Holocaust.
von dorothea hahnIn fast allen Orten der USA, die ich bislang besucht habe, gibt es eine Stätte, die in das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte führt. In New Orleans erinnert eine Skulptur am Mississippi-Ufer an den Holocaust. Die Farben und Motive ändern sich je nach Position der Betrachterin. In der Hauptstadt Washington steht das Holocaust-Museum mit dem weltweit größten Dokumentationszentrum zu dem Massenmord an den Juden. Im kalifornischen Los Angeles befassen sich vier Museen und Studienzentren mit dem Thema.
Was das Holocaust Museum in der texanischen Stadt El Paso von den anderen Gedenkstätten unterscheidet, ist eine Zahl: Elf Millionen. In den Prospekten, die das Museum beschreiben, ist die Rede von elf Millionen Opfern.
Um diese Zahl zu verstehen, gehe ich an einem glühend heißen Samstagnachmittag an die Oregon-Straße. In der klimatisierten Kühle des Museums in Texas, tauche ich eine Stunde lang in deutsche Geschichte ein: Hakenkreuze, NS-Abzeichen, Judensterne, ein Viehwaggon, Haare, Koffer und Stacheldraht. Sowie Bilder und Objekte, die jüdisches Leben in Europa vor der Zerstörung erzählen.
Am Ende läuft mir ein alter Mann über den Weg. Henry Kellen hat den Krieg in Kaunas überlebt. Ein litauischer Bauer hat ihn, seine Frau und einen Neffen versteckt. Als die drei im Herbst 1944 – nach der Ankunft der Roten Armee – das Versteck verlassen, sind sie die einzigen Überlebenden ihrer Familien. Kellens Vater ist in den Stunden vor der deutschen Invasion ermordet worden. Seine Mutter, seine Geschwister, seine Onkel und Tanten und seine Vettern und Basen sind von Deutschen deportiert und ermordet worden.
“Ich habe gute Gründe, nicht freundlich zu Deutschen zu sein”, sagt Kellen zu mir. Dann beginnt er einen langen und freundlichen Bericht über sein Leben. Zwischendurch will er von mir wissen, warum ich ausgerechnet in das Holocaust-Museum gekommen bin. Obwohl es in El Paso so viele andere Museen gibt.
Nach dem Krieg haben Kellen, seine Frau und der Neffe einen neuen Anfang gemacht. Am 4. Juli 1946, dem Unabhängigkeitstag der USA, landen die drei Überlebenden auf dem Armeestützpunkt Fort Bliss am Ortsrand von El Paso. Ihren für Texaner schwer aussprechbaren Familiennamen Kacenelenbogen amerikanisieren sie. Henry Kellen arbeitet wieder in seinem Beruf als Textildesigner.
Über den Holocaust herrscht in der Familie jahrzehntelanges Schweigen. “Meine Frau und ich haben entschieden, nicht darüber zu sprechen”, sagt der alte Mann: “es ging einfach nicht”. Ähnlich gehen auch andere Holocaust-Überlebende in El Paso mit der schweren Erinnerung um. Manche von ihnen sind direkt aus Europa nach El Paso gekommen. Andere auf dem Umweg über das benachbarte Mexiko.
In den 80er Jahren ist das Schweigen nicht länger haltbar. In den USA machen Bücher und Zeitschriften Furore, die den Holocaust leugnen. 1983 bekommt ein besonders lautstarker negationistischer Autor eine regelmäßige eigene Sendung in Texas: Ernst Zündel, ein Deutscher der damals in Kanada lebt, unterzeichnet einen Vertrag mit einem Fernsehsender in El Paso. Zündel darf jeden Sonntag zur besten Sendezeit behaupten, der Holocaust habe nie stattgefunden.
Kellen protestiert. Schreibt Briefe. Will verhindern, das sich Geschichte wiederholt. “Hass kann zivilisierte Gesellschaften zerstören”, sagt er. Als Kind, bei den Großeltern in Königsberg, hat er Deutsch gelernt. Als junger Mann hat er die Zerstörung jener Zivilisation erlebt.
