärtige deutsche Eliten taugen noch nicht als gesellschaftliche Leitbilder einer neuen Konsumkultur der Energiewende oder des Klimaschutzes (z.B. Mobilität, Wohnen, Reisen). Eliten und Vorbilder werden allerdings dringend gebraucht, um eine neue Konsum- und Lebensstilkultur der Energiewende attraktiv zu machen.</p>
<h2><span style="color: #ff0000">10. Energiewendefreundliches individuelles Verhalten muss finanziell belohnt werden (und ist abhängig von weiteren Bedingungen)</span></h2>
<p>Quer durch die Gesellschaft gib es Menschen, die sich intensiver mit nachhaltigem Konsum und Lebensstil beschäftigen und diesen leben, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Es gibt durchaus definierbare Bedingungen, die gesellschaftliches Engagement erleichtern und die in einer neuen gesellschaftlichen Strategie der Energiewende zentral diskutiert werden müssen:</p>
<ul>
<li>Ein energiewendefreundliches Verhalten (Investitionen, Konsum) muss finanziell belohnt und durch öffentliche Infrastruktur begünstigt werden (und nicht bestraft oder behindert),</li>
</ul>
<ul>
<li>es muss auf bisherige Konsummuster und Lebensstile aufbauen können und positiv auf den gesellschaftlichen Status wirken,</li>
</ul>
<ul>
<li>es muss zum gesellschaftlichen Standard (Normalität statt Exklusivität) werden können oder bereits sein und von überzeugenden Protagonisten im Umfeld vorgelebt werden.</li>
</ul>
<p>Wiederum zeigt der Bereich der Stromproduktion, mit über einer Million privat finanzierter Solaranlagen und privater Investitionen in Windparks, dass es politischer Instrumente bedarf, um Potentiale gesellschaftlichen Engagements und Veränderungen im Konsum auch wirklich anzustoßen. Die Verknüpfung positiver Bedingungen konnte im Fall der Photovoltaik zu einer Massenbewegung führen, zu einem sozialen Standard, der eine ungekannte Dynamik auslösen konnte. Handlungsfreiheit (Hausbesitz/verfügbare finanzielle Spielräume) ist ein wesentlicher Schlüssel zu umweltfreundlichen Investitionen und die Anknüpfung an bisherige Konsummuster (Eigenheimbau). Dass heute in der öffentlichen Debatte gerade den privaten Solaranlagenbetreibern und Investoren in Windparks die Gewinnabsicht vorgeworfen wird und sie sogar zu rückwirkenden Solidaritätszahlung angehalten werden (Bundesumweltminister) stellt eine Grundvoraussetzung der erfolgreichen Energiewende in Frage: finanzielle Anreize und Sicherheit für jene, die die Wende tragen, sind Grundvoraussetzung für ihre Beschleunigung. Dafür muss allerdings die Energiewende auch als Wende des privaten Konsums und als Wandel vom Konsumenten zum Produzenten/Investoren verstanden werden. Die Photovoltaik und die Windenergie zeigen, welche Beschleunigung und grundsätzliche Umwälzung das Engagement von privaten Haushalten auslösen kann. Im Bereich des Energiesparens und des nachhaltigen Verkehrs sind diese Potentiale noch nicht einmal angekratzt.</p>
<h2><span style="color: #ff0000">11. Verrechtlichung: Es braucht eine gesellschaftliche und politische Mehrheit für strikte Klimaschutzgesetze, weitergehendes Ordnungsrecht und Steuerrecht als wichtige Voraussetzungen der Energiewende</span></h2>
<p>Mit Blick auf die Beschränkungen und negativen Folgen heutiger ökonomischer Instrumente (Beispiel Emissionshandel, Strommarktdesign, Umwelthaftung, Subventionen für fossil-atomare Energie) ist deutlich, dass es einer Verrechtlichung durch Energiewende/Klimaschutzgesetze und anspruchsvolleren ordnungsrechtlichen Maßnahmen bedarf. Die rechtliche Absicherung von Zielen des Klimaschutzes und der Energiewende sind heute immer noch schwach, insbesondere im Vergleich zum Bergbaurecht, Baurecht, Denkmalschutz, Planungsrecht, Wettbewerbsrecht, Naturschutzrecht oder Atomgesetzgebung (Euratom-Vertrag). Wenn sich der Bau von Kohlekraftwerken wegen gesunkener Weltmarktpreise und niedriger Zertifikatpreise kurzfristig betriebswirtschaftlich wieder lohnt, heißt das nicht, dass dies langfristig volkswirtschaftlich und im Rahmen der Klimaziele sinnvoll ist. Erst wenn hier die nötige Verrechtlichung durch Klimaschutzgesetze geschaffen ist, werden Instrumente wie ein Neubauverbot für neue Kohlekraftwerke unmittelbar auf der Tagesordnung stehen und können politische Entscheidungen, die den Zielen der Energiewende entgegenstehen, auch rechtlich angegriffen werden. Die Energiewende braucht in allen Bereichen stärkere rechtliche Grundlagen und neues Ordnungsrecht. Die politische und gesellschaftliche Herausforderung wird sein, für weitergehende staatliche Ge-und Verbote die nötige Akzeptanz zu schaffen. Die Energiewende und der Klimaschutz können in diesem Sinne sehr gut mit dem Brandschutz verglichen werden. Die Vorsorge wird hier nicht dem individuellen Bauherren (und seiner Moral) überlassen oder dem Markt, sondern der Staat bestimmt die Bedingungen der Vorsorge des einzelnen Bauherrn, die sich am Ende kollektiv und individuell auszahlt.<br />Das Glühlampenverbot hat gezeigt, dass selbst verhältnismäßig kleine Verbote zu gesellschaftlichen Erregungen führen können. Es zeigt aber auch, wie wirksam Verbote beschleunigte Produktinnovation auslösen können. Deshalb ist eine offene Debatte über die Notwendigkeit von Ordnungsrecht eine Grundvoraussetzung einer erfolgreichen Energiewende. Dabei geht es beispielsweise um das Verbot von Kohlekraftwerken, strengeren Standards im Gebäudebereich, neue Vorschriften im Verkehr (Tempolimits, Umweltzonen, Stadtplanung) strengeren Produktstandards (CO2-Standards, etc.) und Innovationen in der Raumplanung.<br />Neben dem Ordnungsrecht braucht es zusätzliche neue gesellschaftliche und politische Initiativen zum Abbau schädlicher Steuererleichterungen und zur Weiterführung einer ökologischen Steuerreform. Die politisch verlässliche Steuerung von Energiepreisen ist eine Voraussetzung der Energiewende. Allerdings fehlt sowohl für den Einsatz von Ge-und Verboten und als auch für eine aktivere Energiesteuerpolitik im Moment die breite gesellschaftliche Unterstützung. Hier gesellschaftliche Mehrheiten zu gewinnen, ist eine wichtige Voraussetzung zur Beschleunigung der Energiewende.</p>
