Im Plattenregal im Oktober (2): Pelle Carlberg, Roses Kings Castles

Roses Kings Castles – Roses Kings Castles
RKC
Der Schlagzeuger der Babyshambles veröffentlicht sein erstes Soloalbum.
Halt! Nicht wegrennen! Klingt trotzdem gut!

Generell stoßen Nebenprojekte von Bandmitgliedern auf geringes Interesse und das oftmals zurecht. Besonders schlecht beleumundet sind Soloalben von Drummern und Bassisten. Doch bei Adam Ficeks Alleingang kann man gleich die erste Befürchtung entkräften: kaum Schlagzeugsoli! Im Gegenteil: Ficek, der alle Instrumente selbst eingespielt hat und auch den Sänger gibt, erweist sich als versierter Musikant und Arrangeur.
Weiterhin ist positiv zu vermelden, dass er kaum an seine Stammband erinnern mag, sondern wie sich der Opulenz verschließende Belle & Sebastian klingen will, was größtenteils auch gelingt. Wenig überraschend dementsprechend, dass Ficek seine Rosen auf der twee side of life pflanzt.
Für Shambles-Anhänger ist der heimliche Höhepunkt des letzten Doherty-Albums „Shotters Nation“, „There She Goes (A Little Heartache)“, die wichtigste Referenz. Hört man nun diese erste Vorstellung Ficek’scher Solokünste darf man getrost vermuten, dass Ficek keine geringe Rolle gespielt hatte, als die Babyshambles für „There She Goes“ endlich einmal die glattproduzierten Indiegitarrenstandards des restlichen Albums aufgaben, um Dohertys Song so laid back einzuspielen, als würden sie ihren Lebensabend in verrauchten Jazzkellern sehen. Dass Ficek nun auch auf Dohertys kommendem Soloalbum beteiligt ist, mag nach diesem Roses Kings Castles Nebenprojekt ein gutes Zeichen sein. (Christian Ihle)

Anhören!
* Brass Winter
* Sparklin Bootz (hier)
* Horses

Adam Ficek im Popblog:
* My Favourite Records… mit Adam Ficek
* Album des Monats Oktober / Platz 1: Babyshambles – „Shotters Nation“

Im Netz:
* MySpace
* Homepage
* Indiepedia

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Pelle Carlberg – The Lilac Time

carlberg

Der schwedische Pop-Dandy Pelle Carlberg, der im Frühjahr überraschend wieder mit seiner Band Edson auf Tournee (durch China, Taiwan, Singapur, Malaysia und Indonesien) war, stellt gleich im Titel des ersten Songs auf seinem dritten Solo-Album die Verbindung zu der Band her, in deren Nähe er sich wohl am liebsten sieht: „1983 (Pelle & Sebastian)“ spielt natürlich auf die schottische Twee-Big-Band um Stuart Murdoch an. Und genau wie Belle & Sebastian lebt Pelle Carlberg gerne in einer Musikwelt, die noch immer irgendwo zwischen den 60ern und 70ern herumschwirrt.

Er bastelt perfekt arrangierte Popsongs mit augenzwinkernden Texten und einem melancholischen Grundton. Wäre Pelle Carlbergs Musik ein Kleidungsstück, er würde uns ein braunes Tweed-Sakko anstatt einer engen, zerschlissenen Lederjacke anziehen.

Nicht wild, nicht aufmüpfig, sondern stilvoll und witzig spießig. (Säm Wagner)

Anhören!
* 1983 (hier)
* Nicknames
* Fly me to the Moon

Pelle Carlberg im Popblog:
* My Favourite Records… mit Pelle Carlberg
* Album des Monats Mai / Platz 2: Pelle Carlberg – “In A Nutshell”

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