Beim ersten Mal kam ich aus Paris. Ich war vorgewarnt. Und ich hatte es eilig, endlich in Washington anzukommen. Vielleicht war es das.
Vielleicht lag es auch daran, dass es schnell ging. Oder dass der Grenzbeamte freundlich plauderte. Oder dass die Stadt von einer dichten Schneedecke verzaubert war.
Jedenfalls haben mich jene Einreiseprozeduren kaum beeindruckt.
Dieses Mal komme ich aus dem Süden Amerikas. Von den insgesamt 60 Grenzkontroll-Schaltern am Flughafen von Dallas sind nur drei für die größte Gruppe von Reisenden besetzt. Während sich nebenan die US-AmerikanerInnen zügig durch die Kontrolle bewegen, stauen sich auf unserer Seite hunderte von AusländerInnen. Die meisten stammen aus Lateinamerika.
Wir warten in einer von eng gespannten Seilen markierten Schlange. In der Halle herrscht texanische Hitze. Es gibt weder Sitzplätze, noch Trinkwasser. Draußen tobt ein Sommersturm. Harter Regenfall und Donnerschläge hämmern auf das dünne Dach. Kleine Kinder schreien. Erschöpfte Alte bemühen sich, Haltung zu wahren. … weiter lesen