<h2><span style="color: #ff0000">12. Bürgerbeteiligung, Regionalisierung von Wirtschaftsunternehmen, sozialer Ausgleich: die Energiewende braucht ein Gesamtkonzept der „sozialen Energiewirtschaft“</span></h2>
<p>Der Starnberger Zahnarzt ist in aller Munde, dessen Solaranlage vom Gelsenkirchener Hartz IV Empfänger bezahlt wird. Noch herrscht in weiten Teilen der Bevölkerung der Eindruck, die bisherige von den Milliardengewinnen großer Aktiengesellschaften geprägte alte Energiewirtschaft wäre sozial gerechter gewesen als die bisher von der Förderung Erneuerbarer geprägte Energiewende mit vielen Einzelinvestoren. Noch wird die Energiewende vor allem in den Medien als Kostenfrage porträtiert, die angeblich bereits zu großen sozialen Verwerfungen geführt habe. Auch hier ist der Strombereich nur der Vorgeschmack auf die sozialen Debatten der Zukunft (insbesondere bei Gebäude, Verkehr, Landwirtschaft). Noch wird kaum diskutiert und ist kaum bekannt, welche sozialen und demokratischen Vorteile in einer dezentraleren/regionalen Energiewirtschaft mit Millionen Produzenten und Anteilseignern stecken. Deshalb wird es Zeit, ein Leitbild der erneuerbaren „sozialen Energiewirtschaft“ zu entwickeln. Die Befürworter von Bürgerbeteiligung, Rekommunalisierung, Regionalisierung und Privatisierung von Stromproduktion müssen hier offensiv ein attraktives Gesamtkonzept erarbeiten und dieses gesellschaftlich bewerben. Regionale Strukturen mit entsprechender regionaler Wertschöpfung (individuell, genossenschaftlich oder kommunal) können dazu beitragen, herkömmliche holzschnittartige Kosten-Nutzen Betrachtungen zu verändern.<br />Insbesondere braucht es deutliche Positionen zum sozialen Ausgleich und der wichtigen flankierenden Rolle von Sozialpolitik bei steigenden Energiepreisen, die durchaus politisch gewollt sein können.</p>
</p>
<p style="text-align: right">MARTIN UNFRIED | <a href="mailto:martin.unfried@oekosex.eu" class="linkMail">martin.unfried@oekosex.eu</a></p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/9023d478ac2749a9815d5b16fe413965" alt="VG WORT Zählmarke für HTML Texte" height="1" width="1" /></p>
<p>Agora-Energiewende-Thesen:<a href="http://www.agora-energiewende.de/themen/die-energiewende/detailansicht/article/12-thesen-zur-energiewende/" class="externalNewWindow">www.agora-energiewende.de/themen/die-energiewende/detailansicht/article/12-thesen-zur-energiewende/ </a></p>
<p><a href="http://oekosex.eu/userspace/EXT/oekosex/archiv/pdf/20130224thesen-gesell-herausforderungen-energiewende-lng.pdf" class="linkFile">12 Thesen zu den gesellschaftlichen Herausforderungen der Energiewende (Langfassung | PDF)</a></p>
<p><a href="http://oekosex.eu/archiv/html/12-thesen-zu-den-gesellschaftlichen-herausforderungen-der-energiewende/" class="internalSameWindow">12 Thesen zu den gesellschaftlichen Herausforderungen der Energiewende (Langfassung | HTML)</a></p>
<p><a href="http://oekosex.eu/userspace/EXT/oekosex/archiv/pdf/20130224thesen-gesell-herausforderungen-energiewende-krz.pdf" class="linkFile">12 Thesen zu den gesellschaftlichen Herausforderungen der Energiewende (Kurzfassung | PDF</a></p>
<p><a href="http://oekosex.eu/energiewende-thesen/kurzfassung/" class="internalSameWindow">12 Thesen zu den gesellschaftlichen Herausforderungen der Energiewende (Kurzfassung | HTML)</a></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/oekosex/?flattrss_redirect&amp;id=116&amp;md5=3134fe5219036a737975f1c22dc507c1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/oekosex/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Eine Plünderungsgemeinschaft?</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Feb 2013 04:57:53 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Ökosex | Ökotainment]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right"><span style="color: #999999"><sup>01.02.2013 | Freitag | Wirtschaft und Umwelt | EUROKOLUMNE &#8211; Vom Überleben in der Krise</sup></span></p>
<h1 style="text-align: center">Ist die EU eine Plünderungsgemeinschaft?</h1>
<p style="text-align: center"><strong>Brüssel will nicht unser Tafelsilber verscherbeln</strong></p>
<p>Der Artikel wurde am 01.02.2013 auf taz.de veröffentlicht: <a href="http://taz.de/!110176/" title="Eine Plünderungsgemeinschaft?">http://taz.de/!110176/</a></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/oekosex/?flattrss_redirect&amp;id=161&amp;md5=5ddfbe313d75fb1e009ad79b40de4d28" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/oekosex/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Im richtigen Leben einfach richtig leben</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jan 2013 17:35:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ökosex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökosex | Ökotainment]]></category>
