Archive for August, 2010

27.08.2010 von dorothea hahn
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Holocaust.

von dorothea hahn

In fast allen Orten der USA, die ich bislang besucht habe, gibt es eine Stätte, die in das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte führt.  In New Orleans erinnert eine Skulptur am Mississippi-Ufer an den Holocaust. Die Farben und Motive ändern sich je nach Position der Betrachterin. In der Hauptstadt Washington steht das Holocaust-Museum mit dem weltweit größten Dokumentationszentrum zu dem Massenmord an den Juden. Im kalifornischen Los Angeles befassen sich vier Museen und Studienzentren mit dem Thema.

Was das Holocaust Museum in der texanischen Stadt El Paso von den anderen Gedenkstätten unterscheidet, ist eine Zahl: Elf Millionen. In den Prospekten, die das Museum beschreiben, ist die Rede von elf Millionen Opfern.

Um diese Zahl zu verstehen, gehe ich an einem glühend heißen Samstagnachmittag an die Oregon-Straße.  In der klimatisierten Kühle des Museums in Texas, tauche ich eine Stunde lang in deutsche Geschichte ein:  Hakenkreuze, NS-Abzeichen, Judensterne, ein Viehwaggon, Haare, Koffer und… weiter lesen

16.08.2010 von dorothea hahn
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Grenze.

von dorothea hahn

“Pass  auf Dich auf”, legen mir Freunde vor der Reise in den Westen von Texas ans Herz. Einige fügen hinzu: “Geh besser nicht nach drüben.”

Seit meiner Ankunft in El Paso, höre ich auf Schritt und Tritt neue Warnungen: Die Dame vom Autoverleih erklärt Besuche auf der anderen Seite des Río Grande ungefragt für sinnlos. “In Ciudad Juárez gibt es absolut nichts zu tun”, dekretiert sie. Und weist darauf hin, dass ich ihr Auto nur mitnehmen darf, wenn ich eine Zusatzversicherung abschließe. Die ist teurer als die Automiete.

Der Touristenprospekt von El Paso schwärmt zwar wie eh und je von dem “farbenfrohen Markt”, von den Nachtclubs und von der Musik auf der anderen Seite. Aber er zitiert noch ausführlicher die Reise-Warnung des US-Außenministeriums.

Komunalpolitiker in El Paso und Leute, die sich von Berufs wegen mit Mexiko befassen, geben zu, dass sie schon lange nicht mehr drüben waren. “Zu gefährlich”, begründen… weiter lesen

06.08.2010 von dorothea hahn
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Wieviel Verspätung hat der Zug?

von dorothea hahn

Bevor sie mich in die USA schickten, wollten meine KollegInnen wissen, wie mein Verhältnis zu Land und Leuten ist. Welche Themen mich interessieren. Ob ich mir vorstellen kann, morgens um 5 Uhr 30 aufzustehen. Und was meine Englischkenntnisse hergeben.

Für eine andere Frage – die für eine US-Korrespondentin nicht minder wichtig ist – haben sie sich gar nicht interessiert:  die Transportmittel. So konnte ich ihnen vorenthalten, dass ein Wechsel über den Atlantik verkehrstechnisch eine echte Herausforderung für mich werden würde. Ich habe nämlich Flugangst. Und ich fahre nur ungern Auto.

In Europa, wo die Entfernungen klein und das Zug-Netz trotz aller Strecken-Stilllegungen immer noch phantastisch ist, war das kein Problem. Im Gegenteil: In Frankreich kommt frau selbst an weit von Paris entfernten Orten wie Marseille schneller mit dem Zug an, als mit dem Flugzeug.  Es dauert exakt drei-einviertel Stunden für stattliche 900 Kilometer.  Und ist zwar in der Regel unverschämt… weiter lesen