Nach langem Streit beendet das Fernsehen die Sendung. “Der Anwalt hat hart gearbeitet”, meint Kellen anerkennend. Die Auseinandersetzung verschafft auch seinem eigenen Leben eine radikale Wende. Kellen ist Rentner und soeben verwitwet, als er im Jahr 1984 das erste Holocaust-Museum in El Paso eröffnet. .
Das Zeugnis-Ablegen und die Erinnerung bleibt seine Hauptbeschäftigung. Kellen geht fortan in texanische Schulklassen. Besucht das Yad Vashem in Israel. Und bereist mitteleuropäische Länder auf der Suche nach “Memorabilia”. In Majdanek besorgt er Haare und Kinderschuhe von KZ-Gefangenen. In Polen kauft er eine Thora-Rolle.
Die “Memorabilia”, die alten Fotos aus Kellens Familie aus Lodz, Kaunas und Königsberg und die historischen Filme und weiteren Videos, die das Museum und andere Forschungszentren beigesteuert haben, sind in dem Holocaust Museum zu sehen. Es belegt ein komplettes Gebäude im Zentrum von El Paso, verfügt über einen Kreis von Förderern, ist mit Ausnahme von acht Tagen, das ganze Jahr über geöffnet und hat längst eine Existenz, die es von seinem Gründer unabhängig macht.
Im Juli ist Kellen 95 geworden. Das Fest fand in seinem Museum statt – zwischen Fotos und Dokumenten aus Ghettos und aus Konzentrationslagern und Berliner Dokumenten über die Planung des Völkermordes an den Juden.
Doch damit ist Kellens Anspruch noch nicht erschöpft. Er versteht das Museum als Gedenkstätte an alle Massenmorde der Nazis. “Es sind nicht nur 6 Millionen Juden ermordet worden”, sagt der alte Mann in El Paso, “sondern auch Zigeuner und sowjetische Gefangene. Das sollen die Leute wissen.”
Das ist seine Antwort auf meine Frage in El Paso.
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Ich kann´s echt nicht mehr hören, es gab massenhaft grauenhafte Völkermorde und Kriege die Millionen Opfer hatten allen voran von den Amerikanern den Chinesen, den Russen und waren es nicht die Juden die die Armenier ausgelöscht haben?!
Wer weiss denn schon wieviele Millionen wirklich umgekommen sind, es waren auch 9 Millionen Frauen die als Hexen verbrannt wurden…
Jedes Land verleugnet seine Gewalttaten nur den Deutschen wird jahrzentelang jedes kleinste grausame Detail täglich morgens auf´s Butterbrot geschmiert. Da gibt es dann schon sowas wie ERBsünde.
Darüber zu streiten wer nun grauenhafter gemordet hat scheint absurd. Ich weiß nicht ob Aushungern und der Gaskammertod ( ob sie nun in dem Ausmaß funktioniert haben oder nicht) schlimmer ist als von Chinesen an den Füßen aufgehängt sadistisch gefoltert und aufgeschlitzt zu werden oder von den Russen an die Haustür genagelt und zum Ausbluten ausgeweidet zu werden . Die Amerikaner haben den Vietnamesen am liebsten Granaten in den A… gesteckt oder Frauen in die Vagina……
JEDER Überlebende einer Gewalttat oder eines Krieges ist unauslöschlich geprägt und ich weiss vovon ich rede meine Oma ist selbst ostpreussische Überlebende!!
@Susanna
Ich kann’s nicht glauben, dass es heutzutage immer noch Menschen gibt, die an soviel Unsinn glauben und diesen dazu verwenden um die Verbrechen der Nationalsozialisten zu relativieren.
1. Wenn Sie schon eine Aufzaehlung der Voelkermoerdernationen liefern, dann vergessen Sie nicht Deutschland und Oesterreich an erste Stelle zu reihen. Denn das haben Sie gemacht.
2. Das Aussergewoehnlich am Holocaust war die Industrialisierung des Massenmordes. Die Nazis wollten saemtliche Juden, Zigeuner und spaeter Slawen ausrotten!
3. Die Juden haben die Armenier niemals ausgeloescht! So ein impertinenter und horrender Unsinn! Erstens gibt es immer noch sehr viele Armenier und zweitens waren es die Tuerken die ein Massaker veruebt haben, aber nicht mit dem Ziel alle Armenier auszurotten!