		<category><![CDATA[Thesen]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right"><span style="color: #999999"><sup>20.01.2013 | Sonntag | Ökosex</sup></span></p>
<h1 style="text-align: center">Im richtigen Leben einfach richtig leben</h1>
<p style="text-align: center"><strong>Im Klimaschutz ist es Zeit für eine neue gesellschaftliche Normalität: ich habe unterschrieben!</strong></p>
</p>
<p>Ich brauche noch Zeit für meine angekündigten 12 Gesellschaftsthesen zur Energiewende.</p>
<p style="padding-left: 30px">These 1 habe ich schon: <em>Es ist schwieriger über die gesellschaftlichen Voraussetzungen zu schreiben, als über die technischen und politischen Dinge.</em></p>
<p>Heute ruft ja erfreulicherweise sogar der Bundesumweltminister, es gehe um gesellschaftliche Akzeptanz und um Teilhabe. Jawohl, das ist aber noch kein umfassendes Programm für die Klimaschutz- und Energiewende-Gesellschaft. Deshalb umso interessanter, dass in einem ganz neuen Papier mit dem Titel &gt;&gt;<a href="http://www.ifeu.de/energie/pdf/Fahrplan_Energiewende_EZ.pdf">Fahrplan Energiewende</a>&lt;&lt; von Martin Pehnt  (<a href="http://www.ifeu.de/">IFEU-Institut</a>) und Michael Sterner (<a href="http://www.hs-regensburg.de">Hochschule Regensburg</a>), die gesellschaftliche Dimension konkret diskutiert wird.</p>
<p><span id="more-88"></span></p>
<p><strong>Da geht es eben nicht nur um Speicher und Leitungen, sondern auch um Transparenz, aktive gesellschaftliche Akzeptanz, Beteiligung bei Planung und Finanzierung.</strong> Kann ich nur empfehlen. Ich habe lange mit Martin Pehnt gesprochen, und er gab zu, dass das bisher wenig in die Tiefe geht. Wo stecken denn jetzt die gesellschaftlichen Blockaden in Sachen Energiewende tatsächlich? Die Medien vermuten, dass eigentlich niemand ein Windrad vor der Tür haben möchte oder eine Stromleitung. Außer er verdient daran.</p>
<p>Das ist aber alles noch ziemlich oberflächlich. Noch weniger analysiert: mit welchen Instrumenten könnte man denn kulturelle und emotionale Totalblockaden im Klimaschutz abbauen? Nehmen wir die deutsche Liebe zum Rasen in völlig überdimensionierten Rennschüsseln auf der Autobahn. Wäre eine Autogefühlswende wirklich entscheidend?</p>
<p style="padding-left: 30px">Ich meine ja, und deshalb heißt eine meiner gesellschaftlichen Thesen: <em>Es ist erst mal wichtig herauszufinden, welche Blockaden der umfassenden Energie- und Klimaschutzwende tatsächlich technischer und ökonomischer, und welche kultureller und emotionaler Natur sind.</em></p>
<p>Das schlimmste sind nämlich Erwartungen an die Gesellschaft in Bereichen, wo Politikversagen vorliegt.<strong> &#8220;Flieg doch weniger nach <em>Majorka</em>!&#8221; Wenn der Flug mit Hotel günstiger ist als die Bahn nach Sylt &#8211; wegen gezielter Steuerpolitik &#8211; dann ist der Aufruf an den Einzelnen natürlich verlogen. &#8220;Fahr doch Kleinwagen&#8221;, halte ich dagegen für eine pfiffige Aufforderung, mit der man auch viel Geld sparen kann.</strong> Viele Linke sagen, es gäbe kein gutes privates Klimaschutzleben im Falschen. Das ist natürlich Quatsch. Da ist mehr machbar, Herr Nachbar, als viele in ihrer privaten Bequemlichkeit zugeben.</p>
<p style="padding-left: 30px"><em>Wir brauchen beispielsweise</em>, und damit zu einer meiner Hauptthesen, <em>ein Gruppe von Menschen in der Gesellschaft, die die Energiewende und den Klimaschutz so richtig professionell in ihr eigenes Leben einbauen.</em></p>
<p>Meint ja auch Claudia Langer von Utopia. Ich denke dabei aber nicht an eine neue Form von Radikalität oder kasteiende Verzichts-Übung einer Minderheit, sondern im Gegenteil als bürgerliche Selbstverständlichkeit und attraktive Normalität  für den Mainstream. Die Betonung liegt aber hier auf professioneller Normalität. Eben das Gegenteil von symbolischen Einzelmaßnahmen wie Hybridauto oder regionale Produkte kaufen.</p>
<p><strong>Nein ich meine den eigenen Umstieg zum 100% erneuerbaren Effizienzhaushalt mit angeschlossenem intelligenten Konsum für ein normal, gutes Leben. Dazu kann auch professionelles Kompensieren eigener Emissionen durch die Finanzierung von Projekten weltweit gehören.</strong> Nun gibt es dazu gerade eine schöne Kampagne von Horst Emse, der Leute mit seinem Berliner Appell (<a href="http://www.klimaneutral-handeln.de">www.klimaneutral-handeln.de</a>) genau dazu aufruft, nämlich souverän für die sonst anderen aufgebürdeten Lasten unseres Energieverbrauchs einzustehen. Also so viel wie möglich selbst weg vom fossilen Leben und wenn nötig auch zu kompensieren. Das ist mal eine ganz neue Unterschriftenaktion. Damit rufen die Unterzeichner nicht die Regierung auf, sondern verpflichten sich öffentlich zur konkreten eigenen Klimaschutzwende.</p>
<p>Das nenne ich souverän, da habe ich natürlich unterzeichnet. Aus zwei Gründen: weil ich die Ökonomin Claudia Kemfert toll finde, und die hat auch unterschrieben. Und zum zweiten ist das gute Klimaschutzleben ja bereits bei mir zuhause Normalität mit dem 100% erneuerbaren Haushalt. Ich nehme jetzt selbstverständlich an, auch Sie liebe LeserIn werden sich begeistert Einschreiben ins Klimaschutzleben. Weil es eben das Normalste von der Welt ist. Oder?</p>
</p>
<p style="text-align: right">MARTIN UNFRIED ÜBER ÖKOSEX</p>
</p>
<p>Links zur Kolumne:<br /> <a href="http://www.ifeu.de/energie/pdf/Fahrplan_Energiewende_EZ.pdf">http://www.ifeu.de/energie/pdf/Fahrplan_Energiewende_EZ.pdf</a> <br /> <a href="http://www.ifeu.de/">IFEU-Institut</a> <br /> <a href="http://www.hs-regensburg.de">Hochschule Regensburg</a> <br /> <a href="http://www.klimaneutral-handeln.de/php/unterstuetzer.php">www.klimaneutral-handeln.de</a></p>
