Archive for the ‘Lateinamerika’ Category

01.05.2011 von dorothea hahn
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May Day Revival.

von dorothea hahn

Angefangen haben die 1. Mai Demonstrationen in den USA: Im Jahr 1886 – aus Protest gegen Polizeischüsse auf streikende Arbeiter in Chicago.

Doch schon im Jahr 1894 schuffen die USA einen eigenen – nationalen – Labor-Day. Es sollte kein Datum geben, das Leute auf internationalistische – möglicherweise sogar sozialistische  – Ideen brachte. “Labor Day” in den USA ist seither der erste Montag im September. Das Besondere an dem Tag? Die Geschäfte machen Sonderangebote.

Über Einwanderer aus Lateinamerika kommt der 1. Mai zurück. Seit Mitte des vergangenen Jahrzehnt demonstrieren Latino-Gruppen in zahlreichen Städten der USA für Bürgerrechte und gegen die Verschärfungen der Immigrationsgesetze. Im Jahr 2006 gingen dabei mehr als eine Million Menschen auf die Straße.

Bislang blieben die Latinos weitgehend unter sich. Doch in diesem Jahr – und im Bundesstaat Wisconsin – nehmen erstmals Spitzen-Repräsentanten der US-Gewerkschaftsbewegung an Immigranten-Demonstrationen teil. Richard Trumka, der US-Präsident der AFL-CIO, sowie mehrere andere Gewerkschaftschefs… weiter lesen

18.04.2011 von dorothea hahn
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Ab nach Port-au-Prince.

von dorothea hahn

“Ein kritisch hohes Niveau von Kriminalität, Cholera, häufige und gewalttätige Zwischenfälle in Port-au-Prince und in Provinzstädten, Fehlen angemessener Gesundheitsversorgung und begrenzter Schutz durch die Polizei.”

So beschreibt das US-Aussenministerium die gegenwärtige Lage in Haiti. Auf seiner –> Homepage schildert es sexuellen Missbrauch, Enführungen, Überfälle und Mord, die schon beim Verlassen des Flughafens der haitianischen Hauptstadt drohten. Das Ministerium in Washington rät “dringend” von Reisen nach Haiti ab: Wer dort etwas zu erledigen habe, solle nur fahren, wenn es eine “volle Unterstützung von Organisationen mit solider Infrastruktur, Evakuierungsoptionen und medizinischer Unterstützung” gebe.

Gleichzeitig hat die US-Regierung die nach dem Erdbeben vom Januar 2010 unterbrochenen Abschiebungen nach wieder aufgenommen. Im Januar schoben die Behörden die ersten 27 Personen ab. Ein Mann verstarb neun Tage später in Haiti. Wildrick Guerrier, 34, der bis zu seiner Abschiebung gesund war, bekam choleraähnliche Symptome in der mit 17 Personen gefüllten Gefängniszelle in Haiti, in… weiter lesen

11.04.2011 von dorothea hahn
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Unschuld.

von dorothea hahn

L. Posada Carriles. F: AP.

Dieser alte Mann hat Jahrzehnte damit verbracht, gegen linke Regierungen quer durch Lateinamerika zu kämpfen. Er hat Waffengeschäfte abgewickelt. Er hat versucht, Fidel Castro zu ermorden. Er ist Hauptverdächtiger eines Flugzeugattentates, bei dem 73 Menschen ums Leben kamen. Und er hat damit geprahlt, Bombenattentate in Hotels in Havanna organisiert zu haben, bei denen 1997 ein italienischer Tourist ums Leben kam (in der –>New York Times).

Aber für das Schwurgericht in der texanischen Stadt El Paso ist Luis Posada Carriles unschuldig. In der Rekordzeit von weniger als drei Stunden sprachen die sieben Geschworene ihn am Freitag  frei (–> El Paso Times). Dabei votierten sie in sämtlichen elf Anklagepunkten einstimmg. Anschliessend verliessen sie das Gericht durch eine Seitentür. Mit ReporterInnen, die wissen wollten, wie ihr überraschendes Urteil zustande kam, sprach keineR von ihnen.

Der gebürtige Kubaner Posada Carriles… weiter lesen

23.03.2011 von dorothea hahn
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Freedom Package.

von dorothea hahn

Am vierten Tag des Krieges in Libyen ist Barack Obama in El Salvador angekommen. Von dort aus versucht er die US-Öffentlichkeit zu überzeugen: Libyen “wird eine Sache von Tagen sein. Nicht von Wochen.”

