01.04.2011 von dorothea hahn
Die Rebellen, zu deren Gunsten ein großer Teil der Welt Libyen bombardiert, sind gegen Gaddafi.
So viel ist bekannt. Der Rest ist nebulös. Zumindest nach Darstellung von Aussenministerin Hillary Clinton und Verteidigungsminister Robert Gates. Am Mittwoch sagen sie vor Mitgliedern des US-Kongresses, sie versuchten weiterhin, sich ein klares Bild von der Zusammensetzung der Rebellion zu verschaffen. Zugleich wollen sie die Abgeordneten beruhigen und sagen, dass sie “zu wissen glauben”, bei der Rebellion gebe es “keine große Zahl” von islamistischen Elementen. Das passt nicht so recht zu einer Analyse über Al Kaida, die die Militärakademie von –> West Point gemacht hat. Sie stellt Ende 2007 fest, dass überdurchschnittlich viele islamistische Kämpfer im Irak aus Libyen stammen – und davon widerum 24 Prozent aus Bengasi. Aber das tut hier wenig zur Sache.
Ein Reporter des –> New Yorker liefert zur aktuellen Situation konkretere Angaben als die SpitzenpolitikerInnen. Jon Lee… weiter lesen
24.03.2011 von dorothea hahn
Die Amazonen mit dunklen Sonnenbrillen, die über Muammar Gaddafis Sicherheit wachen, hat die Welt schon oft gesehen. Aber dass die us-amerikanischen Kriegsflugzeuge in Libyen von einer Frau befehligt werden, hat erst in dieser Woche der Militärreporter Thomas Ricks in einem Blog bei –> Foreign Policy veröffentlicht. Mit der Überschrift “Das neue Gesicht des Krieges: Eine Generalin kommandiert die US-Luftangriffe” stellt er Margaret Woodward vor.

Brig. Gen. Margaret Woodward bei ihrer Amtseinführung im Juni 2010. Foto: "Kaiserslauternamerican"
Von Deutschland aus, wo das für Militäroperationen in 53 afrikanischen Ländern zuständige “United States Africa Command” (Africom) sein Headquarter hat, schickt Margaret Woodward seit vergangenem Samstag B-2 und F-15E Bomber nach Libyen. Nach Ricks Informationen ist sie die erste Frau, an der Spitze eines Luftkrieges.
Auch bei der Entscheidungsfindung von Barack Obama, die der Militäroperation vorausging, haben Frauen eine zentrale Rolle gespielt. Während der Verteidigungsminister und zahlreiche Spitzenmilitärs vor… weiter lesen
23.03.2011 von dorothea hahn
Am vierten Tag des Krieges in Libyen ist Barack Obama in El Salvador angekommen. Von dort aus versucht er die US-Öffentlichkeit zu überzeugen: Libyen “wird eine Sache von Tagen sein. Nicht von Wochen.”
Der Friedensnobelpreisträger führt Krieg. Aber er versucht einen anderen Stil als seine Amtsvorgänger. Während Reagan und Clinton, sowie die Bushs – Vater und Sohn – jede neue Militärintervention der USA mit einer Fernsehansprache vom Oval Office einleiteten, ist Obama weit von Washington und dem Weissen Haus entfernt, als er den Krieg beginnt.
Im Gegensatz zu seinen Amtsvorgängern spricht er nicht von der Stärke der USA, sondern davon, dass er keinen Führungsanspruch bei der internationalen Militär-Operation habe, die unvermeidlich geworden sei, um ein Massaker zu verhindern. Die marzialischen Ansprachen überlässt der US-Präsident seinem französischen Kollegen Nicolas Sarkozy.
Präsident Obama managt die Bombardements nebenher. Er tut es während einer Reise durch Lateinamerika. Auf seinen Flügen zwischen den Hauptstädten, telefoniert… weiter lesen
18.03.2011 von dorothea hahn
Fünfundzwanzig Jahre nachdem die USA am 15. April 1986 Tripolis bombardiert haben, ist Libyen erneut im Visier von US-Militärs. Dieses Mal sind nicht drei in einer Berliner Diskothek ermordete US-Soldaten, sondern der Schutz der libyschen Zivilbevölkerung und der Rebellen in ihrer letzten Hochburg Bengasi der Grund. Und dieses Mal sind die USA auch nicht allein: Zehn Staaten haben am Donnerstag Abend im Weltsicherheitsrat die Resolution 1973 verabschiedet. Die Resolution erklärt den Luftraum über Libyen zu einer No-Fly-Zone, erlaubt Angriffe auf militärische Ziele von Gaddafi und legt als einzige Grenze für die Militärintervention fest, dass ausländische Truppen kein libysches Territorium (am Boden) besetzen dürfen.
Es ist der erste Krieg der Ära Barack Obama. Der demokratische Präsident hat sich wochenlang dagegen gesperrt. Er wollte Kriege beenden. Nicht anfangen. Während er zögerte, verlangten republikanische Politiker, und humanitäre Interventionisten aus den Reihen der Demokraten, sowie Aussenministerin Hillary Clinton die Einrichtung einer No-Fly-Zone.… weiter lesen