<p>20.01.2013 | Sonntag | Ökosex | Im richtigen Leben einfach richtig leben | Im Klimaschutz ist es Zeit für eine neue gesellschaftliche Normalität: ich habe unterschrieben! | <a href="http://oekosex.eu/archiv/html/im-richtigen-leben-einfach-richtig-leben/">www.oekosex.eu/archiv/html/im-richtigen-leben-einfach-richtig-leben/</a> | <a href="http://oekosex.eu/20130120a/">www.oekosex.eu/20130120a</a> | 20130120oekosex-im-richtigen-leben-einfach-richtig-leben.pdf <br /> <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/ea23eb322121476eb36b8f63c18adc34" alt="VG WORT Zählmarke für HTML Texte" height="1" width="1" /></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/oekosex/?flattrss_redirect&amp;id=88&amp;md5=47630a6a3267583a77df4d083bc5c56b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/oekosex/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zweitausenddreizehn Thesen</title>
		<link>http://blogs.taz.de/oekosex/2013/01/06/66/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Jan 2013 10:49:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ökosex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökosex | Ökotainment]]></category>
		<category><![CDATA[Energiewende]]></category>
		<category><![CDATA[kulturelle und emotionale Blockaden]]></category>
		<category><![CDATA[Thesen]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right"><span style="color: #999999"><sup>06.01.2013 | Sonntag | Ökosex</sup></span></p>
<h1 style="text-align: center">Zweitausenddreizehn Thesen</h1>
<p style="text-align: center"><strong>Meine These: die Energiewende geht nur mit einer anderen Gesellschaft</strong></p>
<p>Weihnachten ohne Atom war wieder herrlich. Ich lese im Heimaturlaub zwischen den Jahren immer den Stromzähler meiner Photovoltaikanlage ab, was eine wunderbare Aufgabe ist. Noch schöner ist jetzt der Januar 2013, seit wir unseren eigenen Windstrom in Maastricht zuhause verbrauchen können, womit ich neulich mal so richtig angegeben hatte. Angeben ist bekanntlich eine eher unerfreuliche Charaktereigenschaft, allerdings in der produktfixierten Konsumgesellschaft schlicht systemimmanent. Deshalb auch in Sachen Nachhaltigkeit erste Bürgerpflicht.<br />
<span id="more-66"></span></p>
<p>Ohne die unglaubliche Aufdringlichkeit der Smartphone Angeber wäre beispielsweise die Verbreitung dieses Spielzeugs nicht so toll gelaufen (und ich hätte wohl keines gekauft). Deshalb gebe ich auch ständig auf Familienfeiern oder bei meinen Nachbarn mit meinem Eigenstrom an. Ich behaupte, Eigenstrom wird der große Trend 2013 in ganz Europa, und wer immer noch keinen hat, ist völlig uncool. Ich werde sogar von meiner niederländischen Windradgenossenschaft einen App kriegen, der mir die aktuelle Produktion auf meinem Smartphone anzeigt. Diese Kombination ist natürlich die Krönung des Angebertums. <strong>Damit zeige ich dann meinen Freunden, dass Strom von Energiekonzernen so sexy ist wie Windows 95.</strong></p>
<p>Nachdem ich den Strom an Weihnachten abgelesen hatte, blieb Zeit ein paar  Studien zu lesen. Empfehlen kann ich die <a href="http://www.agora-energiewende.de/zwoelf-thesen-zur-energiewende">12 Thesen zur Energiewende</a> der Initiative Agora (<a href="http://www.agora-energiewende.de">www.agora-energiewende.de</a>). Thesen find ich immer gut, klingt nach ganz lange nachgedacht. „Grundlastkraftwerke gibt es nicht mehr. Gas und Kohle gehen in Teilzeit.“ Ist beispielsweise These Nummer 2. Das widerspricht der landläufigen Meinung der Energiewendegegner, es bräuchte noch längerfristig sogenannte Grundlastkraftwerke. Bei dem ganzen Durcheinander in den deutschen Medien in Sachen Kosten, Solar-Bashing, Leitungen und Speicher sind die Thesen erhellend.</p>
<p>Auch Agora meint im Wesentlichen übernähmen Solar und Wind die deutsche Stromversorgung (<a href="http://www.agora-energiewende.de/fileadmin/downloads/Agora_Impulse_12_Thesen_zur_Energiewende_web.pdf">These 1</a>), weil sie die günstigsten seien, eben auch mit Blick auf Kohle und Gas. Das Potenzial anderer Erneuerbarer (Wasser, Biomasse, Geothermie) sei eher beschränkt. Dabei ist für eine breite Öffentlichkeit immer noch überraschend, dass die Photovoltaik im sonnenarmen Deutschland eine so wichtige Rolle spielt.</p>
<p>Agora hat berechnet, dass bereits 2015 Onshore-Wind und PV Vollkosten von 7-10 Cent erreichen. Mit sogenannten Back-up Kapazitäten sei das nicht teurer als neue Gas und Kohlekraftwerke. Weitere Thesen beschäftigen sich mit Netzen und Speichern (<a href="http://www.agora-energiewende.de/fileadmin/downloads/Agora_Impulse_12_Thesen_zur_Energiewende_Kurzfassung_web.pdf">These 5</a>), wobei insbesondere kurz und mittelfristig nicht Speicher, sondern der Austausch mit Nachbarländern betont wird. Auch gegen den bisherigen Medienmainstream: das Importieren von Strom bei Wind und Sonnenflaute ist nicht etwa Versagen, sondern wichtiger Bestandteil des gewaltigen Ausbaus der Erneuerbaren.</p>
<p>So sei es kurzfristig auch viel sinnvoller, diesen bei Überschuss zu exportieren, als zu Speichern. <strong>Das ist spannend, denn ich finde dagegen heute schon Batteriesysteme im Eigenheim genial.</strong> Wegen Eigenstromemotionen. Und da sind wir auch bei einem großen Problem der bisherigen Energiewendedebatte. Auch die Agora Thesen sind fast ausschließlich technisch-ökonomischer Natur. <strong>Die gesellschaftlichen und emotionalen Voraussetzungen werden nicht diskutiert.</strong> Überhaupt wird so getan, als sei der Umbau beim Strom eine Energiewende.</p>