Der Friedensnobelpreisträger führt Krieg. Aber er versucht einen anderen Stil als seine Amtsvorgänger. Während Reagan und Clinton, sowie die Bushs – Vater und Sohn – jede neue Militärintervention der USA mit einer Fernsehansprache vom Oval Office einleiteten, ist Obama weit von Washington und dem Weissen Haus entfernt, als er den Krieg beginnt.

Im Gegensatz zu seinen Amtsvorgängern spricht er nicht von der Stärke der USA, sondern davon, dass er keinen Führungsanspruch bei der internationalen Militär-Operation habe, die unvermeidlich geworden sei, um ein Massaker zu verhindern. Die marzialischen Ansprachen überlässt der US-Präsident seinem französischen Kollegen Nicolas Sarkozy.

Präsident Obama managt die Bombardements nebenher. Er tut es während einer Reise durch Lateinamerika. Auf seinen Flügen zwischen den Hauptstädten, telefoniert… weiter lesen

19.03.2011 von dorothea hahn
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Nachbarn.

von dorothea hahn

“Nicht viele Länder hören in diesen Tagen auf die USA”, spottet das Börsenblatt “Wall Street Journal” über die Rückkehr von Jean-Bertrand Aristide nach Haiti. Der Ex-Präsident ist am Freitag nach sieben Jahren Exil in Südafrika in sein Land zurück gekehrt. Zwei Tage vor einem neuen Termin für die Präsidentschaftswahlen in Haiti.

Der US-Präsident persönlich soll versucht haben, die Rückkehr von Aristide zu verhindern. Ira Kurzban, Aristides us-amerikanischer Rechtsanwalt aus Miami sagt: “Präsident Obama hat in dieser Woche den südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma angerufen, damit er ihn nicht ausreisen lässt.”

Für Aristide ist es die zweite Rückkehr, nach dem zweiten Exil. Der frühere Priester und charismatische Redner war der erste gewählte Präsident nach der Diktatur von Vater und Sohn Duvalier. 1991 vertreibt ihn ein Militärputsch aus Port-au-Prince. Der Exilant Aristide wird sowohl im Weissen Haus als auch im Elysée-Palast als Hoffnungsträger empfangen. Drei Jahre später kehrt er in sein Land zurück.… weiter lesen

29.10.2010 von dorothea hahn
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Latino-Power.

von dorothea hahn

Nicandra Diaz Santillan. Diesen Namen sollten Sie Sich merken.

Nicandra Diaz Santillan.

Er gehört einer jungen Frau, die offiziell gar nicht in den USA sein darf. Sie hat weder Aufenthaltsrecht, noch Arbeitsrecht.  Schon gar nicht darf sie wählen.

Trotzdem hat Nicandra Diaz Santillan den Ausgang der Gouverneurswahlen in Kalifornien stärker beeinflusst, als jede andere einzelne Person. Mit einem einzigen öffentlichen Auftritt im September hat sie Meg Whitman zu Fall gebracht. Die ehemalige eBay-Chefin und Milliardärin, die für die Republikaner für das Gouverneursamt kandidiert.

“Nicki” hat Meg Whitmans Glaubwürdigkeit bei rechten Wählern erschüttert. Und hat sie für Latinos, die in Kalifornien mehr als ein Fünftel der Wähler und von allen Seiten umworben sind, unwählbar gemacht.

Die junge Frau war neun Jahre lang Hausangestellte bei Meg Whitman. An dem Tag, als sie ihrer Arbeitgeberin Auge in Auge ihre Situation erklärt hat und sie um Unterstützung bat, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu… weiter lesen

21.10.2010 von dorothea hahn
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Political correctness.

von dorothea hahn

Fired. In den USA hat erneut ein erfahrener Journalist seinen Job wegen Äußerungen über eine Minderheit verloren. Was er sagte, hat Stammtischniveau.

Der afroamerikanische Radio-Journalist  Juan Williams war am Montag zu Gast in einer Sendung des Fernsehkanals “Fox”. Dort hat er erzählt, dass er “nervös” wird, wenn er in einem Flugzeug sitzt und Leute “in muslimischer Kleidung” in die Maschine kommen  (Williams bei O\’Reilly ).

Am Mittwoch erhielt Juan Williams seine Kündigung. Der öffentliche Radiosender NPR, sein langjähriger Arbeitgeber, beendete die Zusammenarbeit. “Was er in der O’Reilly-Show gesagt hat, ist nicht mit unseren journalistischen Ansprüchen vereinbar”, begründet NPR.

