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vonChristian Ihle 06.12.2009

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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„Im Grunde genommen geht es wieder nur um einen Parcours machistischer Selbstprüfungen. Am deutlichsten wird das vielleicht an der homophoben Pointe, die sehr umständlich schon in „Keinohrhasen“ in Szene gesetzt wurde, um nun in „Zweiohrküken“ noch einmal richtig platt gewalzt zu werden. Damals rächte sich Ludo an einem gemeinen Taxifahrer, indem er dessen Kollegen suggerierte, der Fiesling biete Fahrgästen gegen Bares Liebesdienste an. Jetzt legt Ludo noch mal bei einem anderen Taxifahrer nach: „Sag deinem Kollegen, er bläst richtig gut.“ Oralverkehr unter Männern – das gilt in der kleinen, gestrigen Welt Til Schweigers noch immer als größtmögliches Sittenvergehen.

Erstaunlich ist, dass sich der Filmemacher und Hauptdarsteller in keiner Weise von seiner Figur distanziert: Til ist Ludo, Ludo ist Til. Das lässt sich schon daran erkennen, dass der staksige Stenz in „Zweiohrküken“ agiert wie der staksige Stenz in der Castingshow „Mission Hollywood“. In der RTL-Sendung ließ Schweiger Anfang des Jahres junge Möchtegernschauspielerinnen vorführen: Stotternd wies der vermeintliche Hollywood-Star seine Casting-Opfer zu Übungen an, für die er in jedem anständigen Rotlicht-Etablissement hätte bezahlen müssen. Gelegentlich saß ihm als Co-Juror sabbernd sein alter Freund Heiner Lauterbach zur Seite.

Die Sendung wurde wegen katastrophaler Zuschauerzahlen bald von der Prime Time in den Nachmittag verbannt. Keine Schmach eigentlich, denn RTL hat auch schon ganz tolle Eigenproduktionen mangels Erfolg aus dem Programm gefegt. Doch bei Schweiger muss der Selbstzweifel in Sachen „Mission Hollywood“ tief sitzen, ist er doch der einzige Filmemacher in Deutschland, der Qualität komplett mit Quote gleichsetzt. Wer als Regiekollege mit einer Produktion an der Kinokasse unter der 100.000-Zuschauer-Grenze bleibt, wird von ihm gnadenlos verhöhnt. Der Quotenvergleich, er klingt bei Schweiger immer nach Penisvergleich.“

(Christoph Buß bei SpiegelOnline)

Mit Dank an Sebastian, Katja und Markus!

Anm.:
Zuvor hat Schweiger in einem interessanten Interview seine Ähnlichkeit zu Nostradamus bewiesen und den Verriss vorhergesehen.

Eine weitere Til Schweiger Schmähkritik:
* Nr. 220

Inhaltsverzeichnis:
* Die ersten 200 Folgen Schmähkritik
* Wer disst wen?

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kommentare

  • jedes Wort ist zuviel, Tille ist null,garnix und sollte als notorisch-erfolgloser Taschendieb am besten nach Köln der Hollywoood oder pfff

  • Tja, der XXX. Homophob. Lebt jetzt in Berlin. Und Berlin ist ein Dorf. Auf einer netten Schwulen-Party hat mir doch neulich ein sehr netter Fast-Zwei-Metter-Mann erzählt, wie er mit dem XXX nach Malle geflogen ist. Zum Ficken und so. XXX zahlt gut und ist nett, aber klein – in jeder Beziehung. Kein Scheiss.

    – aus rechtlichen Gründen vorsichtshalber mal gekürzt, nicht dass hier noch Probleme auftauchen –

  • hi…SCHWEIGER……du knaller…du hast es tatsächlich geschafft nach langer zeit DICH doch noch zu mögen…
    der film war fein…ehrlich und realitätsbezogen..hab mich nícht verascht gefühl..dies will was heissen!
    du hast gut gespielt..ebenso deine partnerin…vielleicht war es auch eine kleine aufarbeitug deiner eigenen vita..die ja nach langen jahren zu einer anderen lösung kam!
    bei the way….alles ok
    es grüsst dich nona schiller

  • Til Schweiger ist einfach unerträglich, ich kann diesen verkniffenen Blick und die immer leicht weinerliche Stimme allerhöchstens eine Minute ertragen. Er wirkt auf mich wie ein pubertärer kleinstädtischer Klassensprecher, der nach oben hin buckelt und nach unten hin tritt. Ein Freund und ich improvisieren im Rotweinrausch auch immer gerne Til-Schweiger-Ähnlichkeitswettbewerbe, die darin bestehen, wer es am längsten mit dem gleichen Gesichtsausdruck aushält. Das verlinkte Interview spricht ja auch für sich selbst, der gute Mann hat ja offensichtlich ein massives Problem. Erschütternd übrigens, wie viele eigentlich geschmackssichere Menschen mit einem leicht verschämten „och, eigentlich war der ganz nett“ aus „Keinohrhase“ gekommen sind…

  • Es gibt viele gute SchauspielerInnen in der BRD, und Til Schweiger gehört definitiv nicht zu diesem Kreis.
    Er ist nur der Dirk Bach, der Dieter Bohlen des Kinos, für sehr mindere Ansprüche. Mich befällt eine Allergie schon beim zufälligen hinsehen.
    Nebenbei, es gibt gute online Kino-Infos bei:
    http://www.filmszene.de/
    Unter anderem rezensieren Mitarbeiter und Kinobesucher aktuelle Filme.
    Schweiger hat das untersagt. Er wird seine Gründe haben…

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