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vonChristian Ihle & Horst Motor 10.11.2007

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Heute: Blacula (USA, 1972. Regie: William Crain)

Ausstrahlungstermin: Heute Nacht, 10. November, 2.45 – Kabel 1.

Blacula

Tagline: „He’s black! He’s beautiful! He’s Blacula!“

„Blacula“ ist nun wirklich das beste Futter für die b-Movie-Heaven-Reihe, da nicht nur ein klassisches Trash-Movie-Genre bedient wird, sondern gleich deren zwei.

„Blacula“ entstand 1972 in der Hochzeit des Blaxploitation-Genres. Blaxploitation ist die schwarze Variante der Exploitation-Movies, das mit spekulativ eingesetzten Gewalt- und Sexszenen den Boden der Billigkinos bildete. Im Blaxploitation-Genre sind allerdings durchaus einige Filme entstanden, die nun als eigenständige Kunstwerke angesehen werden: insbesondere die „Shaft“-Reihe wie auch die Pam-Grier-Filme „Coffy“ oder „Foxy Brown“, denen Tarantino später mit „Jackie Brown“ Referenz erwies, üben bis heute ihren Einfluss auf die Filmkultur aus.

„Blacula“ gehört jedoch eindeutig zu den Kuriositäten jener Ära, wie eine kurze Zusammenfassung der Geschichte zeigt: ein afrikanischer Prinz wird von Dracula gebissen, der zu all seinen anderen eh schon unangenehmen Charaktereigenschaften hier auch noch Rassist ist, und verwandelt sich nach guter alter Vampir-Tradition natürlich stante pede in ein Dracula-Abbild: voilà, Blacula ist geboren.
Blacula landet in einem versiegelten Sarg, der aber unglückseligerweise unwissentlich von zwei schwulen Innenarchitekten aus Los Angeles aufgekauft wird, woraufhin der ganze Ärger von neuem losgeht. Und da sage einer, Exploitation-Movies würden zu sehr mit Klischees hantieren!

Der überraschend große finanzielle Erfolg führte ein Jahr später zu einer Fortsetzung, die aber leider nicht unter seinem Arbeitstitel „Blacula is beautiful“ in die Kinos kam, sondern das profanere „Scream Blacula Scream!“ benutzte.

Christian Ihle

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