Archive for November, 2010

29.11.2010 von Redaktion
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Die Giftfirma und die geheime Umweltbehörde

von Redaktion

Die Arbeiter zerlegten die Trafos - von giftigen Stoffen wussten sie nichts. Foto: ap

Was tut eine Behörde, die einräumen muss, dass ein von ihr genehmigter Recyclingbetrieb seit Jahren Arbeiter und Anwohner mit krebserregenden Chemikalien verseucht? Sie arbeitet langsam, ganz langsam.

Unmittelbar nachdem Ende September bekannt wurde, dass im Blut der Arbeiter des Dortmunder PCB-Entsorgers Envio auch die Seveso-Gifte Dioxin und Furan stecken, hat sich die taz beim Umweltamt der Stadt Dortmund und bei der Bezirksregierung im nordrhein-westfälischen Arnsberg um Akteneinsicht bemüht. Beschleunigt hat auch der Hinweis auf das nordrhein-westfälische Pressegesetz und das Umweltinformationsgesetz die Bearbeitung nur bedingt: Ein Blick in die Arnsberger Genehmigungs- und Verfahrensakten war erst in der zweiten Novemberhälfte möglich.

Präsentiert wird dann ein nur für die taz vorbereiteter, durcheinandergewürfelter Aktenhaufen, der mehr verwirren als aufklären soll: Wichtige Genehmigungen fehlen, müssen nachbestellt werden. Namen und Fakten sind unter Hinweis auf noch immer zu schützende Geschäftsgeheimnisse… weiter lesen

29.11.2010 von Redaktion
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Das ist nicht das Ende der Diplomatie, sondern das Ende von Wikileaks

von Redaktion

Schwer bewacht: US-Botschaft in Berlin || Foto: reuters

“The end of diplomacy as we know it” soll die neueste Veröffentlichung von Wikileaks-Dokumenten sein. Das kann man doch sehr anzweifeln. Politiker und Journalisten geißeln die Veröffentlichung als “verantwortungslos”. Dabei ist es doch keine Neuigkeit, dass Guido Westerwelle kein sonderlich souveräner Politiker ist. Der CSUler Horst Seehofer “begrenzt” und Angela Merkel “selten kreativ”. All dies war schon in deutschen Zeitungen zu lesen und es ist wohltuend zu erfahren, dass man dies in den Vereinigten Staaten auch so sieht.

Der große Knaller, den Wikileaks-Sprecher Julian Assange im Vorfeld vollmundig ankündigte, ist die neueste Veröffentlichung nicht. Eher doch Eigen-PR mit einem, mit Verlaub, äußerst boulevardesken Touch. Über die Dokumente zur deutschen Politik kann man eher lachen, als dass sie schocken. Die Beurteilungen über ausländische Politiker sind zum Teil gravierender, gleichwohl sind die neuen Dokumente im Vergleich zu dem, was Wikileaks in der… weiter lesen

26.11.2010 von johannesgernert
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Eine Weltkarte des HI-Virus

von johannesgernert

Vor dem Welt-Aids-Tag am 1. Dezember hat die UN-Organisation Unaids ihren globalen Aids-Report veröffentlicht. Geschätzte 33,3 Millionen Menschen sind demnach weltweit mit HIV infiziert. 1,8 Millionen Menschen starben im Jahr 2009 an den Folgen von Aids. Am stärksten betroffen ist Afrika südlich der Sahara.

In den wenigsten Ländern gibt es dort ausreichend Medikamente, um die Viruslast im Blut zu mindern und so ein Leben mit der Infektion zu ermöglichen.

Auf einer Weltkarte zeigen wir für einige ausgewählte Staaten, wie gut die Menschen dort laut Unaids mit antiretroviralen Mitteln versorgt werden. Besonders erfolgreich ist in dieser Hinsicht Botswana, wo fast alle Betroffenen Zugang zu Medikamenten haben.

Dass die Zahlen von 2006 auf 2009 in einigen Ländern deutlich gesunken sind, hängt auch damit zusammen, dass die Weltgesundheitsorganisation die Kriterien verschärft hat, ab wann HIV-Positive Medikamente bekommen sollen.

