Album des Monats Oktober / Platz 1: Tomte – Heureka

tomte heureka

„Du nennst es Pathos, ich nenn’ es Leben“ singt Thees Uhlmann auf der neuen Tomte-Platte und prognostiziert damit die wahrscheinlichste aller Tomte-Kritiken der jüngsten Jahre: die Pathosmaschine wurde wieder angeworfen. Dabei ist es aber doch ein Irrtum, Tomte in ein früheres, schnoddriges Leben und ein pathetisch aufgeblasenes, späteres Dasein zu teilen, denn Uhlmanns Texte waren schon auf dem Debütalbum dem großen Sentiment nie abgeneigt – oder wie will man eine Textzeile der Marke „Ich habe den ganzen Tag Tulpen eingepflanzt, doch ich fühle mich als hätte ich die ganze Welt gepflügt“ denn sonst nennen.

Der Unterschied liegt eher in der begleitenden Musik. Stellten Tomte früher immer einen deutlichen Kontrast zwischen bedeutungsschwangeren Texten und der rauen Instrumentierung aus der Garage nebenan her, wurde beim letzten Album „Buchstaben über der Stadt“ die Wirkung der Texte durch die überbordenden Arrangements potenziert. Manchmal vielleicht doch die eine Spur zu weit. Auf der neuen Platte „Heureka“ finden Tomte aber einen guten Mittelweg. Natürlich kann und soll das nicht mehr so rau und unproduziert klingen wie auf einem Debütalbum, aber dennoch war die Idee eines „weniger ist mehr“ diesmal offensichtlich vorhanden. Das kommt „Heureka“ auch dahingehend zugute, dass es ein in sich geschlossenes, rundes Werk geworden ist wie zuvor in der Tomte-Geschichte nur das „Hinter all diesen Fenstern“ Album . Du nennst es Pathos, Thees nennt es Leben, ich nenne es die Platte des Monats.

Anhören!
* Wie siehts aus in Hamburg
* Küss mich wach, Gloria
* & ich wander

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(Christian Ihle)

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