Geschätzte Gemeinde,
nein! Ich bin nicht verstummt. Mich hat bloß die Nachrichtenlawine eingeholt, die in dieser Stadt täglich über Leute meines Berufsstandes rollt.
Die Themen, die auf meinem Computer ankommen, reichen von dem außerehelichen Sexualleben us-amerikanischer PolitikerInnen, über die Zwischenrufe in der Debatte über die Gesundheitsreform, über die Abschiebungen von MexikanerInnen, bis hin zu den israelischen Siedlungsbauten in Ost-Jerusalem und den Abrüstungsverhandlungen mit Moskau.
Alles scheint gleich nah zu sein. Alles gleich wichtig. Mit dem Sichten und Gewichten, dem Lesen und/oder Löschen der E-Mails bin ich mehrere Stunden täglich beschäftigt. Aber dann habe ich noch lange keine Antworten geschrieben. Und schon gar keine Artikel.
Sowohl die Themenpalette als auch die schiere Menge an E-Mails, die ich in Washington erhalte, übertrifft alles, was ich je erlebt habe. Natürlich laufen sie rund um die Uhr ein. Ein E-Mail kennt keine Pause. Kaum habe ich den Schreibtisch verlassen, um einen Kaffee zu trinken,… weiter lesen