20.10.2011 von Redaktion
33 Straftaten eines Kriminellen in Los Angeles. Auffällig ist: Viele der Taten beging er innerhalb eines engen Umkreises (rot).
Was Wissenschaftler der Universitäten von Santa Cruz (SCU) und Los Angeles (UCLA) auf die Beine gestellt haben, erinnert vielmehr an den Science-Fiction-Streifen “Minority Report”, als an die Realität. Verbrechern das Handwerk legen, bevor die überhaupt ihre Tat begehen können – so die Idee eines Forschungsprojekts. Um das zu realisieren brauchte es jedoch weder Steven Spielberg noch Tom Cruise.
Ein kleines Forscherteam um die beiden Mathematiker George Mohler (Studie) und Martin Short (Simulation) arbeitete an dem Projekt. Sie werteten Datensätze der LAPD und der Polizei von Santa Cruz über Verbrechen in den letzten acht bis zehn Jahren aus. Dabei zeigte sich, dass Gewaltverbrechen oft nach einem bestimmten Muster auftreten.

Screenshot (2): http://paleo.sscnet.ucla.edu/
Etwa, dass kriminelle Taten auffallend oft in kriminellen Ballungszentren („Hotspots“) entstehen… weiter lesen
28.07.2011 von Redaktion

Screenshot guardian.co.uk
Zwei Jahre nachdem der Guardian auf Datenjournalismus gesetzt hat und begleitend einen Datenblog aufgesetzt hat, zieht der verantwortliche Redakteur, Simon Rogers, ein Fazit. Er berichtet, dass anfangs die Menschen ihn noch gefragt hätten, ob Artikel, die auf Daten basieren, wirklicher Journalismus sei. Doch spätestens nach den spektakulären Enthüllungen durch Wikileaks hätte diese Frage niemand mehr gestellt. Im Weiteren beschreibt er in 10 Punkten, was Datenjournalismus für den Guardian bedeutet und wie er umgesetzt wird. Ein sehr informativer Blogeintrag, der hier nachzulesen ist.
09.04.2011 von Redaktion

Ami Sedghi beim Medienkongress-Panel "Mehr als 1.000 Worte"
Riesige Datenmengen müssen nicht zwangsläufig überfordern. Sie können auch bereichern und durchaus kreativ machen. Diesen Eindruck vermittelten am Samstag die Referenten der Podiumsdiskussion „Mehr als 1000 Worte”. Einblicke in die innovative Aufbereitung mit Karten, Daten und Videos gaben Hochkaräter aus dem internationalen Journalismus: New York Times Videoredakteurin Zena Barakat, Ami Sedghi, englische Online- und Datenjournalisten vom The Guardian und Philippe Rekacewicz seines Zeichens bekannt als Journalist sowie Karto- und Geograf von Le Monde Diplomatique. Durch das Podium führte auf englischer Sprache diesmal Doris Akrap, die nicht nur als taz- Redakteurin fungiert, sondern auch das Konzept und die Durchführung des kooperativen Medienkongresses mit organisierte.
Da die Arbeit der Anwesenden immer mit einer bildlichen Symbolik einhergeht, wurden Arbeitsproben für das Publikum aufs Exempel gemacht. Dabei stand zentral die Frage im Raum welche Daten, wie verlässlich und welche Interpretationen ohne Manipulationen möglich sind.… weiter lesen
10.02.2011 von Redaktion

screenshot / maps.met.police.uk
Der ORF berichtet auf seinem Onlineportal, dass die britische Regierung seit Dienstag den Einwohnern von England und Wales einen Überblick über die in ihrer Nachbarschaft begangenen Verbrechen und Vergehen gibt. Die Website bietet die erste landesweite “Kriminalitätskarte” – ähnliche Karten existieren bisher nur für einzelne Städte in den USA.
Die Crime Map soll unter den Bewohnern in England und Wales offenbar größte Neugier ausgelöst haben, 75.000 Anfragen pro Minute seien laut ORF seit dem Online Auftritt eingegangen sein. Die Webseite brach wenige Stunden später zusammen, wer seine Postleitzahl eingeben konnte, erhielt eine Auflistung aller bei der Polizei gemeldeten Vergehen des vergangenen Monats, von “anti-sozialem Verhalten” wie etwa mutwillige Beschädigung über Diebstahl bis hin zu schweren Gewaltverbrechen.
Zum ganzen Text klicken Sie hier.
14.01.2011 von Redaktion
Die Nationale Plattform Elektromobilität setzt recht hohe Erwartungen in den Verkauf von E-Fahrzeugen. Die Tabellen des Kraftfahrtbundesamts sind dagegen ernüchternd.