<p>Nein, mein Vorsatz für 2013: ich werde selbst an 12 Thesen zur Energiewende arbeiten.</p>
<p style="padding-left: 30px">These 1 hab ich schon: <em>Die Stromwende ist Pipifax im Vergleich mit der Verkehrs-, Ernährungs-und Heizungswende, weil es mehr um technische Innovationen und weniger um Verhalten geht.</em></p>
<p style="padding-left: 30px">These 2: <em>Wesentliche Blockaden der umfassenden Energie- und Nachhaltigkeitswende sind nicht technischer und ökonomischer Natur, sondern kultureller und emotionaler.</em></p>
<p>Beispiel: Die deutsche Gesellschaft könnte in wenigen Jahren locker 50% weniger Benzin und Diesel verbraten im privaten Autoverkehr. Das wäre technisch machbar (mit Kleinwagen!) und sogar finanziell sehr attraktiv.</p>
<p style="padding-left: 30px">These 3: <em>Für die Energiewende müssen wir uns deshalb eine andere Gesellschaft suchen.</em></p>
<p>Das war jetzt Spaß, denn man muss natürlich nehmen, was da ist!</p>
</p>
<p style="text-align: right">MARTIN UNFRIED ÜBER ÖKOSEX</p>
</p>
<p>Links zur Kolumne:<br /> <a href="http://www.agora-energiewende.de/">www.agora-energiewende.de</a> <br /> <a href="http://www.agora-energiewende.de/zwoelf-thesen-zur-energiewende/">Agora Energiewende: 12 Thesen zur Energiewende</a> <br /> <a href="http://www.agora-energiewende.de/fileadmin/downloads/Agora_Impulse_12_Thesen_zur_Energiewende_web.pdf">12 Thesen zur Energiewende (Langfassung als PDF)</a><br /> <a href="http://www.agora-energiewende.de/fileadmin/downloads/Agora_Impulse_12_Thesen_zur_Energiewende_Kurzfassung_web.pdf">12 Thesen zur Energiewende (Kurzfassung als PDF)</a></p>
<p>06.01.2013 | Sonntag | Ökosex | Zweitausenddreizehn Thesen | Meine These: die Energiewende geht nur mit einer anderen Gesellschaft | <a href="http://oekosex.eu/archiv/html/zweitausenddreizehn-thesen/">oekosex.eu/archiv/html/zweitausenddreizehn-thesen</a> | <a href="http://oekosex.eu/20130106a/">oekosex.eu/20130106a</a> | 20130106oekosex-zweitausenddreizehn-thesen.pdf <br /> <img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/3ba76af5d4ff47969e3b40eeb7221925" alt="VG WORT Zählmarke für HTML Texte" height="1" width="1" /></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/oekosex/?flattrss_redirect&amp;id=66&amp;md5=8c1fa9a65200946f9c774b0e22b58da3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/oekosex/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Klimaschutz παράδοξον</title>
		<link>http://blogs.taz.de/oekosex/2012/12/02/das-klimaschutz-%cf%80%ce%b1%cf%81%ce%ac%ce%b4%ce%bf%ce%be%ce%bf%ce%bd/</link>
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		<pubDate>Sun, 02 Dec 2012 07:11:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ökosex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökosex | Ökotainment]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right"><span style="color: #999999"><sup>02.12.2012 | Sonntag | Ökosex</sup></span></p>
<h1 style="text-align: center">Das Klimaschutz παράδοξον</h1>
<p style="text-align: center"><strong>Merkwürdig: Die Bedeutung von Klimaschutz nimmt ab, obwohl die Bedrohung steigt</strong></p>
</p>
<p>Mein Sohn lernt griechisch in der Schule. Das finde ich wichtig, denn damit kann er im Berufsleben später mal mächtig angeben. Ich mache ihm das heute mal vor. Aufgepasst! Ein Paradoxon (griechisch παράδοξον) im hier verwendeten Sinne ist ein Phänomen oder eine Frage, die dem menschlichen Verstand bzw. der Intuition widerspricht. Beispielsweise das bekannte Eierkocherparadoxon: Je mehr Eier ich koche, desto weniger Wasser brauche ich im Topf! Oder: Wenn ein Manager mehr Leute entlässt, verdient er mehr Geld!</p>
<p><span id="more-62"></span></p>
<p>Man denkt darüber nach und denkt, uch, ist das Gaga, obwohl der Widerspruch sich natürlich bei näherer Betrachtung auflösen kann.</p>
<p>Heute ein Paradoxon, das ich selbst entdeckt habe. Es ist das Klimaschutzrelevanzparadox, englisch „climate protection relevance paradox“. Wie kam ich zu meiner Eingebung? Das hat mit der spärlichen Medienberichterstattung zum Klimagipfel in Doha zu tun. Der Klimaschutz ist nämlich zur Zeit medien- und relevanztechnisch so out wie Filterkaffee und Röhrenfernseher. Kein Vergleich mit den Zeiten des medialen Al-Gore-Klimakarnevals 2007/2008 als die Klimakanzlerin die EU auf verbindliche Ziele einschwörte. Oder 2009, da wurde der Kopenhagener Gipfel im Fernsehen wie ein Eurovision Songcontest runter und raufgenudelt. Groß war dann allerdings der Kopenhagenblues und dann verloren die Medien irgendwie die Lust an dem leidigen Thema.</p>
<p>Die PolitikerInnen übrigens auch. Keine Partei wird 2013 im Wahlkampf detaillierte Ansagen machen in Sachen langsamer und teurer Autofahren, mehr Häuserdämmen oder weniger Fleisch essen. Und das ist auch im Sinne der Partei gut so. Parteien können nämlich im Moment mit derartigen Grausamkeiten jenseits des üblichen Energiewende-Blablas nur verlieren, aber keinen Klimatopf gewinnen. Eher wohl mit dem Versprechen, Strom, Gas und Sprit würden nach der Wahl endlich wieder billiger.</p>
<p>Das wiederum widerspricht – und jetzt kommt das Paradox – der tatsächlichen Relevanz und Dringlichkeit engagierten Handelns. <strong>Ist doch verrückt: die politischen und wissenschaftlichen Gewissheiten sind nämlich heute wesentlich besorgniserregender als noch vor 5 Jahren. Politisch wissen wir heute, dass die internationale Gemeinschaft keine wirklichen Lösungen liefern wird.</strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><br /></strong></p>
