Angesichts der Rekordumfragewerte für die Grünen beobachtet die Parteivorsitzende Claudia Roth ein neues Politikverständnis in Deutschland. „Die Republik hat sich verändert“, schreibt Roth im Streit der Woche der sonntaz. „Politik funktioniert nicht mehr so, dass mit arroganter Attitüde Entscheidungen gegen die Mehrheit der Menschen einfach durchgezogen werden können.“Immer sichtbarer werde ein starkes Selbstbewusstsein von Bürgerinnen und Bürgern, die an Entscheidungsprozessen beteiligt werden wollen.
Der aktuellen Forsa-Wahlumfrage zufolge würden momentan 24 Prozent der Deutschen für die Grünen stimmen. Damit haben sie die SPD als zweitgrößte Partei zumindest in dieser Erhebung überholt. Dennoch, entgegnet Jürgen Suhr, Grünen-Chef in Mecklenburg-Vorpommern, sei Deutschland nicht grün. Die Erfahrung, die er im kleinsten Landesverband mache, sei eine andere. „Grüne Politik ist nur in den urbanen Zentren mehrheitsfähig, in der Fläche noch nicht.“ Je weiter es in den Osten gehe, umso mehr müssten Grüne um Akzeptanz ringen.