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	<title>Kommentare zu: Alben des Jahrzehnts &#8211; 2001: “Is This It” von The Strokes</title>
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	<description>„As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“ schrieb Derek Jarman 1977. Ganz in diesem Sinne behandelt der Popblog die Popkultur im weitesten Sinne und greift interessante Themen aus der Welt der Musik, des Films und der Gesellschaft auf.</description>
	<lastBuildDate>Mon, 13 Feb 2012 15:26:12 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: Christian Ihle</title>
		<link>http://blogs.taz.de/popblog/2009/11/18/alben_des_jahrzehnts_-_2001_is_this_it_von_the_strokes/comment-page-1/#comment-38195</link>
		<dc:creator>Christian Ihle</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Dec 2009 09:46:40 +0000</pubDate>
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		<description>Im Gitarrenkontext gibt es meiner Meinung nach tatsächlich keine &quot;wichtigere&quot; Band als die Strokes in diesem Jahrzehnt. Schön war ja auch zu verfolgen, wie die Nullerjahre die alte Punkentwicklung noch einmal nachspielten. Sieht man die Strokes als die Velvets/CBGB-Punkexplosion, dann sprechen wir hier also von 1967-76, kamen die britischen Brüder angefixt hinterher (Libertines et al) und spiegelten so die damalige Punkentwicklung. Kaum waren US-&quot;Punk&quot; und UK-&quot;Punk&quot; en vogue, sprangen die Plattenfirmen im großen Maßstab auf und verwässerten den Ansatz in Richtung &quot;New Wave&quot; (View, Rifles etc).
Parallel entwickelte sich aber auch gleich wieder der Post-Punk-Rückgriff, der wiederum zuerst in New York am Start war (damals beispielsweise die No Wave Szene oder ESG und Konsorten, heute DFA mit Rapture, !!!, Radio 4 und LCD Soundsystem) worauf wiederum auf der anderen Seite des Atlantiks mit einem Rückgriff auf die eigenen Postpunkheroen geantwortet wurde (NIE waren Gang Of Four populärer als in den mittleren 00ern!). Franz Ferdinand brachten noch die schottische Schule (Postcard: von Orange Juice zu Josef K) mit ins Spiel, andere kaprizierten sich eher auf die eckigen GItarrenläufe von Gang Of Four, Wire und The Fall (die ganzen Angular Records Bands, das New Cross Phänomen).

Nur: wo war die deutsche Antwort? Wo waren unsere Fehlfarben? Neubauten? DAFs? Von Spar waren für einen kurzen Moment ein helles Licht, ansonsten sind die besten Ansätze so schnell in der Feier des puren Hedonismus, in der Audiolithisierung der Jugendkultur gelandet, dass man sich im Nachhinein wirklich nicht mehr freuen kann. England hatte vor New Rave wenigstens ne Bloc Party im Maximo Park mit Franz Monkeys veranstaltet!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Im Gitarrenkontext gibt es meiner Meinung nach tatsächlich keine &#8220;wichtigere&#8221; Band als die Strokes in diesem Jahrzehnt. Schön war ja auch zu verfolgen, wie die Nullerjahre die alte Punkentwicklung noch einmal nachspielten. Sieht man die Strokes als die Velvets/CBGB-Punkexplosion, dann sprechen wir hier also von 1967-76, kamen die britischen Brüder angefixt hinterher (Libertines et al) und spiegelten so die damalige Punkentwicklung. Kaum waren US-&#8221;Punk&#8221; und UK-&#8221;Punk&#8221; en vogue, sprangen die Plattenfirmen im großen Maßstab auf und verwässerten den Ansatz in Richtung &#8220;New Wave&#8221; (View, Rifles etc).<br />
Parallel entwickelte sich aber auch gleich wieder der Post-Punk-Rückgriff, der wiederum zuerst in New York am Start war (damals beispielsweise die No Wave Szene oder ESG und Konsorten, heute DFA mit Rapture, !!!, Radio 4 und LCD Soundsystem) worauf wiederum auf der anderen Seite des Atlantiks mit einem Rückgriff auf die eigenen Postpunkheroen geantwortet wurde (NIE waren Gang Of Four populärer als in den mittleren 00ern!). Franz Ferdinand brachten noch die schottische Schule (Postcard: von Orange Juice zu Josef K) mit ins Spiel, andere kaprizierten sich eher auf die eckigen GItarrenläufe von Gang Of Four, Wire und The Fall (die ganzen Angular Records Bands, das New Cross Phänomen).</p>
<p>Nur: wo war die deutsche Antwort? Wo waren unsere Fehlfarben? Neubauten? DAFs? Von Spar waren für einen kurzen Moment ein helles Licht, ansonsten sind die besten Ansätze so schnell in der Feier des puren Hedonismus, in der Audiolithisierung der Jugendkultur gelandet, dass man sich im Nachhinein wirklich nicht mehr freuen kann. England hatte vor New Rave wenigstens ne Bloc Party im Maximo Park mit Franz Monkeys veranstaltet!</p>
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		<title>Von: Tim</title>
		<link>http://blogs.taz.de/popblog/2009/11/18/alben_des_jahrzehnts_-_2001_is_this_it_von_the_strokes/comment-page-1/#comment-38096</link>
		<dc:creator>Tim</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 12:22:28 +0000</pubDate>
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		<description>Komischerweise scheint sich ja niemand für diesen interessanten Aufsatz zu interessieren, mich dagegen treiben die Thesen seit Wochen mehr als jede Pete-Doherty-Aktion um und dewegen bin ich jetzt auch viel zu spät dran… Besonders die Behauptungen, daß 2001 das neue 1977 gewesen wäre und die Strokes so unverfälscht, beschäftigen mich hier.