<p style="text-align: center"><strong>Das heißt: wenn nicht einzelne Länder richtig fix vorangehen, wird sich weltweit gar nix tun.</strong></p>
<p style="text-align: center"><strong><br /></strong></p>
<p>Auch haben wir von der Wissenschaft im Jahr 2012 einige Horrorstories gehört, die wesentlich heftiger sind als noch vor kurzen gedacht: das zwei Grad Ziel ist kaum mehr erreichbar. Selbst die eher zurückhaltende Weltbank spricht in ihrem letzten <a href="http://climatechange.worldbank.org/sites/default/files/Turn_Down_the_heat_Why_a_4_degree_centrigrade_warmer_world_must_be_avoided.pdf" class="externalNewWindow">Update wissenschaftlicher Studien</a> von der Wahrscheinlichkeit einer 4 Grad Temperaturerhöhung, die unbedingt vermieden werden müsse. Der Meeresspiegel steigt laut neusten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Intergovernmental_Panel_on_Climate_Change">IPCC</a> Berichten ebenso schneller als gedacht.</p>
<p>Das Merkwürdige ist nun, dass diese neue Faktenlage anscheinend keinen Einfluss auf die gesellschaftliche Bedeutung des Klimaschutzes hat, eher im Gegenteil: das Thema scheint die Gesellschaft langsam zu nerven. Das „Klimaschutzrelevanzparadoxon“ lautet also: <strong>Je besorgniserregender die politischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse werden, desto mehr verlieren die Themen Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung an medialer und gesellschaftlicher Bedeutung.</strong> Die gesellschaftliche Wahrnehmung des Problems ist also nicht proportional gekoppelt an die gestiegene Bedrohung. Ich muss zugeben, ich habe das nicht wirklich Erfunden. Volker von Prittwitz hat bereits vor vielen Jahren das sogenannte Katastrophenparadox beschrieben. Demnach sind in der Umweltpolitik objektive Belastung und handlungsorientierte Belastungswahrnehmung zwei Paar Schuhe. Gilt eine Bedrohung als heftig und beinah unabwendbar, hat man demnach schon gar keine Lust irgendwas zu versuchen. <strong>Pipifax Probleme dagegen werden gern angegangen, weil sie praktisch zu bewältigen sind.</strong> Ja, man kann Bierflaschen in der Bahn verbieten. Porsche Cayenne auf der Autobahn eher nicht. In Sachen karbonloser Gesellschaft fehlt nämlich immer noch die Fantasie: wie soll das gehen, radikal weniger oder sparsamer Autofahren? In gedämmten Häusern wohnen? Weniger Ressourcenverbrauch? Da hilft anscheinend nur Problemverdrängung.</p>
</p>
<p style="text-align: right">MARTIN UNFRIED ÜBER ÖKOSEX</p>
<p>Links zur Kolumne:<br /><a href="http://climatechange.worldbank.org/sites/default/files/Turn_Down_the_heat_Why_a_4_degree_centrigrade_warmer_world_must_be_avoided.pdf">&#8220;Why a 4°C Warmer World Must be Avoided Turn Down Heat | November 2012 | A Report for the World Bank by the Potsdam Institute for Climate Impact Research and Climate Analytics&#8221;</a><br /><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Intergovernmental_Panel_on_Climate_Change">Wikipedia: IPCC</a></p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/8098a5002f1140ef8263950e767b167e" alt="VG WORT Zählmarke für HTML Texte" height="1" width="1" /></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/oekosex/?flattrss_redirect&amp;id=62&amp;md5=69fd06c5f06cdab9648af447def2e8db" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/oekosex/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Grüne: Claudia Roth strahlt wieder, Postwachstum ungeklärt</title>
		<link>http://blogs.taz.de/oekosex/2012/11/19/grune-claudia-roth-strahlt-wieder-postwachstum-ungeklart/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Nov 2012 06:43:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ökosex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökosex | Ökotainment]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right"><span style="color: #999999"><sup>19.11.2012 | Montag | Ökosex</sup></span></p>
<h1 style="text-align: center">Grüne: Claudia Roth strahlt wieder, Postwachstum ungeklärt</h1>
<p style="text-align: center"><strong>Das Denken in Ökosex Kategorien ist nicht nur in Sachen ökologischer Lebensführung hilfreich, sondern natürlich auch beim Beurteilen politischer Parteien.</strong></p>
<p>Am Sonntag saßen vier Journalisten im <a href="http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/311790_presseclub/12486976_vom-buergerschreck-zum-buergerliebling-erobern?buchstabe=P">Presseclub bei der ARD</a> und diskutierten über die deutschen Grünen, und ob Sie jetzt endlich reif seien für Schwarz/Grün. Ich guckte erst recht gespannt zu, weil nämlich mein großer Bruder dabei saß. Dennoch musste ich nach 10 Minuten gähnen, so langweilig war das. Die Debatte hätte mit ähnlichen Oberflächlichkeiten auch vor Jahren stattfinden können. Es ging schwerpunktmäßig um Antigefühle bei der CDU gegen Jürgen Trittin (Überraschung!). Es wurde festgestellt, dass es keine Fundis und Realos mehr gäbe (Uiih!). Es ging um Grüne, die ihre Ernsthaftigkeit nun beweisen würden durch das haushaltkompatible Durchrechnen ihrer Programme (echt!). Und leider ging es unvermeidlich um das persönliche Schicksal der Claudia Roth und die Mainstreamfähigkeit von Katrin Göring-Eckardt. Mein Fazit: Claudia Roth ist nicht mehr beleidigt, aber die Frage mit dem Postwachstum noch nicht geklärt.</p>
