Archive for the ‘Gesundheit’ Category

10.05.2011 von dorothea hahn
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Lob der Folter.

von dorothea hahn

Fast überall auf der Welt heisst es Folter. Aber die konservativen Krieger gegen den Terror in den USA nennen es: “enhanced interrogation technics” – verbesserte Verhörtechniken.

Mit dem beschönigenden Terminus meinen sie simuliertes Ertrinken – das “Waterboarding” -  Schlafberaubung, Nacktheit in extremer Kälte, stundenlanges gefesseltes Stehen in einer Position, flache Schläge auf den Bauch und ins Gesicht, bellende Hunde…

Im “War on Terror” unter Ex-Präsident George W Bush sind diese Methoden, die von ihren Befürwortern auch: “harsh techniques” (scharfe Techniken) genannt werden, an vielen Orten des Planeten eingesetzt worden.

Die damalige Opposition in den USA und Menschenrechtsgruppen weltweit machten dagegen Kampagne. Amnesty International veröffentlichte 2008 diesen drastischen Spot gegen das –>Waterboarding. Parallel – und aus ganz anderen Motiven – erklären Verhörexperten aus CIA und Militär, dass Folter die Informationsbeschaffung  nicht etwa effizienter mache, sondern ganz im Gegenteil kompliziere und verlängere.

Bei seinem Amtsantritt im Januar 2009 hat Barack… weiter lesen

06.05.2011 von dorothea hahn
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Let’s Move.

von dorothea hahn

Während ihr Ehemann auf Terroristenjagd ist, kämpft Michelle Obama gegen das Übergewicht bei Kindern. Es ist die neue Volkskrankheit in den USA: neun Millionen Kinder zwischen sechs und elf Jahren sind übergewichtig. Drei Mal so viele wie vor drei Jahrzehnten. Ihre Gesundheit ist eine schwere Hypthek für die Zukunft. Ihnen drohen Diabetes, Herzkrankheit und verkürzte Lebenserwartung.

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Als am Dienstag 600 Schulen Workouts zu dem neuen Song von Beyoncé: “Move your body” veranstalten, taucht die First Lady an der Alice Deal Middelschool in Washington auf. Dort ermuntert sie die Kids zum Tanzen: “mehr fun, als vor dem Fernseher zu hocken”. Und tanzt selber mit.

Michelle Obama ist eine ausgezeichnete Tänzerin. Aber in diesem Fall geht es nicht nur um den Spass, sondern um die Fortsetzung einer Kampagne, die sie seit zwei Jahren führt. Als erstes hat sie einen Gemüsegarten im Weissen Haus angelegt. Dann begann sie einen… weiter lesen

18.04.2011 von dorothea hahn
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Ab nach Port-au-Prince.

von dorothea hahn

“Ein kritisch hohes Niveau von Kriminalität, Cholera, häufige und gewalttätige Zwischenfälle in Port-au-Prince und in Provinzstädten, Fehlen angemessener Gesundheitsversorgung und begrenzter Schutz durch die Polizei.”

So beschreibt das US-Aussenministerium die gegenwärtige Lage in Haiti. Auf seiner –> Homepage schildert es sexuellen Missbrauch, Enführungen, Überfälle und Mord, die schon beim Verlassen des Flughafens der haitianischen Hauptstadt drohten. Das Ministerium in Washington rät “dringend” von Reisen nach Haiti ab: Wer dort etwas zu erledigen habe, solle nur fahren, wenn es eine “volle Unterstützung von Organisationen mit solider Infrastruktur, Evakuierungsoptionen und medizinischer Unterstützung” gebe.

Gleichzeitig hat die US-Regierung die nach dem Erdbeben vom Januar 2010 unterbrochenen Abschiebungen nach wieder aufgenommen. Im Januar schoben die Behörden die ersten 27 Personen ab. Ein Mann verstarb neun Tage später in Haiti. Wildrick Guerrier, 34, der bis zu seiner Abschiebung gesund war, bekam choleraähnliche Symptome in der mit 17 Personen gefüllten Gefängniszelle in Haiti, in… weiter lesen

05.04.2011 von dorothea hahn
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Schlüsselloch.

von dorothea hahn

Das Wappentier der USA ist ein grimmig dreinblickender Raubvogel,  mit einer Flügelspannweite von mehr als zwei Metern, der hoch in der Luft seine Kreise zieht. Auf der Suche nach Beute.