Wenige Wochen zuvor hat der Fernsehsender CNN kurzen Prozeß mit einem seiner prominentesten Showmaster gemacht und dessen tägliche Sendung “Rick’s list” aus dem Programm gestrichen. Rick Sanchez hatte am 30. September in einem Radio-Interview den Komiker Jon Stewart (The Daily Show) als Teil des “nordöstlichen linken Establishments” attackiert… weiter lesen

20.10.2010 von dorothea hahn
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DDR als Vorbild.

von dorothea hahn

In der Tea-Party geht der Kalte Krieg weiter, als hätten die letzten zwei Jahrzehnte nicht stattgefunden. Auf Transparenten beschimpfen Tea-Party-DemonstrantInnen den US-Präsidenten als “Kommunisten”. Seine Gesundheitsreform gilt ihnen als “sozialistisches” Übel.

Doch für den Kandidaten Joe Miller in Alaska im Oktober 2010 ist die DDR ein Vorbild. Nicht etwa trotz, sondern wegen der Mauer. Eine Grenzsicherung dieser Art wünscht sich der Mann, der in den Senat möchte, auch für die USA.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Anchorage am vergangenen Sonntag antwortete er auf die Frage, was er mit der “illegalen Immigration” tun wolle: “Die DDR war sehr, sehr gut in der Lage, den Fluss einzudämmen. Natürlich ging es dabei um andere Dinge. Aber wir sind eine große Nation. Und wir haben die Fähigkeit unsere Grenze zu sichern.”

Joe Miller kommt aus der Tea-Party-Bewegung. Er gehört zu dem extrem rechten Kreis neuer PolitikerInnen, die bei den Midterm-Wahlen im November antreten. Er ist… weiter lesen

03.10.2010 von dorothea hahn
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One Nation.

von dorothea hahn

Das andere Amerika hat Flagge in Washington gezeigt.  Jenes, das vor zwei Jahren für einen historischen Ruck gesorgt und den ersten schwarzen und demokratischen Präsidenten an die Spitze der USA gebracht hat.

Hispanics, AfroamerikanerInnen, GewerkschafterInnen, Feministinnen, Homosexuelle und viele andere Gruppen – zahlreiche Bürgerrechtsgruppen, aber nur wenig Parteien – haben an diesem Samstag in die Mall geladen. Zigtausende sind gekommen. Ihr Motto: “One Nation Working Together”.

Mit ihnen ist der Park im Zentrum der US-Haupstadt auf einen Schlag bunt geworden. Es ist ein starker Kontrast zu der Versammlung, die rechte, religiöse und mehrheitlich weiße FundamentalistInnen von Tea Party und Republikanischer Partei im August an derselben Stelle  abgehalten haben. Damals hatte der Organisator den RednerInnen verboten, über Politik zu sprechen. Und die DemonstrantInnen mußten auf seine Weisung ganz ohne Transparente auskommen. Viele lehnten sogar Gespräche mit JournalistInnen ab.

An diesem Samstag hingegen kommt alles zur Sprache, was das Amerika von… weiter lesen

16.08.2010 von dorothea hahn
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Grenze.

von dorothea hahn

“Pass  auf Dich auf”, legen mir Freunde vor der Reise in den Westen von Texas ans Herz. Einige fügen hinzu: “Geh besser nicht nach drüben.”

Seit meiner Ankunft in El Paso, höre ich auf Schritt und Tritt neue Warnungen: Die Dame vom Autoverleih erklärt Besuche auf der anderen Seite des Río Grande ungefragt für sinnlos. “In Ciudad Juárez gibt es absolut nichts zu tun”, dekretiert sie. Und weist darauf hin, dass ich ihr Auto nur mitnehmen darf, wenn ich eine Zusatzversicherung abschließe. Die ist teurer als die Automiete.

Der Touristenprospekt von El Paso schwärmt zwar wie eh und je von dem “farbenfrohen Markt”, von den Nachtclubs und von der Musik auf der anderen Seite. Aber er zitiert noch ausführlicher die Reise-Warnung des US-Außenministeriums.

Komunalpolitiker in El Paso und Leute, die sich von Berufs wegen mit Mexiko befassen, geben zu, dass sie schon lange nicht mehr drüben waren. “Zu gefährlich”, begründen… weiter lesen