4. 9 Millionen Frauen als Hexen verbrannt ist auch so ein hanebuechener Bloedsinn! Obwohl es schlimm war, eine Frau zu verbrennen, waren es doch “nur” 40.000 bis 60.000.
5. Wenn das Verbrechen nicht solche Ausmasse gehabt haette, und es nicht immer noch soviele Menschen gaebe wie Sie, die versuchen diese Verbrechen mit falschen Informationen zu relativieren, dann waere es wahrscheinlich nicht mehr notwendig, in diesem Ausmass zu informieren. Das Problem aber ist: die Nazis marschieren schon wieder!
Meine Oma ist auch ostpreussische Ueberlebende! Sie hat die Massaker der SS ueberlebt!
@ Susanna:
Ihre typisch schmierig-braune “Argumentation” ist so einfach zu durchschauen: historische Fakten werden relativiert, die Funktion (und damit auch die Existenz) von Gaskammern in Frage gestellt, andere Länder / Völker als die viel böseren Täter hingestellt usw.
Auch der Versuch sich selbst über Ihre Oma als Opfer darzustellen (“ostpreussische Überlebende”), passt in dieses Bild. Und um zu “beweisen”, daß die Juden ja sowieso die Schlimmsten sind, hängen Sie ihnen sogar noch den Genozid an den Armeniern an.
Bei soviel brauner S….. im Kopf bliebt kein Platz mehr, um selbst zu denken…
Sehr gut beobachtet und geschrieben, herzlichen Dank!
Susanna: Das mit der Erbsuende ist ein deutscher Komplex, den Sie sich selbst in den Kopf gepflanzt haben. Ich kam vor 20 Jahren als deutscher Luftwaffenoffizier hierher nach El Paso. Ich bin hiergeblieben, und es ist jetzt meine Heimat. Keine Spur von Vorwuerfen wegen irgendeiner Erbsuende; ich habe mich nirgends mehr willkommen gefuehlt wie hier in USA. Man kann in Bundeswehr-Uniform Herrn Kellens Museum besuchen, und erregt damit kein Aufsehen. Sein Museum hat gar nichts damit zu tun, den Deutschen irgendwas aufs Butterbrot zu schmieren. Sie schmieren sich Ihr Brot schon selbst, Susanna.
Viele haben Susanna zur Rede gestellt und zwar zurecht. dinis hat etwas erwähnt, dass man nicht oft genug sagen kann, nämlich:
“Wenn das Verbrechen nicht solche Ausmasse gehabt haette, und es nicht immer noch soviele Menschen gaebe wie Sie, die versuchen diese Verbrechen mit falschen Informationen zu relativieren, dann waere es wahrscheinlich nicht mehr notwendig, in diesem Ausmass zu informieren.”
Genau in diesem Zusammenhang ist noch etwas erwähnenswert:
Auf jenem Land, in dem sich die USA befindet, hat Amerikaner, bzw. Europäer, eine der größte und effizienteste Völkermord seit dem Mittelaltern begangen, bzw. systematisch durchgeführt. Die offizielle Anerkennung dessen bleibt Amerikanern schon seit Langem fällig.
Von dem was “Deutschland” und “die USA” als Verbündete jetzt in Afghanistan betreiben ganz zu schweigen. Wenn wir BürgerInnen nur beherzigten, was in unseren Namen stattfindet…
@Susanna
Die Juden haben die Armenier ausgelöscht? Auf welchem Planeten leben Sie denn? Mir bleibt echt die Luft weg wenn ich ihr ekelhaftes Gefasel lese. Es hätte Ihnen gut getan, sich wirklich mal mit den grausamen kleinen Details des Holocausts zu beschäftigen, anstatt wirre Rechtfertigungsgründe und Verschwörungstheorien zu konstruieren. Unglaublich, dass immer noch Menschen solche braune Sch… mit sich herumtragen.
