01.05.2011 von dorothea hahn
Angefangen haben die 1. Mai Demonstrationen in den USA: Im Jahr 1886 – aus Protest gegen Polizeischüsse auf streikende Arbeiter in Chicago.
Doch schon im Jahr 1894 schuffen die USA einen eigenen – nationalen – Labor-Day. Es sollte kein Datum geben, das Leute auf internationalistische – möglicherweise sogar sozialistische – Ideen brachte. “Labor Day” in den USA ist seither der erste Montag im September. Das Besondere an dem Tag? Die Geschäfte machen Sonderangebote.
Über Einwanderer aus Lateinamerika kommt der 1. Mai zurück. Seit Mitte des vergangenen Jahrzehnt demonstrieren Latino-Gruppen in zahlreichen Städten der USA für Bürgerrechte und gegen die Verschärfungen der Immigrationsgesetze. Im Jahr 2006 gingen dabei mehr als eine Million Menschen auf die Straße.
Bislang blieben die Latinos weitgehend unter sich. Doch in diesem Jahr – und im Bundesstaat Wisconsin – nehmen erstmals Spitzen-Repräsentanten der US-Gewerkschaftsbewegung an Immigranten-Demonstrationen teil. Richard Trumka, der US-Präsident der AFL-CIO, sowie mehrere andere Gewerkschaftschefs… weiter lesen
27.03.2011 von dorothea hahn

F: judytaylorstudio
Diese Bilder heissen “Lehrling”, “Verlorene Kindheit” und “Textilarbeiterinnen” (v.l.n.r.). Sie gehören zu einem elf-teiligen, monumentalen Wandgemälde, das im Arbeitsministerium von Augusta im Bundesstaat Maine hängt.
Doch die Tage des Kunstwerks sind gezählt. Es passt nicht in das Weltbild des neuen Gouverneurs von Maine. Paul LePage hat entschieden, es abzunehmen. Weil es “einseitig” sei. Zur Begründung zitiert der Gouverneur das Fax eines anonymen (sic!) Autors, der sich beschwert habe.
Der Gouverneur will auch sieben Konferenzsäle in seinem Arbeitsministerium umbennennen. In einem E-Mail sind die Beschäftigten der Behörde aufgefordert, neue Namen vorzuschlagen: “Berge, Landkreise oder sonst etwas”.
Bislang heisst einer der Säle: “Frances Perkins” – wie die aus Maine stammende US-Arbeitsministerin, die für die Sozialreformen der 30er Jahre verantwortlich war, darunter die Einführung der 40-Stunden-Woche, das Verbot von Kinderarbeit und die Arbeitslosenversicherung. Ein anderer Saal heisst jetzt noch: “César Chávez” – wie der Gründer der Landarbeitergewerkschaft “weiter lesen
29.10.2010 von dorothea hahn
Nicandra Diaz Santillan. Diesen Namen sollten Sie Sich merken.

Nicandra Diaz Santillan.
Er gehört einer jungen Frau, die offiziell gar nicht in den USA sein darf. Sie hat weder Aufenthaltsrecht, noch Arbeitsrecht. Schon gar nicht darf sie wählen.
Trotzdem hat Nicandra Diaz Santillan den Ausgang der Gouverneurswahlen in Kalifornien stärker beeinflusst, als jede andere einzelne Person. Mit einem einzigen öffentlichen Auftritt im September hat sie Meg Whitman zu Fall gebracht. Die ehemalige eBay-Chefin und Milliardärin, die für die Republikaner für das Gouverneursamt kandidiert.
“Nicki” hat Meg Whitmans Glaubwürdigkeit bei rechten Wählern erschüttert. Und hat sie für Latinos, die in Kalifornien mehr als ein Fünftel der Wähler und von allen Seiten umworben sind, unwählbar gemacht.
Die junge Frau war neun Jahre lang Hausangestellte bei Meg Whitman. An dem Tag, als sie ihrer Arbeitgeberin Auge in Auge ihre Situation erklärt hat und sie um Unterstützung bat, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu… weiter lesen
26.10.2010 von dorothea hahn
Endspurt im Wahlkampf. Und die Kandidaten und ihre Unterstützer verschiessen ihr letztes Pulver.
Der Gewerkschaftsverband AFL-CIO wird in den nächsten Tagen noch zehn Millionen Briefe verschicken. Darin kommt Gewerkschaftschef Richard Tromka ohne Umwege zur Sache. “Die Dinge stehen schlecht”, schreibt er, “aber sie können noch sehr viel schlechter werden.” Um die von Entlassungen, Fabrikverlagerungen und Zwangsräumungen zermürbte Basis doch noch zur Wahlkabine und zu einer Stimmabgabe für demokratische Kandidaten zu bewegen, malt Trumka den Teufel republikanischer Politik an die Wand. “Werdet wütend. Tut etwas. Geht wählen”, fordert er seine Leute auf.
In der entgegengesetzten Richtung mobilisiert der Verein “Latinos for Reform”. Er ruft in einem Online-Video dazu auf, nicht wählen zu gehen. Vor dem Hintergrund von Glockenschlägen, die wie die Ankündigung zu einem Western klingen, spricht eine Männerstimme von den nicht eingehaltenen Versprechen. Und beschwört: “Nicht-Wählen ist unsere einzige Möglichkeit, eine klare Botschaft zu senden. ”

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