Verschlüsselte Email Teil I: Warum soll ich das?

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Natürlich, als guter, d.h. gesetzestreuer, Bürger hast Du nichts zu verbergen. Aber geht es dir nicht vielleicht doch gegen den Strich, dass andere, ungebeten und ohne Dich zu fragen, deine Emails lesen? Immerhin nutzt auch Du vermutlich Email inzwischen, um private oder geschäftliche Dinge zu besprechen, die außer den Betroffenen niemand angehen.

Dass der Emailverkehr weltweit von Geheimdiensten gelesen wird, ist kein Geheimnis. Echelon ist nur das bekannteste und umfassendste Abhörsystem. In der Tat unterhält so ziemlich jeder Geheimdienst Abhörstationen. Und in der EU ist Ende 2005 die Vorratsdatenspeicherung von Kommunikationsdaten beschlossen worden.

Wenn auch nur eine kleine Minderheit befürchten muss, bei Polizei oder Geheimdiensten negativ aufzufallen, besteht doch für jeden von uns die Gefahr, dass der Inhalt von Emails in unbefugte Hände gerät:

  • Nicht nur nutzen die meisten von uns Mailanbieter wie Web.de oder Google Mail. Man kann wohl getrost davon ausgehen, dass diese Anbieter die unsere Daten nach bestem Wissen und Gewissen vor Crackern schützen. Aber niemand ist vollkommen sicher vor Datendiebstahl, und je größer der Anbieter, desto wertvoller und verlockender seine Datenbestände. Und diese Daten sind Kapital für die Email-Anbieter, das sie im besten Fall dazu nutzen, Dir zielgerechte Werbung zuzuschicken. Weil Firmen auch nicht vor dummen Fehlern gefeit sind, kann es passieren, dass Nutzerdaten, auch Mails, aus Versehen veröffentlicht werden. Weniger gewissenhafte Anbieter verkaufen Ihren gesamten Datenbestand an Fremdfirmen. Wir wollen nicht, dass unsere Emails eines Tages bei der Schufa oder einem potentiellen Arbeitgeber landen, oder?
  • Jede Mail durchläuft auf ihrem Weg vom Absender zum Empfänger diverse Stationen im Internet, und auf jeder dieser Stationen ist ihr Inhalt für unerwünschte Spione offen. Diese Spione können die schon erwähnten Geheimdienste ebenso wie kriminelle Cracker, Industriespione oder Ex-Freunde mit Computerwissen beinhalten.
  • Schließlich müssen wir immer wieder auf das Prinzip verweisen, das diesem Blog zugrundeliegt: Unser Anliegen ist es, ein breites Bewusstsein für das Recht auf Datenschutz zu schaffen.
    Je mehr Verschlüsselung benutzt wird, desto selbstverständlicher ist es, sich dieses Recht herauszunehmen. Wenn nur eine kleine Randgruppe das tut, ist es leichter, das Recht auf Verschlüsselung, um damit auf Unverletztheit vertraulicher Daten, abzuschaffen – und jeden, der auf seinem Recht auf Privatsphäre beharrt, verdächtig zu machen.

Fortsezungen:
Verschlüsselte Email Teil II: Was ist Mailverschlüsselung?

Verschlüsselte Email Teil III: Wie geht das?

Verschlüsselte Email Teil IV: Tipps und Tricks für den Alltag


4 Kommentare zu "Verschlüsselte Email Teil I: Warum soll ich das?"

  1. Abhörsicher mailen geht nicht, liegt wohl im Prinzip der der Sache. Schließlich lassen sich immer auch Metadaten der Kommunikation auswerten.

    Und Anleitung für PGP gibt es wie Sand am Meer:

    Einführung in Kryptographie:
    http://cryptomancer.ath.cx/~stefan/21c3/21c3-kryptograhie-paper.pdf

    GnuPG und Mutt:
    http://www.cryptomancer.de/gpg/

    GPG: http://kai.iks-jena.de/pgp/gpg/index.html

  2. Pingback: » email sicherer machen :: Gutes von Morgen

  3. Hallo Kai,

    “abhörsicher” Mailen geht nicht, Unbeobachtbarkeit beim Mailen und Surfen schon.
    Die Stichworte zum Mailen sind “MixMaster” und “MixMaster Client”, zum unbeobachteten Websurfen entweder das Dresdner AN.ON-Surf-Projekt oder der sehr gute USB-Webbrowser namens TORPARK mit Anschluss ans TOR-Anonymisierungsnetz.
    Da kann man schon mal was mit machen.

    Gruss,

    MixMaster

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