Als ich zum ersten Mal eine solche Einladung bekam, traute ich meinen Ohren kaum. Die Kollegin hatte mich zwar zu einem “Abendessen” eingeladen – aber ich sollte schon am Nachmittag bei ihr sein. Um 18 Uhr 30. “Dann sind wir um zehn Uhr fertig”, hatte sie hinzugefügt: “Meine Bettgehzeit.”
Mein zweites Abendessen in Gesellschaft begann um 19 Uhr. Wieder saßen ein paar EuropäerInnen mit am Tisch. Um zehn Uhr abends begannen sie mit den Füßen zu scharren. Auch diese Tischgesellschaft war vor elf Uhr abends aufgelöst.
Inzwischen habe ich mich selbst auf einen neuen Rhythmus eingestellt. Das hilft beim täglichen Zeitzonenspagat. Morgens lebe ich in Deutschland. Mittags und Nachmittags in den USA. Am späten Abend auf halber Strecke.
Praktisch geht das so: Ich stehe in Washington vor den Hühnern auf. Mein Wecker klingelt um 5 Uhr 45 (Ortszeit). Dann bleibt eine Viertelstunde, um wachzuwerden, Zähne zu putzen, Kaffee zu trinken.… weiter lesen