Aber auch Seeadler fangen klein an. Und sind putzig und herzerweichend hilflos.

In diesem Frühling können alle, die einen Computer haben, zuschauen, wie Adler-Küken in grauem Flaum ihre ersten stolpernden Schritte tun und ihre ersten Stücke rohes Fleisch verschlingen.

Zwei Kameras, die am Rand eines Nestes auf einem Baum in Decorah, im Bundesstaat Iowa, installiert sind, machen es möglich. Sie filmen Tag und Nacht das Geschehen bei Seeadlers.

Hunderttausende InternautInnen sind dabei. Am Samstag, als Seeadler-Küken Nummer eins sein Ei sprengt, bringen sie den Server von Raptor Resource zum Zusammenbruch. Doch bei der Ankunft von Küken Nummer zwei, am Sonntag, steht die Leitung wieder.

Küken Nummer drei ist unterwegs. Die Eierschale ist schon rissig. Alles Weitere… weiter lesen

03.03.2011 von dorothea hahn
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Extremistisch.

von dorothea hahn

Die Westboro Baptist Church ist eine kleine, radikale Gruppe.

Ihre Mitglieder hassen. Und wo immer sie Gelegenheit haben, demonstrieren sie ihren Hass.

* Zum Beispiel bei Beerdigungen von gefallenen homosexuellen Soldaten: Da treten sie mit Transparenten auf, die beinhalten: “Gott hasst Schwuchteln” und die den Toten die “Hölle” wünschen.

* Zum Beispiel vor gynäkologischen Kliniken:. Da bezeichnen sie Frauen, die eine Abtreibung machen lassen, als “Mörderinnen” und “Terroristinnen”.

* Zum Beispiel vor jüdischen Gedenkstätten: Da steht auf ihren Transparenten: “God hates Jews”. Und da kündigen sie an: “Im Gegensatz zu dem was kommen wird, war der Holocaust eine Tea party”.

Am Mittwoch hat das oberste Gericht der USA entschieden, dass diese Auftritte vom Grundrecht der Meinungsfreiheit geschützt sind. In dem Urteil haben acht – der neun – obersten Richter die Hass-Demonstrationen unter den Schutz des First Amendment gestellt.

In den USA wo jedes Mal,… weiter lesen

17.02.2011 von dorothea hahn
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Selber schuld.

von dorothea hahn

Lara Logan ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die Reporterin des US-Fernsehsehnders CBS, die mit Berichten aus den Kriegen in Irak und Afghanistan bekannt geworden ist, war an dem Abend, als in Kairo ein Freudenfest über das Ende des Tyrannen stattfand, auf dem Tahrir Platz Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Am Morgen danach ist sie zur Behandlung in die USA zurück gekehrt.

In einem knappen Kommuniqué hat CBS am Dienstag erklärt: “Lara Logan berichtete über das Jubelfest auf dem Tahrir-Platz, als sie von einer gefährlichen Gruppe mit mehr als 200 Leuten eingekreist wurde. Der aufgewühlte Mob drängte sie von ihrem Team weg. Sie wurde umzingelt, erlitt einen brutalen und lang anhaltenden sexuellen Angriff und wurde geschlagen. Eine Gruppe von Frauen und rund 20 ägyptische Soldaten haben sie gerettet.”

Als wäre das nicht genug, löste die Nachricht von dem Verbrechen in Ägypten, in der Blogosphäre der USA eine Welle von… weiter lesen

06.02.2011 von dorothea hahn
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Scott-Sisters.

von dorothea hahn

Zugegeben: der Winterschlaf hat länger gedauert, als angekündigt. Unvorhergesehenes hat sich dazwischen gedrängelt.

Aber dafür beginnt das Jahr in diesem Blog mit einem Happy-End: Die Scott-Sisters sind frei.

Nach mehr als 16 Jahren hinter Gittern – wegen eines Raubs, bei dem ein Gegenwert von 11 Dollar erbeutet wurde und an dem beide Schwestern stets ihre Beteiligung bestritten haben – durften die Frauen das Gefängnis von Jackson in Mississippi verlassen. Sie sind als 19- und 21jährige verschwunden. Sie kommen als Großmütter zurück. Seit Januar leben sie bei ihrer Mutter. Und lernen ihre Kinder und Enkel kennen.

