30.09.2011 von Philipp Gessler
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katzenjammer nach papstbesuch

von Philipp Gessler

liebe schwestern und brüder,

nach dem papstbesuch, der einen auch als journalisten geradezu überrollt hat, so dass man kaum zum nachdenken kam, bin ich immer noch in gedanken, was diese reise denn nun gebracht hat – und was nicht.

nach den reaktionen meiner protestantischen freundinnen und freunde zu urteilen, war der besuch in sachen ökumene eher kontraproduktiv – sie hatten da doch sehr viel mehr erwartet.

was die katholische kirche in deutschland angeht, frage ich mich nach wie vor, was diese beiden praktisch letzten reden des papstes (beim zdk und im konzerthaus) eigentlich sollten: was hat der papst damit eigentlich erreicht, außer die katholikinnen und katholiken in deutschland zu brüskieren?

übrigens möchte ich diesen blog gerne weiter führen, da ich glaube, dieses diskussionsforum könnte, abseits des papstbesuchs und angehängt an der taz, ganz sinnvoll sein.

pax et bonum!

26.09.2011 von Philipp Gessler
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nach der papstreise

von Philipp Gessler

liebe schwestern und brüder,

jetzt ist die papstreise vorbei, und vor ca. anderthalb stunden bin ich in berlin gelandet. was ich gestern erlebt und gedacht habe, ist nachzulesen in der heutigen print-ausgabe der taz oder auf taz.de.

der letzte tag der papstreise hat die ganze sache doch ziemlich eingetrübt. ich bin eher frustriert. bei der predigt am flughafen am sonntag morgen, beim gespräch mit dem zentralkomite der deutschen katholiken (zdk) am samstag und erst recht bei seiner rede im konzerthaus zu freiburg kurz vor seiner abreise hat der papst noch einmal behauptet, dass die katholische kirche hier in deutschland im grunde verfettet sei, nicht romtreu und zu reich – was ich ziemlich unhöflich finde, zumal dann, wenn man selbst im vatikan unter prächtigen bedingungen lebt, bezahlt unter anderem durch das deutsche kirchensteuergeld.

ja, ich finde der papst sollte auch ärmer leben und mit gutem beispiel voran gehen. aber grundsätzlich könnte… weiter lesen

25.09.2011 von Philipp Gessler
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nachgedanken zum nachtgebet des papstes mit den jugendlichen

von Philipp Gessler

liebe schwestern und brüder,

nach einer nacht des schlafs (wenn auch nicht sehr lange) weiß man ja manchmal, was vom vortag übrig blieb. ich bin immer noch ziemlich fasziniert von dem nachtgebet (vigil) des papstes mit den jungen leuten.

weniger die worte des papstes hallen in mir nach als vielmehr die der jugendlichen, mit denen ich gesprochen habe. WEISS DIE KIRCHE EIGENTLICH ZU SCHÄTZEN. WAS FÜR EINEN SCHATZ SIE DA IN DEN HÄNDEN HÄLT?

die strahlen alle, finden vieles nicht gut, was der papst da so sagt, aber halten trotzdem zur kirche, weil sie hoffnung und freude haben.

diese hoffnung darf man doch nicht enttäuschen! die hierarchie muss doch mal richtig zuhören, was diese leute, die zukunft der kirche, wollen. (wer mehr über die vigil wissen will, kann das hoffentlich in wenigen minuten online auf taz.de tun – habe da was geschrieben.)

gestern abend habe ich in freiburg dann noch… weiter lesen

24.09.2011 von Philipp Gessler
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der papst bei der vigil mit der jugend

von Philipp Gessler

liebe schwestern und brüder,

schon wieder ein gottesdienst mit dem papst, dieses mal mit der jugend. ganz schöne inszenierung. eine ziemlich schöne predigt des papstes, endlich mal klar und warmherzig, das erste mal auf dieser reise in deutschland.

die jungen leute sind vor dem wortgottesdienst bester dinge. sie erzählen einem, das fragt man ja so als journalist, dass sie benedikt schon achten. aber manche sagen es offen: eigentlich feiern sie hier mehr die gemeinschaft, und das in einer heiteren menge von einigen tausend anderen jungen leuten – was soll schlecht daran sein?

einige sagen sogar, dass sie den papst lieben. ein mädchen hält ein kleines schild hoch: redet mit uns! eine gruppe von messdienerinnen hat ganz offensichtlich viel spaß. aber wenn man nach den leidigen themen wie zölibat, frauenordination etc. fragt, sind sie überhaupt nicht seiner meinung.

das ins stammbuch der neo-konservativen katholiken vom schlage unseres neuen super-katholiken vom “spiegel”,… weiter lesen

24.09.2011 von Philipp Gessler
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vor der papstmesse in erfurt

von Philipp Gessler

liebe schwestern und brüder,

mein laptop auf dem knie, auf einem geländer siitzend diese meldung – ach, was für ein toller web0.2-journalist ich doch bin!

gleich fängt die papstmesse an. die sonne ist rausgekommen. mal sehen, wie das wird auf dem domplatz. schon ein erster eindruck: etwas zu viel sakropop – da stimme ich meiner kollegin doris akrap zu.

