31.10.2010 von dorothea hahn
Während der Rest der USA wie gebannt auf den kommenden Dienstag starrt, taumelt eine Stadt im extremen Westen in einem ganz anderen Fieber: Es ist orange. Mit den Halbzeitwahlen hat es nichts Geringste zu tun.
Die Farbe orange hüllt in San Francisco Frauen, Männer und Kinder ein. Sie tragen orangene Mützchen. Orangene Jacken. Orangene T-Shirts. Und orangene Schuhe. Und selbst den Coit-Tower auf ihrem Telegraph Hill haben sie orange angestrahlt.

Den Konsens in San Francisco stiften die “Giants” – die Riesen. Orange ist die Farbe ihrer Baseball-Mannschaft. Unternehmer aus der kalifornischen Stadt haben sie im Jahr 1954 in New York City eingekauft.
In ihren seither vergangenen 56 kalifornischen Jahren haben sich die “Riesen” nicht mit Ruhm bekleckert. Doch seit der vergangenen Woche sieht es so aus, als könnten sie den Weltmeistertitel nach San Francisco holen. Zum ersten Mal.
“Weltmeister” ist dabei ein ehrgeiziges Wort. Denn es handelt es sich… weiter lesen
29.10.2010 von dorothea hahn
Nicandra Diaz Santillan. Diesen Namen sollten Sie Sich merken.

Nicandra Diaz Santillan.
Er gehört einer jungen Frau, die offiziell gar nicht in den USA sein darf. Sie hat weder Aufenthaltsrecht, noch Arbeitsrecht. Schon gar nicht darf sie wählen.
Trotzdem hat Nicandra Diaz Santillan den Ausgang der Gouverneurswahlen in Kalifornien stärker beeinflusst, als jede andere einzelne Person. Mit einem einzigen öffentlichen Auftritt im September hat sie Meg Whitman zu Fall gebracht. Die ehemalige eBay-Chefin und Milliardärin, die für die Republikaner für das Gouverneursamt kandidiert.
“Nicki” hat Meg Whitmans Glaubwürdigkeit bei rechten Wählern erschüttert. Und hat sie für Latinos, die in Kalifornien mehr als ein Fünftel der Wähler und von allen Seiten umworben sind, unwählbar gemacht.
Die junge Frau war neun Jahre lang Hausangestellte bei Meg Whitman. An dem Tag, als sie ihrer Arbeitgeberin Auge in Auge ihre Situation erklärt hat und sie um Unterstützung bat, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu… weiter lesen
26.10.2010 von dorothea hahn
Endspurt im Wahlkampf. Und die Kandidaten und ihre Unterstützer verschiessen ihr letztes Pulver.
Der Gewerkschaftsverband AFL-CIO wird in den nächsten Tagen noch zehn Millionen Briefe verschicken. Darin kommt Gewerkschaftschef Richard Tromka ohne Umwege zur Sache. “Die Dinge stehen schlecht”, schreibt er, “aber sie können noch sehr viel schlechter werden.” Um die von Entlassungen, Fabrikverlagerungen und Zwangsräumungen zermürbte Basis doch noch zur Wahlkabine und zu einer Stimmabgabe für demokratische Kandidaten zu bewegen, malt Trumka den Teufel republikanischer Politik an die Wand. “Werdet wütend. Tut etwas. Geht wählen”, fordert er seine Leute auf.
In der entgegengesetzten Richtung mobilisiert der Verein “Latinos for Reform”. Er ruft in einem Online-Video dazu auf, nicht wählen zu gehen. Vor dem Hintergrund von Glockenschlägen, die wie die Ankündigung zu einem Western klingen, spricht eine Männerstimme von den nicht eingehaltenen Versprechen. Und beschwört: “Nicht-Wählen ist unsere einzige Möglichkeit, eine klare Botschaft zu senden. ”

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19.10.2010 von dorothea hahn
Die USA befinden sich in der tiefsten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren. Nach offiziellen Angaben sind rund 15 Millionen Menschen arbeitslos. Und jeden Monat verlieren Hunderttausende ihre Häuser, weil sie nicht genug Geld für die Ratenzahlungen an ihre Banken haben.
Doch in der Kampagne für die Halbzeitwahlen am 2. November fließt das Geld in Strömen. Mehr als 3 Milliarden Dollar waren es bisher, rechnet die “Campaign Media Analysis Group” vor. Diese Midterm-Kampagne ist die teuerste der Geschichte.
Allein in der vergangenen Woche (10. bis 17. Oktober) sind mehr als 68 Millionen Werbedollar geflossen. Ihre Verteilung könnte kaum ungleicher sein: 40.01 Millionen Dollar kamen republikanischen KandidatInnen zugute - 28.18 Millionen Dollar warben für demokratische KandidatInnen.
Möglich geworden ist die die Explosion der Wahlkampfausgaben durch einen Entscheid des Obersten Gerichtes. Im Januar hat das Gericht die Obergrenze für Wahlspenden abgeschafft. Interessengruppen und private Unternehmen können seither so viel spenden wie sie wollen. Und:… weiter lesen