Schmähkritik (219): Reich-Ranicki und Schriftstellerinnen

von Christian Ihle

Aus der Reihe “Fragen Sie Reich-Ranicki” in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung:

“Schreiben Männer besser als Frauen?”

Marcel Reich-Ranicki: “Homer, Sophokles, Euripides, Horaz, Ovid, Vergil, Dante, Petrarca, Molière, Corneille, Racine, Shakespeare, Cervantes, Calderón, Voltaire, Goethe, Schiller, Balzac, Stendhal, Flaubert, Puschkin, Dostojewskij, Tolstoi, Proust, Brecht. Sie alle waren Männer. Genügt die Antwort?”

Inhaltsverzeichnis:
* Die ersten 200 Folgen Schmähkritik


8 Kommentare zu "Schmähkritik (219): Reich-Ranicki und Schriftstellerinnen"

  1. aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaggression!

    zusammenhang? oder gibt’s keinen?

  2. Nein, gibt keinen Zusammenhang. Das ist eine wöchentliche Rubrik, in der Leser Fragen an Reich-Ranicki einschicken – und die hab ich komplett (sowohl Frage als auch Antwort) zitiert.

  3. Beindruckende Auflistung. Trotzdem haben all diese (weißen) Männer zusammen nicht so viel Geld verdient wie J.K.Rowling

  4. Oder Dieter Bohlen.

    Aber im Ernst, ich hoffe, dass niemand anfängt, bei RR von Alterssenilität zu sprechen. Der war schon immer so!

  5. Dann können wir einfach weiter von debil sprechen.
    Oder den Satz mit Quanti- und Qualität. Oder Gender und…
    Nein, am besten einfach ignorieren.

  6. Aber andererseits: MRR antwortet auf die (bereits mehr als anmaßende, chauvinistische) Zumutung von einer Frage mit einer Auflistung toter weißer europäischer Männer und hebt explizit (durch das Präteritum ‘waren’) hervor, dass es sich dabei um die Vergangenheit handelTE. Das Ganze endet dann in einer einer rhetorischen Frage, die die Einfalt der gestellten Frage genauso gut konterkarieren könnte, als deren Plattheit und das dumpfe, zu Grunde liegende Klischee nur zu bestätigen.
    Und selbst, wenn sie so platt ist, dass sie hier – ohne Zweifel – hergehört – 1.) Unterhaltungswert hatte MRR in seiner Streitlust und apodiktischen Urteilen ohne Frage immer und 2.) zumindest VERrät sie dann genau diese Tradition (europäischen) Denkens.

  7. Ws mir bei der Männer-Liste von RR sofort auffiel: Thomas Mann fehlt – der steht sonst immer gleich neben Goethe und Schiller. An Zufall oder Alzheimer glaube ich nicht…

  8. “A room of one’s own.”

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