22.01.2007 von
“Wir sind nicht paranoid genug.”
Ich beobachte in letzer Zeit ein verstärktes Interesse der Mainstreammedien für das Thema Überwachung(sstaat) und Datenschutz. Auch wenn es spät ist, ist es noch nicht zu spät, um ein wenig zu hoffen, das Bewußtsein der Massen kann den Überwachungswahn bremsen (aufhalten geht kaum noch, oder?).
Wer immer noch nicht versteht, was das alles auf sich hat, dem rate ich beispielsweise die jetztige Ausgabe (168.-31.01.07) des Berliner Stadtmagazins Zitty zu lesen, dessen Titelthema nämlich die Überwachung ist. Leider ist nur die Titelgeschichte im Netz zu lesen, die weiteren Artikel und Infos zum Thema sind nur im Printmagazin zu finden. Sie bieten jeder/m, der/die einen leicht zugänglichen Weg sucht, endlich paranoid zu werden, einen guten Überblick über die Thematik. Es wird versucht, einem klar zu machen, warum Überwachung uns alle etwas angeht – auch die “ich-hab-doch-nichts-zu-verbergen”-Leute, und wie es funktioniert. Dazu wird der Fall von… weiter lesen
21.01.2007 von
Wie werde ich auf unterhaltsamer Weise paranoid? Das ist, zumindest ansatzweise, Johannes Widmer im Rahmen einer Bachelor-Abschlussarbeit recht gut gelungen: panopti.com.onreact.com
Sound und Flashplayer sind Voraussetzung.
Ich wünschte, ich hätte die Zeit und die Mittel, auf so eine Weise Tiefgründigeres über unsere Lieblingthemen Überwachung und Datenschutz zu vermitteln. Hat jemand Zeit und Lust dazu? Bitte hier melden….
18.01.2007 von
Ich bin ja eher skeptisch, was die Einführung von “Tag des XXX” angeht. Ich habe nicht den Eindruck, dass der Welt-AIDS-Tag die Verbreitung von AIDS eindämmt, oder der Tag des Hungers irgend jemand füttert. Trotzdem, vielleicht interessiert es ja jemand, dass ab sofort jeden 28. Januar der Europäische Datenschutztag stattfindet. Zu dem Anlass gibt’s auch eine Podiumsdiskussion mit Schäuble (siehe Link).
17.01.2007 von
Ich bin für heute des Bloggens etwas müde und lasse deshalb diese Zitate (fast) unkommentiert stehen.
heise online – Anwaltverein kritisiert Überprüfung von Kreditkarten:
Fahnder ließen bei den jüngsten Ermittlungserfolgen gegen deutsche Nutzer von Kinderpornografie im Internet systematisch die Daten von etwa 22 Millionen Kreditkarten durchsuchen. Die Banken hatten auf Bitten der Ermittler auf Basis ihrer Angaben die Transaktionsdaten durchsucht und Daten von Kreditkartenkunden zur Verfügung gestellt, die im Sommer 2006 eine bestimmte Summe auf ein verdächtiges Konto gezahlt hatten.
DAV-Präsident Hartmut Kilger sagte laut dpa dem Reutlinger General-Anzeiger: “Die freiwillige Herausgabe derartiger Daten ist höchst bedenklich, denn im Grunde wird hier die Rasterfahndung einfach an Privatunternehmen outgesourct.”
heise online – “Richtervorbehalt für die Rasterfahndung wurde umgangen”:
Gegen die massenhaften Kreditkartenprüfung von über 20 Millionen Deutschen haben mittlerweile zwei Anwälte einen Antrag auf richterliche Entscheidung eingelegt. [...] Dieser begründet seinen Antrag damit, dass die
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17.01.2007 von
Ich will ja nicht behaupten, ich hätte es ja gleich gesagt, aber: Ich hab’s ja schon immer gesagt. Wenn die Gesetze den Weg frei machen für mehr Überwachung, wird dies auch genutzt. Dass das Antiterrorpaket sich nur gegen Terroristen richtet, kann uns ja beruhigen, aber ich persönlich rechne eher mit einer stärkeren Überwachungspräsenz, die sich gegen alle richtet.
Nicht nur ich denke so. Auch der Verband der deutschen Internetwirtschaft macht sich Sorgen.
heise online – Starkes Anwachsen der Auskunftsersuche durch neues Anti-Terrorpaket erwartet:
“Wir erwarten eine deutliche Zunahme der Auskunftsersuche über Daten der Kunden unserer Mitgliedsunternehmen”, beklagt Oliver Süme, Vorstand der Providervereinigung. Ihn beunruhigt vor allem, dass sich dieser Trend zu einer deutlich vereinfachten und verstärkten Überwachung der Internetnutzer künftig noch deutlich auszuweiten drohe im Verbund mit der geplanten Einführung einer verdachtsunabhängigen und flächendeckenden Vorratsspeicherung aller Verbindungs- und Standortdaten aus der Telekommunikation der gesamten Bevölkerung. Spätestens mit dem
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17.01.2007 von
heise online – Datenschützer: Schüler erziehen, nicht verdaten:
Am morgigen Donnerstag diskutiert der Bildungsausschuss des Landes Schleswig-Holstein den Entwurf eines neuen Landesschulgesetzes. [...] Jeder Schüler soll dabei eine Schüler-ID erhalten, die ihn lebenslang auf seinem Bildungsweg begleiten soll und in einer Schülerdatenbank gespeichert wird. Nun protestiert das unabhängige Datenschutzzentrum Schleswig-Holstein (ULD) gegen diese Schüler-ID, die bereits auf der letzten Bundeskonferenz der Datenschützer in die Kritik geraten ist. Auch bei den Big Brother Awards 2006 wurde die neue Statistik der Bildungsforscher mit einem Negativpreis ausgezeichnet.
[...]
So erklärt Thilo Weichert, Leiter des unabhängigen Datenschutzzentrums in einer Stellungnahme: “Der Informationsbedarf der Kultusverwaltung darf nicht dazu führen, dass landes- und bald bundesweit ein Register über sämtliche Schülerkarrieren vorliegt. Die Gefahren schon beim Gebrauch sind immens; die Missbrauchsrisiken unüberschaubar. Die Schülerdatei ist als Instrument geeignet, Ausbildungs- und Berufskarrieren zu zerstören.”
Ich kann mir gerade kein Szenario vorstellen, nach dem… weiter lesen