Die zehn besten Electrosongs 2006

10. Soulphiction – No Jealousy

Mit dem Album „State of Euphoria“, das unter seinem Pseudonym Soulphiction veröffentlicht wurde, hat der besser als Jackmate bekannte Michael Baumann gezeigt, wie soulful elektronische Musik sein kann. „No Jealousy“ ist zwar ein eher konventioneller Track aus diesem Album, aber dennoch ein großartiger.

9. Geiger – Night (a.k.a. Good Evening)
Bitte mal vorstellen: Es ist ein warmer Sommerabend, man ist mit Freunden im Park und genießt die Abenddämmerung. Als es dunkel ist geht man ein paar Straßen weiter in den Club und feiert die ganze Nacht, bis man am nächsten Tag in die Kühle der Morgendämmerung entlassen wird. So klingt dieser Track – alles in 10 Minuten und 17 Sekunden.

8.Claude Vonstroke – The Whistler
Nachdem sein letztjähriger Hit “Deep Throat” auf einem rülpserähnlich klingendem Sprachsample basierte, kam der durchgeknallte Typ aus San Francisco dieses Jahr mit einem weiteren Sprachsample (diesmal ein „Ehn!“) und einer Pfeifmelodie zurück, die in Faktor Weirdness Roman Flügels „Geht’s noch?“ in nichts nachsteht.

7. New Order – Someone Like You (James Holdens Heavy Dub Mix)
Fünf Jahre nach dem Release des New Order Comeback Albums “Get Ready” zeigt James Holden wie man aus einem wundervollen Popsong einen verschwitzten, treibenden Noisebastard für die Tanzfläche macht.

6. Frankie – Bullshit (Ziggy Kinder Remix)
Apropos außergewöhnliche Produzenten: Auch Ziggy Kinder hat dieses Jahr sein Talent unter Beweis gestellt und mit seinem Debütalbum „Akrobatik“ (auf Ware) eines der frischesten Minimal Alben des Jahres abgeliefert. Außerdem veredelte er Frankies „Bullshit“ zu einem Clubhit par excellence.

5. Lars Wickinger – Blutrausch
Wo kriegen Traum eigentlich immer diese Typen her? Gemessen an der hohen Qualität, der von ihm 2006 für dieses Label produzierten Tracks (insgesamt 3, die Blutrausch B-Seite „Gleitflug“ und der Sampler Beitrag „Ghostrider“) könnte Lars Wickinger eine ähnlich steile Produzentenkarriere vor sich haben wie Dominik Eulberg.

4. Audion – Mouth To Mouth
Leider hatte ich meine Ohren mal wieder wo anders, als Mouth To Mouth zum Clubhit des Jahres avancierte, aber beim ersten Hören lag alles klar auf der Hand: Was braucht ein Monstertrack mehr, als einen stoischen Beat und ein Alarmsignal, das klingt wie eine Mischung aus dem Ton, der die Extrarunden in diesen irren Kirmesfahrgeschäften ankündigt und dem Gefühl, das dein Gehirn hat, wenn du in eben diesem Moment darin sitzt?

3. Delia Gonzales & Gavin Russom – Relevee (Carl Craig Remix)
Nach einem überlangen Arpeggio-Intro schickt Carl Craig den Song für lediglich 4 Minuten auf den Floor, um ihn anschließend mit Percussions und Klavierakkorden aufzubrechen. Eine solche Verweigerung erfordert Mut und beschert ihm einen der größten Hits des Jahres.

2. Basteroid – Meteorchester
Wenn ein Song so dermaßen losorgelt (ja, es ist eine Orgel!) und dies am Ende in seiner Bratzigkeit noch übertrifft wie „Meteorchester“, ist das ein klarer Fall für einen der vorderen Plätze am Jahresende. Man kann Sebastian Riedl nur noch einmal dafür danken, dass er eine herausragende unter all den herausragenden Basteroid Platten produziert hat und somit für einige der schönsten und innovativsten Sounds des Jahres verantwortlich ist.

1. John Tejada – The End Of It All
Ein Song, der einen sofort gefangen nimmt; mit dieser Melodie, die über allem zu schweben scheint. Melancholisch, geradezu romantisch und doch schafft Tejada es dem Song an den richtigen Stellen genügend Drive zu verpassen, um ihn auch für die Tanzfläche zu qualifizieren.

Steffen Kern

Kommentare (3)

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  1. Tja, leider kann ich nicht alles hören, geschweige denn kaufen. Burial fand ich persönlich etwas mau; muss aber auch zugeben, dass ich der Platte nicht allzuviel Zeit gegeben habe, um mich evtl. von ihr begeistern zu lassen.

  2. …und was ist mit Various, mit Burial oder mit Melon? Von Kode 9 oder Skream ganz zu schweigen!

  3. Das ist so toll geschrieben, die will ich alle hören, sofort.