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vonChristian Ihle 22.12.2010

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Schon das ursprünglich selbstveröffentlichte Debüt der blutjungen Burschen aus dem Westen Deutschlands sorgte für einiges Erstaunen – wie oft finden wir auch hierzulande Bands, die sich am dronig-psychedelischen Ende von Velvet Underground abarbeiten und dabei nicht auf die Schnauze fallen?

Mit „Narcotica“, ihrem zweiten Album, machen Blue Angel Lounge nun einen Sprung wie man ihn zuletzt bei The Horrors verfolgen konnte. Einen Sprung um ein Jahrzehnt, einen Sprung aus dem Epigonentum in ein neues, vielschichtigeres Ich, mit beiden Beinen auf einem dicht geknüpften Referenzteppich landend. 1967 ist nicht mehr die alles beherrschende Jahreszahl bei Blue Angel Lounge, sondern ebenso die ausgehenden 70er Jahre – jene dronig-psychedelische Wärme der Velvet Underground wird nun mit der klirrenden Kälte von Post-Punk-Einflüssen verbunden.

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Dass Anton Newcombe, Mastermind von Brian Jonestown Massacre, helfende Produzentenhand war und auf einem Song Gitarre spielt wie backing vocals singt, verwundert deshalb auch wenig, haben sich Brian Jonestown Massacre in den letzten Jahren doch ebenfalls von einer recht originalgetreuen, brillanten Retroband in Richtung experimenteller Felder bewegt.
Seltsamerweise sind Blue Angel Lounge trotz (sehr passend gewählter!) Supportslots für Interpol und A Place To Bury Strangers hierzulande immer noch unter dem Radar der heimischen etablierten Presse, was jammerschade ist, hat man doch niemanden sonst, der in dieser Nische derart überzeugend auftritt. (Christian Ihle)

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Anhören:
* Caught Crow
* Delete My Idea (feat. Anton Newcombe)
* New Gandhi

Im Popblog:
* My Favourite Records mit Blue Angel Lounge
* Album des Monats November 2009 – Platz 3

Im Netz:
* MySpace
* Label-Homepage

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