<p><span id="more-55"></span></p>
<p>Am meisten erstaunt mich an diesen deutschen Debatten eigentlich immer die völlige Abwesenheit der europäischen Dimension. Da fällt keinem ein, mal zu fragen, warum die deutschen Grünen eigentlich im europäischen Vergleich so stabil und erfolgreich sind. Weil sie nämlich anders als beispielsweise französische oder niederländische KollegInnen tatsächlich überraschend professionelle Regierungspolitiker hervorgebracht haben. Und Jürgen Trittin war einer. Da konnte die BILD Zeitung noch so lange Dosenpfand und Benzinwut brüllen. Heute jedoch muss man von den Grünen Neues erwarten.</p>
<p>Nämlich, dass sie neue Konzepte zur Postwachstumsgesellschaft jenseits von Atomausstieg und Hartz IV vorstellen. Und genau dies wird leider noch nicht wirklich prominent diskutiert. Schade, angesichts der Nachrichtenlage am heutigen Montag: laut Weltbank steuert die Welt auf eine Situation zu, in der die globale Durchschnittstemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts <strong><a href="http://www.zeit.de/2012/41/Vier-Grad-Klimapolitik-Klimawandel">um vier Grad</a></strong> steigen werde. Das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Potsdam-Institut_f%C3%BCr_Klimafolgenforschung">Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung</a> spricht dabei von Risiken außerhalb der Erfahrungen unserer Zivilisation.</p>
<p>Da fällt mir ein, dass Frau Göring-Eckardt sich mal bei mir erkundigt hat, ob ich ökosex-technisch einen Lexus Hybrid als Dienstwagen der BundestagspräsidentInnen sinnvoll finde. Das ist wichtig, reicht aber natürlich noch nicht wirklich um sich als Ikone einer radikal carbonfreien Wirtschaft zu profilieren. Frau Roth steht ja angeblich für die Seele der Partei, damit kann aber das Postwachstum nicht gemeint sein.</p>
<p>Und überraschenderweise war der angebliche Ideologe Jürgen Trittin in Sachen Erneuerbare erstaunlich ideologiefrei. Der wollte sich noch vor Jahren nicht mit der Vision einer 100%igen erneuerbaren Stromversorgung identifizieren.  Leute wie Hans-Josef Fell, vor Jahren noch bei den Grünen als erneuerbare Nervensäge gehandelt, haben den offensichtlichsten Erfolg grüner Politik erst möglich gemacht. Witziger Weise mit Hermann Scheer von der Kohle-SPD, von deren Kandidat Steinbrück man heute alles erwarten kann, aber sicher keine öko-soziale Revolution.</p>
<p>Interessant wird es also erst, wenn wir uns fragen, was die Grünen eigentlich zu bieten haben, jenseits des christsozialdemokratischen Mainstreams. Natürlich würden Frau Merkel und Herr Steinbrück hübsch zusammen passen in ihrer Prinzipienlosigkeit, die oft mit Pragmatismus verwechselt wird. Zur Erinnerung: beide sahen weder die Finanzkrise kommen, noch haben sie auf die gehört, die schon vor 2008 strikte Bankenregulierung und Transaktionssteuern gefordert hatten. Sven Giegold war einer von denen bei Attac. Heute ist er für die Grünen im EU Parlament. Wär doch mal interessant, wenn wir hören könnten, welche Prioritäten er bei einer Regierungsbeteiligung hätte.</p>
<p>Tatsächlich gibt es nämlich bei den Grünen durchaus Sachverständige: Hermann Ott und Reinhard Loske waren früher Nachhaltigkeitsforscher beim Wuppertal-Institut. Sie gehören zu den Kritikern eines luftigen „Green Deals“, der lediglich grün-angestrichenes Wirtschaftswachstum bedeutet. Wann diskutieren Journalisten mal ernsthaft, was die Grünen zum &#8220;Weniger&#8221; zu sagen haben? Und auch darüber, warum von Winfried Kretschmann, der mit &#8220;weniger Autos&#8221; schon mal gut angefangen hatte, da in Zukunft eher weniger zu erwarten ist? Noch weiß nämlich auch bei den Grünen niemand, wie man über weniger Wachstum und weniger Konsum spricht. Weder die Claudia, noch die Katrin, noch der Jürgen wollen nämlich am Wahltag gnadenlos abgestraft werden.</p>
<p>Links zur Kolumne: <a href="http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/311790_presseclub/12486976_vom-buergerschreck-zum-buergerliebling-erobern?buchstabe=P">Presseclub bei der ARD</a> | <a href="http://www.zeit.de/2012/41/Vier-Grad-Klimapolitik-Klimawandel">www.zeit.de/2012/41/Vier-Grad-Klimapolitik-Klimawandel</a> | <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Potsdam-Institut_f%C3%BCr_Klimafolgenforschung">Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung</a></p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/35bb51ce64a94a87bca03983502911f3" alt="VG WORT Zählmarke für HTML Texte" height="1" width="1" /></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/oekosex/?flattrss_redirect&amp;id=55&amp;md5=f803bbe59c0eb8cdf90d9b517ced478c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/oekosex/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der große Held dreht sich für mich</title>
		<link>http://blogs.taz.de/oekosex/2012/11/04/der-grose-held-dreht-sich-fur-mich/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Nov 2012 05:56:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ökosex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökosex | Ökotainment]]></category>
		<category><![CDATA[Eigenstrom]]></category>
		<category><![CDATA[Konsumenten]]></category>
		<category><![CDATA[Produzenten]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right"><span style="color: #999999"><sup>04.11.2012 | Sonntag | Ökosex</sup></span></p>
<h1 style="text-align: center">Der große Held dreht sich für mich</h1>
