Posts Tagged ‘Sarkozy’

23.03.2011 von dorothea hahn
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Freedom Package.

von dorothea hahn

Am vierten Tag des Krieges in Libyen ist Barack Obama in El Salvador angekommen. Von dort aus versucht er die US-Öffentlichkeit zu überzeugen: Libyen “wird eine Sache von Tagen sein. Nicht von Wochen.”

Der Friedensnobelpreisträger führt Krieg. Aber er versucht einen anderen Stil als seine Amtsvorgänger. Während Reagan und Clinton, sowie die Bushs – Vater und Sohn – jede neue Militärintervention der USA mit einer Fernsehansprache vom Oval Office einleiteten, ist Obama weit von Washington und dem Weissen Haus entfernt, als er den Krieg beginnt.

Im Gegensatz zu seinen Amtsvorgängern spricht er nicht von der Stärke der USA, sondern davon, dass er keinen Führungsanspruch bei der internationalen Militär-Operation habe, die unvermeidlich geworden sei, um ein Massaker zu verhindern. Die marzialischen Ansprachen überlässt der US-Präsident seinem französischen Kollegen Nicolas Sarkozy.

Präsident Obama managt die Bombardements nebenher. Er tut es während einer Reise durch Lateinamerika. Auf seinen Flügen zwischen den Hauptstädten, telefoniert… weiter lesen

03.03.2010 von dorothea hahn
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32,5 Millionen Germans.

von dorothea hahn

“Guten Tag!”, sagt der uniformierte Mann auf Deutsch. Er wendet seinen Blick von den drei Warteschlangen in dem Mobiltelefongeschäft ab. Er macht zwei Schritt aus seinem Wachposten in dem Türrahmen heraus. Und strahlt uns an, als hätten wir ihm ein Geschenk überreicht. In amerikanischem Englisch fährt er fort: “ich war in Deutschland”.

An den Namen des Ortes, an dem er stationiert war, kann er sich nicht erinnern. Auch das Jahr hat er nicht mehr im Kopf. Und von der Sprache hat er nur die Begrüßung behalten. Aber es ist ihm wichtig, uns mitzuteilen, dass es “eine gute Zeit”  war.

Der Türsteher war der zweite Unbekannte in Washington, der mir etwas Nettes über Deutschland sagen wollte. Der erste hieß Muñoz, so stand es auf seinem Namenssticker. Er schwärmte von sieben Jahren als Besatzer, und zählte die Namen von deutschen Städten mit US-Basen auf, während er in meinem Pass blätterte.

Seither bin… weiter lesen

18.02.2010 von dorothea hahn
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Von der Pfanne ins Feuer.

von dorothea hahn

An einem meiner ersten Tage in Paris stiess ich an der Place d’Italie auf das riesige Werbeplakat mit der Aufschrift: “L’éléctrique c’est chic”. Es war eine Aufforderung des Energiekonzerns EDF, auf Elektroheizungen umzustellen und eine Ermunterung, überhaupt mehr Strom zu verbrauchen.  Das sei billig, sauber und elegant.

Der Werbeslogan war mein erster Aufhänger, einen Text über das Leben im Atomstaat zu schreiben. Es sollte der Anfang einer langen Serie werden.

Seit General de Gaulle nach Kriegsende entschieden hat, daß eine große Nation sowohl Atomraketen, als auch Atomstrom braucht, sind in Frankreich die AKWs wie Pilze aus dem Boden geschossen. Heute stehen sie in Reih und Glied mit historischen Schlössern, direkt weltberühmten Weinlagen und am Ufer von Badeseen. Nirgendwo -  weder in der Hauptstadt, noch in den idyllischsten ländlichen Regionen des Landes – ist es in Frankreich weit bis zum nächsten AKW.  Die meisten sind in Betrieb. Manche schon verschrottet. Als… weiter lesen

01.12.2009 von dorothea hahn
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Minarett, Burka und nationale Identität.

von dorothea hahn

Lange bevor die SchweizerInnen ihr unseliges Referendum über Minarette veranstaltet haben, ist in Frankreich Nicolas Sarkozy vorgeprescht. Auch er hat eine Pandora-Büchse geöffnet. Zwar nicht gleich mit einem Referendum. Aber immerhin mit einer “nationalen Debatte”. Und die jongliert mit denselben Ängsten und Ressentiments. Praktischerweise findet sie auch noch wenige Monate vor den Regionalwahlen statt.

Vor zweieinhalb Jahren war so etwas schon einmal nützlich für Sarkozy. Damals war die “innere Sicherheit” sein großes Thema im Präsidentschaftswahlkampf. Dieses Mal lautet sein Arbeitstitel: “nationale Identität”.

In beiden Fällen stammen die thematischen Anleihen von der Front national. Sogar die Worte sind bei den Rechtsextremen abgekupfert. Sie waren in Frankreich lange die einzigen, die von “nationaler Identität” sprachen. Die hartnäckig “Immigration” mit “Unsicherheit” gleichsetzten. Und die gegen eine imaginäre “Invasion” des Landes zu Felde zogen. Bei den PolitikerInnnen der anderen Parteien war das tabu.

Als erstes beackerte die Front national die Elendsgebiete am Rande der… weiter lesen