Katzenjammer in der S-Bahn

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Jaja, hoer ich euch sagen, dafuer brauchst Du nicht nach Oslo fahren, dit kannste och in Berlin haben! Aber ich spreche ja gar nicht von ausgefallenen, verspaeteten, zu spaet ankommenden Mehdorn-Erblasten, sondern von einem norwegischen Maedchenquartett, das mit all der ihm zustehenden jugendlichen Naivitaet den Folk dieser Welt umarmt und in einer Osloer Tram wieder ausspielt.

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In einer hoffnungslos ueberfuellten Tram-Bahn geben Katzenjammer den Eroeffnungsact des diesjaehrigen Oya-Festivals und wenn die naechsten Tage auch nur annaehernd so gut, wild und gross werden, sprechen wir hier – wieder einmal – vom Festival des Jahres.

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Katzenjammer sind vier Maedchen in ihren Anfang- bis Mitt- 20ern und nehmen von Chanson ueber Bluegrass, Country zu Folk, Balkanliedern, russischen Volksweisen und Sea Shanties alles in ihr Programm auf, was ihr Publikum der ekstatischen Begeisterung naeher bringen koennte. Dieses undogmatische Herangehen an Folkmusik spiegelt sich auch in der Band wieder: einen Heidenspass verspruehend wechseln die vier unablaessig Instrumente, hangeln sich an den Griffleisten der Trambahn entlang, waehrend immer wieder eine andere der vier die Vocals uebernimmt. Und das ist die naechste Ueberraschung: nicht nur koennen alle vier wie die Englein singen denen sie gleichen, sondern im naechsten Moment auch einem Tom Waits wuerdig uns einen Sea Shanty entgegenbruellen.
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Kurz: eines der beeindruckendsten, mitreissendsten Konzerte des Jahres, das durch seine erzwungene Enge in der Trambahn nur noch mehr gewinnt. 40 Minuten spaeter bin ich nicht nur Fan geworden, sondern mindestens in zwei Norwegerinnen neu verliebt.

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(Text: Christian Ihle, Fotos: Christian Ihle, Kati Weilhammer)

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