Oya-Festival, Tag 2: Football & Flower Tops

glasvegas

Wie bekommt man eine schottische Band auf sein Festival, wenn die perdu nicht spielen wollen? Man legt ihnen einfach Karten fuer ein Laenderspiel ihrer Nationalmannschaft bei – und schon waren Glasvegas am Start. Dass Schottland mit 0:4 gegen Norwegen am Tag zuvor verloren hatte, brachte Saenger James Allen dann auch dazu, den Song „Fuck You“ dem norwegischen Publikum zu widmen. Im Gegensatz zum recht blutleeren Auftritt auf dem Melt-Festival vor einigen Wochen funktioniert das Prinzip Glasvegas fuer einen Open-Air-Gig ueberraschend gut. Als Cover waehlten sie diesmal „Everybody Gotta Learn Sometimes“, das in die glasvegasueblichen Soundwaende gesungen wurde.

arctic monkeys

Etwas enttaeuschend war dagegen der Headliner des Tages, die Arctic Monkeys. Ihr neuer Produzent Josh Homme hat scheinbar auch stilistisch ordentlich Einfluss auf die Jungs: nicht mehr wieder zu erkennen! Der Versuch, die Soundpalette zu erweitern mag auch prinzipiell ein richtiger sein, aber dabei verlieren die Monkeys doch eine ihrer groessten Staerken. Wo vorher Riffmonster regierten, spielt die Gitarre nun flaechig durch eine Wuestenlandschaft. Von den drei beliebtesten US-Acts des Tages geht Grizzly Bear im Vergleich zu Wilco (ok, aber nicht spektakulaer) und Chairlift (Bruises! aber sonst oede) als Sieger hervor. Schoen auch dass die Kollegin von Beach House als Gaststar noch einmal eine Schippe Harmonie oben drauf legte.

Die Stilkritik:
* Glasvegas: immer noch im Joe-Strummer-von-1981-Referenzlook ist James Allen momentan so weit vorne, dass nicht einmal eigenhaendig seitlich bis zur Huefte aufgeschnittene T-Shirts daran was aendern koennten.
* Arctic Monkeys: Bombenleger und Brunnenvergifter, allesamt!
* Florence & The Machine: der exzentrische Hippie-Feen-Look macht die schlimmbelanglosen Songs des neuen Albums definitiv auch mal nicht besser. ‚

(Fotos: Jan Erik Svendsen, Julie Loen)

Kommentare (2)

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  1. Ja, die Befürchtung teile ich auch etwas nach dem Liveauftritt. Das war einfach okay, aber die Melodien wurden vergessen. Gut, kann sich ja sicher noch ändern, wenn man die Songs häufiger zu hören bekommt – man soll ja die Hoffnung nicht zu früh aufgeben.

    P.S.:
    Die Regel gefällt mir im Übrigen gut.

  2. ich hab eh schon angst vor dem neuen arctic monkeys album. die – sehr willkürliche und kaum durchdachte – regel scheint wieder mal zu greifen: gute frisur des sängers = gutes album, scheiß frisur = scheiß album