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vonChristian Ihle 16.01.2009

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Aus den USA kommt die größte Hoffnung für Gitarrenfreunde:

The Soft Pack aka The Muslims

soft pack

Noch kein Album veröffentlicht, aber schon den Namen geändert! Und dann auch noch von dem hervorragenden Punknamen The Muslims zu dem ödest vorstellbaren The Soft Pack. Held meiner Jugend, Steven Wells, hat sich im Guardian schon ausgiebig über die Unmöglichkeit dieses Vorgangs ausgelassen, deshalb will ich es bei einem zustimmenden Nicken bewenden lassen und der Musik zuwenden, die deshalb natürlich nicht weniger brillant ist. Trocken, kurz, knapp auf den Punkt gespielt, bewegen sich The Muslims auf dem Feld, das einst die Modern Lovers bereitet hatten – nicht ohne immer mal wieder das Debütalbum von Pavement aufzulegen („American“). Mag auch „Right & Wrong“ in den ersten 30 Sekunden wie ein „Last Night“ für 2009 klingen, so greift der Strokes-Vergleich allein zu kurz, was sich auch in Textzeilen wie „If you give me a gun / I’ll point it at you“ und dem dazu gehörigen wunderbar tapsigen Video „Extinction“ wiederspiegelt, in dem Sänger Matt Lamkin wie ein junger Stephen Malmus durch die Szenerie läuft.

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* Extinction
* Bright Lights

Nickel Eye

nickel eye

A propos The Strokes: nachdem die Hauptband sich ja wie immer dank Jules Casablancas schön viel Zeit für ein neues Album lässt, veröffentlichen all die Instrumentenarbeiter eine Platte nach der nächsten. Die beiden Gitarristen Hammond Jr und Valensi haben sogar schon Album-des-Monats-Ehren eingesammelt (hier und hier) und nun bringt Bassist Nikolai Fraiture seine erste eigene Platte heraus. Ganz so gelungen wie die der geschätzten Kollegen ist Nickel Eyes Debüt vielleicht nicht, aber trotzdem immer noch recht ordentlich.

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* Brandy Of The Damned

The Pains Of Being Pure At Heart

pobpah
(foto: Ben Duchac)

The Pains Of Being Pure At Heart spielen, wie könnte es bei so einem Namen auch anders sein, Twee-Pop wie man ihn aus den seligen Zeiten von Sarah Records kennt. The Vaselines für 2009, The Pastels für das hier und jetzt.

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* Young Adult Friction
* Everything With You (mp3)

The Vivian Girls

vivian

Ebenfalls Twee-Pop beeinflusst sind The Vivian Girls, deren Debütalbum in den USA bereits letztes Jahr erschienen ist. Bei den drei New Yorker Mädels mit den wunderbaren Namen Kickball Katy, Cassie Ramone und Frankie Rose (z. Zt. nicht mehr in der Band) fließen noch Girl-Group-Harmonien und eine Düsternis ein, auf dass man die Vivian Girls nicht einfach nur süss finden kann.

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* Tell The World
* Where Do You Run To

Girls

girls
(Foto: Sandy Kim)

Die Westküstenband Girls hätten wir genauso auch in unserer Rubrik „Willkommen im Untergrund“ vorstellen können, denn die beiden Herren konnten leider noch nicht für allzuviel Wirbel sorgen. Was eigentlich verwundert, wenn man einen überlebensgroßen Song wie „Hellhole Ratrace“ hört, der wie die allerallerbesten Spiritualized-Singles minus deren manchmal zu großem Bombast klingt. Kurz: perfekt. Und das obwohl der Song sieben Minuten dauert und ich – der Punksozialisation sei dank – generell dem langen Lied mit einer gehörigen Grundskepsis gegenübertrete.

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* Hellhole Ratrace (mp3)

The Homophones

homophones

The Homophones sind uns zum ersten Mal im hervorragenden Bruce La Bruce Film „Otto; Or Up With The Dead“ begegnet, einem Zombie-Gay-Porno. Passenderweise war „Everyone’s Dead“ der Homophones-Beitrag zum Otto-Soundtrack und mindestens so eindrucksvoll wie die Darmpenetrationsszene im vorangegangen Film.

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* Everyone’s Dead

Text: Christian Ihle
(Fotos: )

Weitere Folgen:
1: Singer/Songwriter für 2009
2: Pop/Hip-Hop für 2009
3: We heart MGMT für 2009
4: Britische Gitarre für 2009
6: Willkommen im Untergrund in 2009

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