Leider gibt es kein Museum in El Paso und ganz Texas ueber die Verbrechen welche die weissen U.S. Amerikaner nach 1835 gegen die Indianer, Mexikaner (Tejanos/Mestizen) und die Afrikaner begangen haben, und sogar gegen die deutschen Einwanderer welche gegen die Sklaverei gesinnt waren! Die verehrte Journalisten sollte das naechste Mal nach Comfort/Texas kommen und sich das Denkmal “Treue der Union Monument” (siehe Internet) betrachten: Dort sind viele der demokratischen deutschen Einwanderer begraben welche 1861 von den “Confederates” ermordet wurden, weil die Deutschen gegen die Sklaverei kaempfen wollten! Der Kriegsminister der Confederate States war Benjamin Yudah – ein juedischer Sklavenbesitzer (sehe Internet!) Die Mexikaner hatten die Sklaverei 1826 abgeschaft, und die U.S. Amerikaner haben sie 1836 wieder in Texas eingefuehrt und bis 1865 verteidigt. 400 Afrikaner konnten nach Mexiko und in die Freiheit fliehen. Bis 1964 wurden nicht nur die African-Americans sondern auch die Tejanos (Hispanic Mestizen) unterdrueckt und mit “Segregation/Apartheid” abgesondert.
Noch ein ewig Gestriger. Herr Volens, falls Ihnen das in Ihrer vorgestrigen Gedankenwelt entgangen ist: Amerika hat einen schwarzen Praesidenten. God Bless the U.S.A.
Hallo Mister Aman,
Amerika hat einen schwarzen Präsidenten. Stimmt. Und ihm wird von der Tea-Party Bewegung “Hass gegen Weisse” unterstellt. Sorry. Wann wurde im Süden der USA die Gleichberechtigung für Schwarze mit der Armee in Little Rock durchgesetzt, nachdem 1864 ! der Bürgerkrieg um die Rechte der Schwarzen endete ? (Lesen Sie mal “Cry Freedom” von Pulitzer-Preisträger McPherson über die Ursache des Krieges und die Haltung des Südens zur Sklaverei,besonders den Epilog, betitelt: “der späte Sieg des Südens”) Und welche Kompensation habe die “Natives” bekommen…?
Ich möchte hier nicht die Verbrechen der Nazizeit verharmlosen oder relativieren, das ist unsere Schuld.
Ich finde es nur interessant, daß gerade die Länder, die auch “Dreck am Stecken” haben, gerne auf uns zeigen…
PS.: Gibt es ein Memorial für die Cheyenne, die Apachos, die Sioux, etwa gar in Washington..?
Das wäre doch mal ein nationales Denk-Mal für die USA, zumindest als Äquivalent zum Holocaust-Denkmal in Berlin….so wenn man schon vergleicht….
Nachtrag zu meinem Kommentar oben:
aber vielleicht sind die USA der richtige Ort für ein Holocaust-Denkmal an jedem Ort.
Denn in keinem anderen westlichen Land darf man in SS-Uniformen rumrennen, seinen Sohn “Adolf Hitler” und die Tochter “Aryan Nation” nennen (Tatsache, s. Internet) und das Ganze wird als “politische Meinungsäußerung” toleriert und verfassungsmäßig geschützt.
(wie auch der KKK…)
Soviel zu dem, was man aus Geschichte lernt.
@chris
Es gibt viele Gedenkstaetten zu den Verbrechen die an indigene Voelker in den USA und Kanada veruebt wurden.
Es gibt auch mittlerweile Kompensationen.
Aber, um das wieder einmal mit Ausdruck zu sagen: die Verbrechen der USA an den Indianern haben nichts mit den Verbrechen an den Juden zu tun. Und die USA zeigen nicht auf Oesterreich oder Deutschland wie Sie behaupten. Das stimmt einfach nicht! Auch wenn es die Revisionisten gerne behaupten, ist es immer noch Luege.
Uebrigens: Den Eltern, die ihre Tochter “Aryan Nation” tauften, wurde das Sorgerecht entzogen (Tatsache, s. Internet, die Info ist aber schon ueber zwei Wochen alt). Angeblich wegen Vernachlaessigung und haeuslicher Gewalt. Das spricht Baende.
Ansonsten wieder mal so ein Relativierungsargument. Was hat die amerikanische Gesetzgebung mit dem Verbotsgesetz zu tun? Immerhin darf in der BRD die NPD aufmarschieren und in Oesterreich sitzt die FPOE im Parlament, ist aber dieselbe braune Sosse. Die NSDAP ist wegen ihrer Zivil- und vor allem Kriegsverbrechen in Deutschland und Oesterreich, von den Siegermaechten verboten worden. Das hoeren die Braunen nicht gerne, dass sie verloren haben.
