Posts Tagged ‘Fox’

10.02.2011 von dorothea hahn
blogavatar

Journalismus.

von dorothea hahn
YouTube Preview Image

Die Washingtoner Webseite Wonkette hat es nachgezählt: der Moderator Bill O’Reilly hat den US-Präsidenten 48 mal unterbrochen. Das ingesamt siebenminütige Interview lief am Sonntag auf “Fox”. Wenige Stunden vor Beginn der Übertragung des Super Bowl.

O’Reilly ist einer der Stars von “Fox”. Sein Sender hat die höchsten Einschaltquoten der USA. Außerhalb der großen Städte läuft er beinahe konkurrenzlos. “Fox” bringt die Politik in das “tiefe Amerika”.

Der 61jährige O’Reilly hat bei “Fox” eine tägliche Show. Sie ist rechts. Auf Stammtischniveau. Und komplett um die Person des Moderators herum gestrickt. O’Reilly’s Interviews sind ein Kampfsport: Ein Schlagabtausch, bei dem grundsätzlich der Gastgeber das letzte Wort hat. Die Prominenz gibt sich bei ihm die Klinke in die Hand.

Auch Barack Obama. Der US-Präsident antwortet ernsthaft auf die Fragen zu zu nationaler Sicherheit, zu Ägypten und zum Iran. Doch was er sagen will, ist kaum nachzuvollziehen.… weiter lesen

08.02.2011 von dorothea hahn
blogavatar

Gewichte.

von dorothea hahn

Am Sonntag sind die USA wieder ein bisschen schwerer geworden.

111 Millionen BewohnerInnen des Landes, darunter die Autorin dieses Blogs, haben den Abend vor dem Fernseher verbracht. Haben Bier getrunken. Und sich den Bauch mit den Spezialitäten der heimischen Küchen gefüllt: Chicken Wings, Pizzas, Chips und Dips. Auch im Weißen Haus, von wo aus sonst First Lady Michelle Obama einen Feldzug für gesunde Ernährung und gegen das Übergewicht der us-amerikanischen Schulkinder führt, gibt es an diesem Abend reichlich Kalorieen. Auf der Karte für die 150 Gäste stehen Würstchen, Kartoffelsalat und Cheeseburger.

Im texanischen Dallas kämpfen unterdessen die “Packers” aus Green Bay in Wisconsin gegen die “Steelers” aus Pittsburgh. Zwei Mannschaften, deren Namen an Berufe mit harter körperlicher Arbeit erinnern.  Die “Packers” und die “Steelers” sind große, bullige Männer, die ihre Formen durch Helme und durch Schutzpolster an herausragenden Körperteilen unterstreichen und schwarze Kriegsbemalung im Gesicht tragen. Ihr Spiel ist eine… weiter lesen

16.12.2010 von dorothea hahn
blogavatar

Rache. Zensur. etc.

von dorothea hahn

Die Enthüllungen von Wikileaks mögen in vielen Punkten das bestätigen, was informierte LeserInnen längst gewußt – oder zumindest geahnt – haben. Doch in den USA haben sie gereicht, um wütendes, grobes Jagdgeheul auszulösen, das jetzt quer durch das Land hallt.

Eine offenbar nur hauchdünne Schicht von Zivilisation ist weg geplatzt. An ihrer Stelle liegen Rachegelüste bloß. Es ist, als würden die Scheiterhaufen bereits lodern.

Die Kommentare reichen von: warum verfolgen wir den “antiamerikanischen Agenten mit Blut an den Händen (gemeint ist Julian Assange)” nicht wie die Führer von Al Kaida?” (die mutmaßliche künftige Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin), über: “ich bin gegen die Todesstrafe: man sollte den Hurensohn illegal erschiessen” (Bob Beckel, einst Vize-Staatssekretär unter dem demokratischen Präsidenten Jimmy Carter) , über: “wenn unsere Gesetze kein hartes Durchgreifen gegen den High-Tech-Terroristen erlauben, müssen wir eben neue Gesetze machen” (der Chef der RepublikanerInnen im Senat, Mitch McDonnell) bis hin… weiter lesen

22.10.2010 von dorothea hahn
blogavatar

2 Millionen Dollar Belohnung.

von dorothea hahn

Der gechasste Radio-Journalist Juan Williams hat bereits einen neuen Vertrag. Der Fernsehsender Fox, will ihm 2 Millionen Dollar in den kommenden drei Jahren zahlen.

Das ist die Belohnung für einen Auftritt von Williams als Gast bei Fox. Am Montag hat der Noch-Radio-Journalist dort erzählt, dass er “nervös” wird, wenn er in einem Flugzeug sitzt und muslimisch gekleidete  Leute in die Maschine kommen. Sein Gastgeber Bill O’Reilly lächelte zufrieden. O’Reilly hatte sich Mitte Oktober selbst mit einem islamophoben TV-Auftritt in die Schlagzeilen gebracht, als er in der Talkshow “The View” erklärte: “Muslime haben uns am 11. September getötet” (O’Reillys Provokation findet sich ab Minute 05:50 hier: \”muslims killed us on 9/11\” ).

Das öffentliche Radio NPR, schickte Williams am übernächsten Tag die Kündigung. “Wir haben ihm vertraut, damit er Nachrichten analysiert”, begründet NPR-Chefin Viviane Schiller den Rausschmiss: “nicht, damit er seine persönliche Meinung verbreitet.”

Für den privaten TV-Sender Fox ist… weiter lesen

21.10.2010 von dorothea hahn
blogavatar

Political correctness.

von dorothea hahn

Fired. In den USA hat erneut ein erfahrener Journalist seinen Job wegen Äußerungen über eine Minderheit verloren. Was er sagte, hat Stammtischniveau.

Der afroamerikanische Radio-Journalist  Juan Williams war am Montag zu Gast in einer Sendung des Fernsehkanals “Fox”. Dort hat er erzählt, dass er “nervös” wird, wenn er in einem Flugzeug sitzt und Leute “in muslimischer Kleidung” in die Maschine kommen  (Williams bei O\’Reilly ).

Am Mittwoch erhielt Juan Williams seine Kündigung. Der öffentliche Radiosender NPR, sein langjähriger Arbeitgeber, beendete die Zusammenarbeit. “Was er in der O’Reilly-Show gesagt hat, ist nicht mit unseren journalistischen Ansprüchen vereinbar”, begründet NPR.

Wenige Wochen zuvor hat der Fernsehsender CNN kurzen Prozeß mit einem seiner prominentesten Showmaster gemacht und dessen tägliche Sendung “Rick’s list” aus dem Programm gestrichen. Rick Sanchez hatte am 30. September in einem Radio-Interview den Komiker Jon Stewart (The Daily Show) als Teil des “nordöstlichen linken Establishments” attackiert… weiter lesen