übrigens: die talare der bischöfe sind schon einmal genutzt worden, auf dem weltjugendtag in köln, wenn ich es richtig mitgekriegt habe. also, die kirche kann auch einfach ein wenig sparen.

und jetzt die bläser – ja, ist das hier etwa ein evangelischer gottesdienst?

24.09.2011 von Philipp Gessler
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zum thema missbrauch

von Philipp Gessler

liebe schwestern und brüder,

es ist noch ganz schon frisch hier auf dem domplatz. noch eine stunde warten, dann kommt der papst. wir sitzen auf der pressetribüne und frieren uns den arsch ab, auf deutsch gesagt.

aber ich will noch was ernstes melden: gestern abend hat der papst missbrauchsopfer getroffen. das war geheim gehalten worden, erst nach dem treffen gab es dazu eine presseerklärung.

das war bei den vergangenen reisen des papstes sehr ähnlich: geheimes treffen, danach erst erklärung, dass das treffen statt gefunden hat.

die kirche sagt: das soll die opfer schützen, damit sie nicht von den medien belagert werden. und wer erlebt hat, wie das läuft, ich gehöre ja auch zur meute, der weiß, wie brutal wir journalisten sein können.

ich glaube, das argument der kirche für die geheimhaltung des treffens ist ernst zu nehmen. denn wenn man hier erlebt, wie begehrt es selbst für ziemlich prominente leute… weiter lesen

23.09.2011 von Philipp Gessler
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marienfrömmigkeit in etzelsbach – sehr sperrig

von Philipp Gessler

liebe schwestern und brüder,

wahrscheinlich bin ich innerlich ja schon völlig abgestumpft, aber auch als katholik ist mir die marienfrömmigkeit ziemlich fremd.

wenn der papst jetzt im etzelsbach von einer “besonderen freundschaft zu maria” spricht und weiß, dass sie “alle unsere nöte mitempfindet und mütterlich auf ihre überwindung sinnt”, dann frage ich mich: schon zu jesus wirklich ein gefühl der “freundschaft” aufzubauen, halte ich für schwer – wie dann zu maria, von der man doch beinahe nichts weiß? und warum weiß der papst, dass miriam aus nazareth wirklich dort im himmel unsere nöte mitempfindet?

wenn man seine mutter auf erden liebt, wozu braucht man dann noch eine im himmel? und was ist das dann für eine liebe?

maria, die mutter jesu, habe ich erst vor einem jahr ein wenig schätzen gelernt, als mir die ex-bischöfin von hamburg, maria jepsen, (evangelisch!) die feministische und sogar revolutionäre seite marias bei einem interview… weiter lesen

23.09.2011 von Philipp Gessler
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papst im eichsfeld

von Philipp Gessler

liebe schwestern und brüder,

wenn man sich die marianische vesper in etzelsbach anschaut, kommt man schon ins grübeln, ob der katholizismus vielleicht nur in der provinz funktioniert.

auf jeden fall scheint der papst endlich mal ein wenig gelöst zu sein, sonst wirkt er während dieser reise immer so müde und angespannt. wird er nur locker, wenn er weiß, dass die leute ihn lieben?

noch ein gerücht: angeblich, angeblich ist unser gegenwärtiger ober-katholik vom “spiegel” kurz von der polizei festgesetzt worden, als er versucht haben soll, über einen zaun zu klettern, um doch noch ins olympiastadion zur papstmesse zu kommen.

weiß nicht, ob das stimmt. aber absurd wäre das schon. was für ein typ!

23.09.2011 von Philipp Gessler
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papst im augustinerkloster

von Philipp Gessler

liebe schwestern und brüder,

habt ihr das verfolgt im fernsehen, was da im augustiner-kloster zu erfurt passiert ist, als der papst da war? zusammengefasst: eigentlich nichts.

der oberste brückenbauer (pontifex maximus) hat keine brücke gebaut. hat sich nicht auf die protestanten zu bewegt. doch etwas enttäuschend.

die rede von göring-eckhardt war schön, stellenweise fast poetisch. die kirche schlicht und eindrucksvoll. und dann die irre geschichte dieses ortes: da lag luther, hier lief er, dort hat er seine erste messe gefeiert …

ein historischer ort – aber der papst hat den kairos nicht genutzt. schade. auch die umarmung mit präses schneider war ziemlich krampfig.

naja, wenigstens hat er nicht die aussage von “dominus iesus” wiederholt, dass die evangelischen kirchen gar keine kirchen seien.

wem die ökumene am herzen liegt, der muss leidensfähig sein.

22.09.2011 von Philipp Gessler
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papst fährt ins olympiastadion

von Philipp Gessler

liebe schwestern und brüder,

jetzt ist er da, der papst. im papamobil. die leute jubeln. zwei babies wurden schon von ihm geküsst, ist immer noch unterwegs. kommt noch eins?

die musik: etwas zu viel sakropop – und bläser! protestantisch, geht doch nicht!

naja, die leute jubeln.

meinen sie ihn, sein amt, den lieben gott? ist vielleicht für ihn nicht so leicht, das auseinander zu halten.