<p style="text-align: center"><strong>Wirtschaft von unten braucht neue Gesetze: Warum ich zuhause bei mir in NL eigenen Windstrom verbrauchen kann und warum das auch in D nötig ist</strong></p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Scheer">Hermann Scheer</a> hatte es immer wieder voraus gesagt: <strong>Konsumenten werden zu Produzenten, wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu ihren Gunsten verändert werden. Dezentralisierung und Emanzipation von Konzernen fallen eben nicht aus der Luft, sondern müssen politisch gewollt und rechtlich verankert werden.</strong> Deshalb ist auch das ganze Generve bei der deutschen Stromdebatte so unglaublich oberflächlich. Es geht nämlich nicht um den abstrakten Preis des Stroms. <strong>Mehr noch geht es um die Machtfrage: wer produziert wo, wie, für wen und zu welchem Preis?</strong><br />
<span id="more-46"></span></p>
<p>Der niederländische Nachhaltigkeitsexperte Jan Rotmans hat gerade ein spannendes Buch geschrieben zum Thema: wie Bürger alle möglichen wirtschaftlichen Aktivitäten aus den Händen der Konzerne nehmen. Das Buch heißt “Im Auge des Orkans” (In het oog van de orkaan) und beschreibt die Niederlande mittendrin in einem spannenden Übergangsprozess dieser Bottom-up Wirtschaft. Der Boom von Energie-Genossenschaften ist auch hier bekannt, Geld abziehen von Großbanken und unterbringen bei kleineren ethischen Banken auch.</p>
<p>Ebenso zündet langsam die Idee der solidarischen Landwirtschaft. Wer einen Hof kennt in der Gegend von Maastricht/Aachen, der melde sich bitte bei mir. Ich würde nämlich auch gerne Blumenkohl vom eigenen Hof verspeisen. Überrascht habe ich sogar gelesen, dass es in NL Initiativen gibt unter Selbstständigen, die sich gegenseitig im Fall von Krankheit unterstützen (<a class="externalNewWindow" href="http://www.broodfonds.nl">www.broodfonds.nl</a>). Das ist eine Art Krankenversicherung im kleinen Kollektiv und eben nicht beim großen Versicherer.</p>
<p>Reden ist Silber, eigenes Geld verschieben in diesem Sinne Gold. Das dachte ich letzte Woche und erweiterte mit großem Spaß mein unternehmerisches Portfolio. Bekanntlich bin ich als Genossenschaftsmitglied bereits Miteigentümer einer deutschen Tageszeitung und einer Energiegenossenschaft. Aber schon seit längerem wollte ich auch meinen Strom zuhause in Maastricht selber machen. Auf meinem Dach ist aber kein Platz mehr für PV wegen der Wärmekollektoren. Da kam der große Held gerade recht. Gucken Sie mal auf die Seite: <span class="externalNewWindow"><a href="http://www.windcentrale.nl/teller">www.windcentrale.nl/teller</a></span>. Sie sehen eine toll gezeichnete Graphik von zwei Windmühlen mit vielen bunten Köpfen. Die Mühlen heißen “de grote Geert”, also der große Geert, und “de jonge Held”, der junge Held. Mir gehören bald zwei kleine Anteile vom jungen Helden, der in 10 000 Teile zerlegt wurde.</p>
<p>Das wäre an sich noch nicht spannend. Viele Leute haben in Deutschland Anteile von Bürgerwindanlagen gekauft. Spannend ist die <em><a href="http://www.windcentrale.nl">Windcentrale</a></em> deshalb, weil ich ab Januar tatsächlich meinen eigenen Windstrom zuhause verbraten kann, obwohl die Mühle woanders steht.Das werden in meinem Fall rund 1000 kWh Strom im Jahr sein, da ich zwei Anteile von je 350 Euro gekauft habe und die ungefähr gut sind für 500 kWh Stromproduktion – je nach Wind. Der Schlüssel zum ganz großen Vergnügen heißt natürlich “Eigenverbrauch”.</p>
<p>Und der ist auch in NL rechtlich gar nicht so einfach zu realisieren. Nun funktioniert das so: Die <em><a href="http://www.windcentrale.nl">Windcentrale</a></em> arbeitet mit einem Ökostromer zusammen, bei dem ich Kunde sein muss und der mir meinen Strom durchleitet. Das Unternehmen gibt mir ab nächstem Jahr pro selbstgemachter Kilowattstunde den Preis zurück, den ich für den reinen Strom (also ohne Steuern und Gebühren) für Strom gezahlt hätte plus Mehrwertsteuer. Das sind im Moment zusammen rund 9 Cent. Logischerweise bezahlen wir natürlich auch für unseren eigenen Strom Netzkosten und lustiger weise auch die volle Stromsteuer. Aber am Ende zahle ich eben für meine Kilowattstunde nicht rund 23 Cent, sondern nur 14 Cent. Und das reicht mir, um längerfristig besser dazustehen als mit Fremdstrom. Insbesondere wenn der Strompreis steigt. Logischerweise kann ich nur so viele Kilowattstunden selber machen, wie ich auch verbrauche. Es geht eben um Eigenstrom.</p>
<p>Wer es nun schafft, dieses Modell auf Deutschland zu übertragen, bekommt von mir ein Ökosex T-Shirt. Die rechtliche Lage bei der Durchleitung von eigenem Strom ist nämlich höchst komplex. Oder anders gesagt, skandalös unvorteilhaft für den Privathaushalt. <strong>Das Modell wäre ein wichtiger Durchbruch: der Einstieg in die Stromproduktion mit 350 Euro pro Anteil ist sehr niedrig und auch für Leute ohne große Ersparnisse möglich.</strong> Und es ist wirklich der eigene Strom. Das könnte endlich für viele Mieter ohne Dach der Einstieg sein in die faszinierende Welt der Stromwirtschaft von unten.</p>
<p style="text-align: right">MARTIN UNFRIED ÜBER ÖKOSEX</p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/9d110cd8f8034ea387230fde5c753dcc" alt="VG WORT Zählmarke für HTML Texte" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/oekosex/?flattrss_redirect&amp;id=46&amp;md5=f0092779268f2fc0bb6ccad72807b72a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/oekosex/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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