Jamie (l) und Gladys Scott nach ihrer Freilassung.

Der Gouverneur von Mississippi, Haley Barbour, hat die Gefangenschaft der beiden Frauen im Januar “suspendiert”. Unter einer Bedingung: Gladys (36) soll ihrer im Gefängnis an Nierenversagen erkrankten Schwester Jamie (38) eine Niere spenden. Vorausgesetzt, die Nieren der beiden sind kompatibel.

Wie in diesem Blog im… weiter lesen

22.11.2010 von dorothea hahn
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Exterminator.

von dorothea hahn

Ob ich am Samstag Zeit für einen Detektiv hätte, fragte die Dame von der Hausverwaltung am Telefon. Es war Freitag. Ich stand im Supermarkt vor dem Gewürzregal. “Er sucht nach Bettwanzen”, erklärte sie wie beiläufig. Im Nachbarhaus habe es “einen Befall” gegeben. Jetzt gäbe es eine “Inspektion” in den umliegenden Wohnungen: “Vorsichtshalber.”

Natürlich hatte ich Zeit für den Mann. Er kam mit einer Taschenlampe. Und machte sich umgehend daran, die Nähte von Matratzen, Sesseln und Sofas zu untersuchen. “Gut, dass ihre Bettücher weiß sind, da sieht man die Dinger viel einfacher”, sagte er anerkennend.

Er erklärte mir auch, dass Bettwanzen die Größe und Form von Apfelkernen haben und im satten Zustand rotbräunlich aussehen. Und dass ich, falls ich selber welche finde, sie in ein Plastikgefäß geben und zur Hausverwaltung bringen soll.

An der Wohnungstüre hat er sich als “exterminator” vorgestellt. So nennen sich Kämmerjäger in den USA. Bis vor zwei… weiter lesen

18.10.2010 von dorothea hahn
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It will get better.

von dorothea hahn

Es passiert nicht alle Tage, dass ein Politiker in einem blaßrosafarbenen Hemd vor ein Mikrofon tritt, über ein intimes Geheimnis spricht und mit den Tränen kämpft. Erst recht nicht in einer Garnisonsstadt in Texas: Der Heimat der Cowboys und anderer “starker Männer”.

Joel Burns hat es geschafft. Bei der Ratssitzung vom 12.  Oktober hielt er eine dreizehnminütige Rede, die ganz offensichtlich einen Nerv getroffen hat. Schon in den ersten fünf Tagen danach ist sie 1,5 Millionen mal im Internet angeklickt worden.

Der texanische Ratsherr ist kein begnadeter Redner. Er hat eine monotone Stimme. Er stammelt. Er schnieft. Und er versteckt sein vor Aufregung gerötetes, Gesicht.

Aber was er sagt, ist mutiger als Vieles, was PolitikerInnen bei Ratssitzungen von sich geben. Es sind 12 Minuten Wahrheit. Mit einem erklärten Ziel: Leben retten.

In den vergangenen Wochen hat eine Welle von Selbstmorden von Jungen die Öffentlichkeit in den USA aufgerüttelt. Allen Selbstmorden… weiter lesen

15.10.2010 von dorothea hahn
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Nachrichten aus dem Mittelalter.

von dorothea hahn

Gladys Scott ist 36. Jamie Scott ist 38. Zusammen haben die beiden Schwestern bereits 32 Jahre Gefängnis auf dem Buckel. Sie sitzen in Jackson hinter Gittern. Im Bundesstaat Mississippi. Im tiefen Süden der USA. Sie sind verurteilt wegen Raub. Die Beute: 11 $. In Worten: elf Dollar.

Jamie und Gladys Scott

Die beiden Frauen haben immer ihre Unschuld beteuert. Aber die Justiz hält sie für die “Masterminds” – die Vordenkerinnen – eines schweren Verbrechens. Als 19- und 21jährige sollen sie zu Weihnachten 1993 zwei Männer in der Kleinstadt Forest, in Mississippi, in eine Falle gelockt haben. Dort warteten drei Jungen mit einer Pistole und raubten ihnen ihre Portemonnaies. Verletzte gab es nicht.

Die drei Jungen waren zur Tatzeit zwischen 14 und 18 Jahre alt. Alle drei haben die Tat gestanden. Alle sind zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Und alle sind nach zwei Jahren frei gelassen worden. Die… weiter lesen