Die mobile Zukunft hängt an der Steckdose? // Foto: dpa
Ob das ein ambitioniertes Ziel ist, darüber lässt sich streiten: Bis 2020 will die Bundesregierung eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen sehen. Eigentlich ist das gar nicht viel, sagt der ehemalige Chef des Bundesumweltamts, Axel Friedrich. Denn 2020 wird mit 50 bis 60 Millionen Fahrzeugen in Deutschland gerechnet. Eine Million würden da gerade einmal ein Prozent ausmachen. Es könnte aber, auch das sagt Friedrich, zu viel sein, um das Ziel zu erreichen. Selbst wenn man unter „Elektrofahrzeugen“ auch Fahrräder und Roller verstehen würde.
Zu Beginn des Jahres 2010 gab es in Deutschland laut Kraftfahrtbundesamt gerade einmal 1588 Elektroautos – und 28.862 Hybridwagen wie den Toyota Prius. Auf einer der weltweit wichtigsten Automessen in Detroit erzählte der Vizepräsident vom… weiter lesen
26.11.2010 von johannesgernert
Vor dem Welt-Aids-Tag am 1. Dezember hat die UN-Organisation Unaids ihren globalen Aids-Report veröffentlicht. Geschätzte 33,3 Millionen Menschen sind demnach weltweit mit HIV infiziert. 1,8 Millionen Menschen starben im Jahr 2009 an den Folgen von Aids. Am stärksten betroffen ist Afrika südlich der Sahara.
In den wenigsten Ländern gibt es dort ausreichend Medikamente, um die Viruslast im Blut zu mindern und so ein Leben mit der Infektion zu ermöglichen.
Auf einer Weltkarte zeigen wir für einige ausgewählte Staaten, wie gut die Menschen dort laut Unaids mit antiretroviralen Mitteln versorgt werden. Besonders erfolgreich ist in dieser Hinsicht Botswana, wo fast alle Betroffenen Zugang zu Medikamenten haben.
Dass die Zahlen von 2006 auf 2009 in einigen Ländern deutlich gesunken sind, hängt auch damit zusammen, dass die Weltgesundheitsorganisation die Kriterien verschärft hat, ab wann HIV-Positive Medikamente bekommen sollen.
Auf der Karte sind außerdem weitere… weiter lesen
22.11.2010 von Redaktion

Foto: 3lab.tv / photocase.com
Warum tut eine Regierung so etwas? Monat für Monat will die britische Koalition aus Konservativen und Liberalen ab sofort alle ihre Ausgaben offenlegen. Und zwar als OpenData, also als Datensätze in maschinenlesbaren Formaten wie Excel-Listen. So lassen sie sich automatisiert sortieren, filtern und durchstöbern. Der britische Premier David Cameron erklärte ehrgeizig, mit dem Projekt wolle man die transparenteste Regierung der Welt werden.
Praktischer sieht es der Minister für Kabinettsangelegenheiten, Francis Maude. Obwohl er die Veröffentlichung mehr im Scherz als „Masochismus“ bezeichnet hatte, fordert er jeden dazu auf, die Datensätze aus dem Internet zu nehmen und zu analysieren. „Wir glauben, dass die Veröffentlichung dieser Daten zu besseren Entscheidungen der Regierung führen und schließlich helfen werden, Geld zu sparen“, schrieb der Minister im britischen Guardian.
In dem Projekt werden alle Ausgaben der Ministerien, die eine Höhe von 25.000 Pfund übersteigen, im offiziellen… weiter lesen
18.11.2010 von johannesgernert

An den Flughäfen wurden Sicherheitsvorkehrungen verstärkt dapd
Die Warnungen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière sind in dieser Woche noch einmal drastischer geworden. Wieder forderte de Maizière alle Bürger auf, Verdächtiges zu melden und etwa auf unbeaufsichtigte Gepäckstücke hinzuweisen. So wenig klar ist, was die Geheimdienste und Ermittlungsbehörden genau befürchten, so sehr zeigt sich: Thomas de Maizière hat eine informationspolitische Kehrtwende vollzogen.
Während seiner Amtszeit hatte er sich bisher mit konkreten Warnungen zurückgehalten. Manchen kam er deswegen wie ein Entwarnungsminister vor. Schäuble, schrieben diese Beobachter, habe laut über die Terrorbedrohung schwadroniert. Sein Nachfolger bevorzugte leisere Töne. Aber wie häufig warnten die Innenminister in den vergangenen Jahren vor der Terrogefahr?
Mit einer Archivrecherche lässt sich das recht einfach feststellen. Wir haben ein Medienarchiv nach den entsprechenden Tickermeldungen durchsucht. Das Ergebnis: Tatsächlich hat Schäuble im Jahr 2007 am häufigsten gewarnt. Der Abstand zu de Maizière ist allerdings… weiter lesen
23.10.2010 von Redaktion
Am Samstag hat der Spiegel die Kriegstagebücher aus dem Irak auf seiner Internetplattform veröffentlicht. Und diesmal wurde auch die Redaktion von Spiegel Online früh genug eingebunden, sodass die Daten auch visuell gut aufbereitet werden konnten. Orientiert zu haben scheinen sie sich aber hauptsächlich an der Vorlage des Guardian, der schon die Kriegstagebücher aus Afghanistan grafisch sehr gut umgesetzt hatte.
Wer selber in den Warlogs mitlesen und mitbewerten will, dem sei diese englischsprachige Anwendung aus Frankreich empfohlen:

19.10.2010 von Redaktion
Die Post hat ihr Briefgeschäft in Bäckereien und Banken ausgelagert. Für Kunden heißt das mehr Service, für die Beamten Lächellehrgänge und Verkaufsdruck. Ein Postler packt aus.

Foto: ap
Das folgende Protokoll ist nach mehreren Gesprächen mit einem Filialleiter der Deutschen Post entstanden. Seinen Namen kann er nicht nennen. Wie andere Mitarbeiter des Konzerns musste er unterschreiben, dass er nicht mit Journalisten spricht.
„Am Anfang haben wir das noch eingesehen. Wenn eine Postfiliale auf dem Land bloß drei Stunden offen hat und an manchen Tagen gar nicht, ist das ein Vorteil für die Leute, wenn man das Briefgeschäft in einen Lebensmittelladen oder eine Bäckerei verlegt. Völlig klar, das war ja alles schön. So wollten das die neuen McKinsey-Manager damals, nach der Privatisierung. Die ersten kleinen Postämter sind also 1993 und 1994 in sogenannte Partneragenturen umgewandelt worden. Da stand dann ein Postschalter neben der Brötchentheke oder dem Regal mit den Gurkengläsern.
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