Posts Tagged ‘Gewalt’

10.05.2011 von dorothea hahn
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Lob der Folter.

von dorothea hahn

Fast überall auf der Welt heisst es Folter. Aber die konservativen Krieger gegen den Terror in den USA nennen es: “enhanced interrogation technics” – verbesserte Verhörtechniken.

Mit dem beschönigenden Terminus meinen sie simuliertes Ertrinken – das “Waterboarding” -  Schlafberaubung, Nacktheit in extremer Kälte, stundenlanges gefesseltes Stehen in einer Position, flache Schläge auf den Bauch und ins Gesicht, bellende Hunde…

Im “War on Terror” unter Ex-Präsident George W Bush sind diese Methoden, die von ihren Befürwortern auch: “harsh techniques” (scharfe Techniken) genannt werden, an vielen Orten des Planeten eingesetzt worden.

Die damalige Opposition in den USA und Menschenrechtsgruppen weltweit machten dagegen Kampagne. Amnesty International veröffentlichte 2008 diesen drastischen Spot gegen das –>Waterboarding. Parallel – und aus ganz anderen Motiven – erklären Verhörexperten aus CIA und Militär, dass Folter die Informationsbeschaffung  nicht etwa effizienter mache, sondern ganz im Gegenteil kompliziere und verlängere.

Bei seinem Amtsantritt im Januar 2009 hat Barack… weiter lesen

10.04.2011 von dorothea hahn
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Scheitern.

von dorothea hahn

Derrick Lemon ist acht, als er zum ersten Mal in die Schlagzeilen kommt. Am 13. Oktober 1994 ermorden zwei Jungen  – sie sind zehn und elf Jahre alt – seinen fünfjährigen Bruder. Sie werfen den kleinen Eric aus dem 14. Stock eines Gebäudes in Chicago. Derrick versucht vergeblich, sie daran zu hindern.

Derrick Lemon. F:Chicago Tribune

Vor Gericht beschreibt der achtjährige Derrick, wie er vierzehn Stockwerke herunterrannte, um noch vor Eric auf dem Trottoir anzukommen. “Ich wollte meinen Bruder auffangen”, sagt er.

Bei der Zeugenaussage sitzt Derrick auf einem Telefonbuch,  um an das Mikrofon heranzureichen. Das Verbrechen löst eine Welle des Mitgefühls für ihn aus. Die beiden Mörder seines Bruders kommen ins Gefängnis. In einem eigens für sie geschriebenen Gesetz wird das Mindestalter für Gefängnis in Illinois von dreizehn auf zehn Jahre gesenkt. Sie werden die jüngsten Gefängnisinsassen der USA.

Siebzehn Jahre später ist auch Derrick hinter Gittern.… weiter lesen

17.02.2011 von dorothea hahn
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Selber schuld.

von dorothea hahn

Lara Logan ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die Reporterin des US-Fernsehsehnders CBS, die mit Berichten aus den Kriegen in Irak und Afghanistan bekannt geworden ist, war an dem Abend, als in Kairo ein Freudenfest über das Ende des Tyrannen stattfand, auf dem Tahrir Platz Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Am Morgen danach ist sie zur Behandlung in die USA zurück gekehrt.

In einem knappen Kommuniqué hat CBS am Dienstag erklärt: “Lara Logan berichtete über das Jubelfest auf dem Tahrir-Platz, als sie von einer gefährlichen Gruppe mit mehr als 200 Leuten eingekreist wurde. Der aufgewühlte Mob drängte sie von ihrem Team weg. Sie wurde umzingelt, erlitt einen brutalen und lang anhaltenden sexuellen Angriff und wurde geschlagen. Eine Gruppe von Frauen und rund 20 ägyptische Soldaten haben sie gerettet.”

Als wäre das nicht genug, löste die Nachricht von dem Verbrechen in Ägypten, in der Blogosphäre der USA eine Welle von… weiter lesen

18.10.2010 von dorothea hahn
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It will get better.

von dorothea hahn

Es passiert nicht alle Tage, dass ein Politiker in einem blaßrosafarbenen Hemd vor ein Mikrofon tritt, über ein intimes Geheimnis spricht und mit den Tränen kämpft. Erst recht nicht in einer Garnisonsstadt in Texas: Der Heimat der Cowboys und anderer “starker Männer”.

Joel Burns hat es geschafft. Bei der Ratssitzung vom 12.  Oktober hielt er eine dreizehnminütige Rede, die ganz offensichtlich einen Nerv getroffen hat. Schon in den ersten fünf Tagen danach ist sie 1,5 Millionen mal im Internet angeklickt worden.

Der texanische Ratsherr ist kein begnadeter Redner. Er hat eine monotone Stimme. Er stammelt. Er schnieft. Und er versteckt sein vor Aufregung gerötetes, Gesicht.

Aber was er sagt, ist mutiger als Vieles, was PolitikerInnen bei Ratssitzungen von sich geben. Es sind 12 Minuten Wahrheit. Mit einem erklärten Ziel: Leben retten.

In den vergangenen Wochen hat eine Welle von Selbstmorden von Jungen die Öffentlichkeit in den USA aufgerüttelt. Allen Selbstmorden… weiter lesen

16.08.2010 von dorothea hahn
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Grenze.

von dorothea hahn

“Pass  auf Dich auf”, legen mir Freunde vor der Reise in den Westen von Texas ans Herz. Einige fügen hinzu: “Geh besser nicht nach drüben.”

Seit meiner Ankunft in El Paso, höre ich auf Schritt und Tritt neue Warnungen: Die Dame vom Autoverleih erklärt Besuche auf der anderen Seite des Río Grande ungefragt für sinnlos. “In Ciudad Juárez gibt es absolut nichts zu tun”, dekretiert sie. Und weist darauf hin, dass ich ihr Auto nur mitnehmen darf, wenn ich eine Zusatzversicherung abschließe. Die ist teurer als die Automiete.

Der Touristenprospekt von El Paso schwärmt zwar wie eh und je von dem “farbenfrohen Markt”, von den Nachtclubs und von der Musik auf der anderen Seite. Aber er zitiert noch ausführlicher die Reise-Warnung des US-Außenministeriums.

Komunalpolitiker in El Paso und Leute, die sich von Berufs wegen mit Mexiko befassen, geben zu, dass sie schon lange nicht mehr drüben waren. “Zu gefährlich”, begründen… weiter lesen