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vonChristian Ihle 24.07.2008

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Neulich erzählte mir ein Freund und New York-Experte mal wieder von neuen Nachrichten, die er bezüglich eines neuen Strokes-Albums aus dem Netz gefischt hat. Nichts Konkretes, nichts Handfestes. Übersehen hat er dabei aber, dass Albert Hammond Jr. längst wieder ins Studio gegangen war. Und jetzt, wo sein Album herausgekommen ist, bleibt auch keine Zeit für Strokes-Album Nummer vier, denn Albert Hammond Jr. will touren. So ausführlich wie möglich.
Mein New York-Freund findet Albert Hammond Jr.-Solo sei eine Mogelpackung. Strokes geteilt durch vier sozusagen.

Hammond Jr

Und dabei hat der Gitarrist vielleicht mit „Como te Lama“ das gemacht, was die Strokes wieder ganz nach oben auf das Podest hieven würde. Oder wenigstens ihre Kredibilität sichern könnte. Ähnlich wie bei seinem Debüt „Yours to keep“ lässt er einfach nur die Sonne aus der Gitarre scheinen, spielt unverkrampft 13 Songs ein; ohne auf Marktwirtschaft zu schielen, ohne an seine Hauptband zu denken.
„Como te Lama“ kann mal nerven, mal die Sonne aufgehen lassen. Weil Hammond Jr. zwar nicht wirklich sperrig, aber – ähem – um die Ecke komponiert. Weniger als bei seinem Vorgänger achtet er darauf, ob der Stoff in ein Format passt. Er schreibt keine Pop-Songs, sondern Stücke. Zurückgenommen, lässig, manchmal unfertig und trotzdem durchdacht. Mit einem Vibe, den sich Brian Wilson wohl auch immer eingebildet hat, als er „Smile“ aufnehmen wollte.
Albert Hammond Jr. versprüht eine wahnsinnige Lust auf seine Musik. Er fleht, schreit und kratzt. Und bleibt dabei eine der coolsten Säue auf dem Planeten.
„Como te Lama“ ist eine der besten Pop-Platten des Jahres. Ohne dass beim Komponieren und Aufnehmen überhaupt an Pop gedacht wurde, wohl. (Säm)

Anhören:
* GfC (hier)
* Feed me Jack or: How I learned to stop worrying and love Peter Sellers (hier)
* G up (hier)

Im Netz:
* Indiepedia
* Homepage
* MySpace

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https://blogs.taz.de/popblog/2008/07/24/album_des_monats_juni_platz_1_albert_hammond_jr_-_como_te_lama/

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kommentare

  • Ich stelle Albert Hammond Jr. doch nicht über Brian Wilson. Das würde ich niemals tun.
    Ich bin nur der Meinung, dass es bei Wilsons Versuchen, „Smile“ (erstmals) aufzunehmen wohl einen ähnlichen Ansporn gab.
    Heißt: Beide wollten experimentieren und ausprobieren. Und dabei die Sonne scheinen lassen.
    Das Brian Wilson zwar daran scheiterte (er hat uns aber „Pet Sounds“ gegeben), ist klar. Ich behaupte aber nicht, dass Albert Hammond Jr. jetzt Brian Wilsons Aufgabe gelöst hat.

  • Wir sind doch hier nicht bei der intro, hier dürfen die Autoren auch schreiben, was nicht 100% die Meinung des „Chefs“ ist. Außerdem wäre Hammond ja nicht Album des Monats, wenn ich es nicht auch super finden würde…

  • „Mit einem Vibe, den sich Brian Wilson wohl auch immer eingebildet hat, als er „Smile“ aufnehmen wollte.“
    Brian Wilson hat sich nicht wirklich viel eingebildet. Unfertig ist dann ganz klar „Smiley Smile“ und auch (größtenteils) unhörbar. Aber Hammond Jr über Wilson zu setzen, naja, da gehört schon eine gehörige Portion Chuzpe zu.

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