Auf der Karte sind außerdem weitere… weiter lesen

22.11.2010 von Redaktion
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Britische Ministerien legen Monatsausgaben offen

von Redaktion

Foto: 3lab.tv / photocase.com

Warum tut eine Regierung so etwas? Monat für Monat will die britische Koalition aus Konservativen und Liberalen ab sofort alle ihre Ausgaben offenlegen. Und zwar als OpenData, also als Datensätze in maschinenlesbaren Formaten wie Excel-Listen. So lassen sie sich automatisiert sortieren, filtern und durchstöbern. Der britische Premier David Cameron erklärte ehrgeizig, mit dem Projekt wolle man die transparenteste Regierung der Welt werden.

Praktischer sieht es der Minister für Kabinettsangelegenheiten, Francis Maude. Obwohl er die Veröffentlichung mehr im Scherz als „Masochismus“ bezeichnet hatte, fordert er jeden dazu auf, die Datensätze aus dem Internet zu nehmen und zu analysieren. „Wir glauben, dass die Veröffentlichung dieser Daten zu besseren Entscheidungen der Regierung führen und schließlich helfen werden, Geld zu sparen“, schrieb der Minister im britischen Guardian.

In dem Projekt werden alle Ausgaben der Ministerien, die eine Höhe von 25.000 Pfund übersteigen, im offiziellen… weiter lesen

18.11.2010 von johannesgernert
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Die Innenminister und der Terror

von johannesgernert

An den Flughäfen wurden Sicherheitsvorkehrungen verstärkt dapd

Die Warnungen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière sind in dieser Woche noch einmal drastischer geworden. Wieder forderte de Maizière alle Bürger auf, Verdächtiges zu melden und etwa auf unbeaufsichtigte Gepäckstücke hinzuweisen. So wenig klar ist, was die Geheimdienste und Ermittlungsbehörden genau befürchten, so sehr zeigt sich: Thomas de Maizière hat eine informationspolitische Kehrtwende vollzogen.

Während seiner Amtszeit hatte er sich bisher mit konkreten Warnungen zurückgehalten. Manchen kam er deswegen wie ein Entwarnungsminister vor. Schäuble, schrieben diese Beobachter, habe laut über die Terrorbedrohung schwadroniert. Sein Nachfolger bevorzugte leisere Töne. Aber wie häufig warnten die Innenminister in den vergangenen Jahren vor der Terrogefahr?

Mit einer Archivrecherche lässt sich das recht einfach feststellen. Wir haben ein Medienarchiv nach den entsprechenden Tickermeldungen durchsucht. Das Ergebnis: Tatsächlich hat Schäuble im Jahr 2007 am häufigsten gewarnt. Der Abstand zu de Maizière ist allerdings… weiter lesen

07.11.2010 von Redaktion
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Twitter Live-Map aus dem Wendland

von Redaktion

Gregor Aisch (vis4.net) und Lorenz Matzat (datenjournalist.de) versuchen ein Live-Web Experiment während der Anti-Atom-Proteste im Wendland. Sie wollen nahezu in Echtzeit die Tweets rund um den Castor-Transport sinnvoll sortieren und visuell aufbereiten.

Wenn die Funknetze im Wendland durchhalten, werden in den Protest-Tagen stündlich tausende Tweets rund um den Castortransport abgesendet werden, die hier gefiltert angezeigt werden.

Die Map in voller Größe gibt es hier.

Und so funktioniert’s:

1. Alle Tweets, die

#castor, #wendland, #gorleben, #schottern, #antiakw, #antiatom, #ausgestrahlt, #atommüll, #atomkraft

enthalten werden gescannt.

Dann werden die Tweets ohne GPS-Informationen mit einer Liste von Ortsnamen abgeglichen. RT (Retweets) Nachrichten werden aussortiert und Tweets ohne Ortsinformationen

Hier findet ihr eine Karte, auf der alle Orte zu sehen sind.

2. Ungefiltert werden alle Tweets im 25-Kilometer-Umkreis von Dannenberg gemappt, die einen GPS-Standort enthalten.

3. Zusätzlich wird eine Auswahl von Twitter-Accounts… weiter lesen