Sie selbst sind aber auf Sandkastenniveau. Das ist das Niveau, wo die Kinder der Erzieherin sagen, dass das andere Kind “aber auch…”. Kein Moerder kann sich vor Gericht mit “die Amerikaner haben aber auch…” rechtfertigen.
Was soll die Diskussion? Unrecht wird nie durch Unrecht aufgewogen! Und wenn es etwas gibt, worauf ich als Deutscher besonders stolz sein möchte, dann die Tatsache, dass wir sehr kritisch mit unserer Vergangenheit umgehen. Kritischer als die meisten anderen Staaten. Ich hoffe, dass uns dieser selbstkritische Geist noch lange erhalten bleiben mag. Und zwar durch Beiträge wie diesen Blog hier.
@olaf: schließe mich Ihnen an: kritisch, aber auch offen sollten wir dem Problem begegnen. Ich finde es sehr gut, auch Kindern ab einem bestimmten Alter über den Holocoust zu berichten, denn besonders diese sind, werden sie gut begleitet, zur kritischen Auseinandersetzung befähigt. Wenn es auch schon einige Zeit zurückliegt: denke man an die Säuberungsaktionen im Kosovo.. Wir sollten wach bleiben und Stellung beziehen.
“In den USA machen Bücher und Zeitschriften Furore, die den Holocaust leugnen. 1983 bekommt ein besonders lautstarker negationistischer Autor eine regelmäßige eigene Sendung in Texas: Ernst Zündel, ein Deutscher der damals in Kanada lebt, unterzeichnet einen Vertrag mit einem Fernsehsender in El Paso. Zündel darf jeden Sonntag zur besten Sendezeit behaupten, der Holocaust habe nie stattgefunden.”
Das ist der entscheidende Punkt. Henry Kellen gründete dieses Museum ja nicht aus reinem Spaß sozusagen um irgendjemanden zurecht zuweisen. Die Gründung seines Museums war vielmehr eine Reaktion auf “geistigen Dünnpfiff” welchen Alt-Nazis wieder in Umlauf brachten.
Wenn man so etwas erlebt wie Herr Kellen dann ist oftmals der einzige Trost der einem bleibt das dieses Verbrechen sich niemals wiederholen möge und dafür ist die Erinnerung nunmal eine Vorraussetzung.Ob es einem als Deutscher passt oder nicht!
Dieser weise Herr Kellen bringt doch exakt auf den Punkt, worauf’s im Wesentlichen ankommt:
Krieg und Staatsterrorismus führen direkt zu unvorstellbaren Massen von Toden, unabhängig dafon ob sie überwiegend einer Ethnie angehören oder eben verschiedenen Ethnien.
Natürlich beweist America samt seinem schwarzen Präsidenten tagtäglich, dass sich organisierter Genozid (“nur ein toter Indiander ist ein guter Indiander…”) durchaus lohnen kann, wenn man sich weder irgendeiner Siegerjustiz zu unterwerfen braucht noch gar sich mit der Menschenrechtsjustiz des internationalen Menschenrechtsgerichtshofes n Den Haag zu identifizieren gedenkt.
Aber natürlich hat auch Deutschland seine Erfahrungen damit, Siegerjustiz auszuüben, es sei an die schändlichen Verfahren westdeutscher Gerichte gegen die ostdeutschen Mauerschützen erinnert, die zu Gefängnis verurteilt wurden weil sie Gehorsam geleistet haben und auf Befehl schossen, um dann in den selben Gefängnissen zu schmoren in welche die selben Richter ein paar Tage zuvor noch (West-)deutsche Kriegsdienstverweigerer steckten dafür, dass sie NICHT befehlsgemäss morden wollten.
Wir bräuchten mehr weise, wissende wie Henry Kellen in unserer heutigen Politik und Wirtschaft.
Doch sie sterben aus, die Kellens dieser Welt, und wir Deutsche werden unsere von Leuten wie Sarrazin heute eingeforderten Erfahrungen mit der überheblichen Zerstörung von Ethnien wohl erneut machen müssen, da die Lehren eines guten Geschichtsunterrichts offensichtlich von bildungsfernen Ausbildungsinhalten mehr und mehr verdrängt werden.