Same Same But Different (Regie: Detlev Buck)

von Christian Ihle

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Jeder Film, dessen erster Dialog damit beginnt, dass einer der beiden Liebenden HIV positiv ist, verspricht ein Downer vor dem Herrn zu werden. So selbstredend auch „Same Same But Different“ von Detlev Buck, der sich offensichtlich für seinen ersten Film mit einer gewissen Ausrichtung auf den internationalen Markt in ein schlichtes „Buck“ für die Credits umbenannt hat. Nachdem Buck mit Neukölln („Knallhart“) und Mecklenburg-Vorpommern („Hände weg von Mississippi“) zuletzt bereits zweimal wilde Riten in seltsamen Gegenden erforscht hat, wagt er nun den Sprung ins Ausland: Kambodscha. Dort lernt der junge Ben (ein guter David Kross) auf einem Partyurlaub die kambodschanische Gelegenheitsprostituierte Sreykeo (eine ebenfalls gute, aber mit einer unglücklichen Synchronisation geschlagene Apinya Aakuljaroensuk) kennen und lieben, die auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland seine Freundin bleibt – und ihm eines Tages eröffnet, dass sie mit Aids infiziert ist.

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Buck misslingt allerdings, die nötige emotionale Fallhöhe zu erreichen, so dass diese Nachricht den Schlag in die Magengegend verursachen könnte, der notwendig wäre, um die Handlungen der beiden im Folgenden nachvollziehen zu können.
Zwar vermeidet Buck pittoreske Postkarten-Klischees, was aber nicht verhindert, dass er mehr als einmal in Hochglanz-Elendstourismus abrutscht. Eigentlich schade, denn „Same Same But Different“ ist im Grunde von Jana Marsik wunderschön fotografiert, was insbesondere in den Szenen im winterlichen Deutschland deutlich wird – vielleicht liegt auch genau hier das Problem: zu schön, um nah dran zu sein. Dogma, it ain’t.

Soundtrack:
Dafür überzeugt der Soundtrack zum größten Teil, selbst Rammstein in einer kambodschanischen Disco wirkt nicht allzu störend und die sonstige Besetzung mit Slut, Miss Kittin, Cat Power, Konstantin Gropper (Get Well Soon) und Charlotte Gainsbourg ist natürlich hörenswert.

* Deutschland, 2009
* Regie: Detlev Buck
* imdb
* Kinostart: 21.01.2010


6 Kommentare zu "Same Same But Different (Regie: Detlev Buck)"

  1. Die Geschichte basiert auf Benjamin Prüfers autobiographischen Buch “Wohin Du auch gehst”.

  2. aaah tippfehler

  3. vielleicht hat er sich auch einfach nur “buck” genannt, damit sein vorname nicht andauernd falsch geschrieben wird: der gute mann heißt detlev!

  4. haha, dankesehr!

  5. Bitte härtere Kritik! Der Film erreicht über die gesamte Spielzeit keinen Zentimeter an Fallhöhe, das sollte eindeutig festzustellen sein. Für alle, die sich gerne fremdschämen.

  6. Mich hat der Film sehr berührt. Er ist wirklich schön und mit viel Gefühl umgesetzt. Ich freue mich darauf ihn bald einmal wieder zu sehen. Bravo!

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