Mich hat der Text ja sehr schnell überzeugt, und &quot;Is This It&quot; muß auch deshalb das Album der Dekade sein, weil es sehr gut ein gewisses post-9/11-Lebensgefühl erfasst – also Flucht ins Private und die heile Vergangenheit zum Beispiel (man hat den Strokes seinerzeit ja auch Neokonservativismus bescheinigt [1]). Wenn 2001 also das neue 1977 war, und unauthentisch das neue authentisch (so wie 1977 eben häßlich das neue schön war), dann könnte man vielleicht sagen daß die Strokes die Sex Pistols ihrer Zeit waren, so wie die Sex Pistols mal die neuen Beatles waren. Das Hinken der Vergleiche sagt dann aber auch einiges aus.

Andererseits befürchte ich, daß vielleicht doch eher so jemand wie Eminem wichtiger war als die Strokes.

1) http://www.textezurkunst.de/55/eine-neokonservative-warenkunde/</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Komischerweise scheint sich ja niemand für diesen interessanten Aufsatz zu interessieren, mich dagegen treiben die Thesen seit Wochen mehr als jede Pete-Doherty-Aktion um und dewegen bin ich jetzt auch viel zu spät dran… Besonders die Behauptungen, daß 2001 das neue 1977 gewesen wäre und die Strokes so unverfälscht, beschäftigen mich hier.</p>
<p>Mich hat der Text ja sehr schnell überzeugt, und &#8220;Is This It&#8221; muß auch deshalb das Album der Dekade sein, weil es sehr gut ein gewisses post-9/11-Lebensgefühl erfasst – also Flucht ins Private und die heile Vergangenheit zum Beispiel (man hat den Strokes seinerzeit ja auch Neokonservativismus bescheinigt [1]). Wenn 2001 also das neue 1977 war, und unauthentisch das neue authentisch (so wie 1977 eben häßlich das neue schön war), dann könnte man vielleicht sagen daß die Strokes die Sex Pistols ihrer Zeit waren, so wie die Sex Pistols mal die neuen Beatles waren. Das Hinken der Vergleiche sagt dann aber auch einiges aus.</p>
<p>Andererseits befürchte ich, daß vielleicht doch eher so jemand wie Eminem wichtiger war als die Strokes.</p>
<p>1) <a href="http://www.textezurkunst.de/55/eine-neokonservative-warenkunde/" rel="nofollow">http://www.textezurkunst.de/55/eine-neokonservative-warenkunde/</a></p>
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