Upside Down – The Story Of Creation Records (Regie: Danny O’Connor)

1. Der Film in einem Satz:

The ultimate fucked up family und das Indielabel der End80er/Früh90er.

2. Darum geht‘s:

Die Geschichte von Creation Records und – vor allem – seines Gründers Alan McGee. Mit DIY- und Punkbegeisterung durch die Television Personalities infiziert, beginnt McGee selbst eine Band und dann ein Label zu gründen. Nimmt The Jesus & Mary Chain, Primal Scream, My Bloody Valentine und letzten Endes Oasis unter Vertrag, während er die Jahre im Drogen- und Partyrausch verbringt.

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Es ist eine kurzweilige Geschichte, die Regisseur Danny O’Connor über Interviews mit den wichtigsten Protagonisten erzählen lässt, dabei aber auf einen erstaunlich reichen Schatz an Liveaufnahmen aus der guten alten Zeit zurückgreifen kann.
Insbesondere für die Spätgeborenen wird „Upside Down“ dabei zu einer Lektion in Indie-Geschichte. McGee ist eben nicht nur der rothaarige Verrückte, der Oasis entdeckt hat, sondern zu diesem Zeitpunkt bereits ein Jahrzehnt lang der vielleicht wichtigste Manager im Independent-Bereich Englands, ein Malcolm McLaren der Indie-Ära. O’Connor erzählt streng chronologisch, was den großen Vorteil hat, dass Bands wie The Jesus & Mary Chain, Primal Scream, Ride, Teenage Fanclub oder House Of Love ebenso großer Platz eingeräumt wird wie der späten und oft erzählten Oasis-Erfolgsgeschichte. So wird in den Erzählungen der Protagonisten auch eher JAMCs Durchbruch und Riot-Vorlieben oder Primal Screams Entdeckung von Acid House zu Höhepunkten der Creation Records – Ära als der kommerzielle Zenit von Oasis, mit dem nicht nur endgültig der Größenwahn, sondern auch falsch verstandene Professionalisierungsversuche Einzug hielten (Noel Gallagher: „you can’t run a label with some fucking drug monkeys from Hackney“), die letztendlich zum Ende von Creation führten.

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3. Der beste Moment:

Die Begeisterung, mit der McGee immer noch über Musik sprechen kann – vor allem, wenn er an die Television Personalities zurückdenkt, mit Primal Scream Ecstasy nimmt oder von den Partys im baufälligen Creation Records Hauptquartier erzählt (seine Pressefrau dazu: „Ich bin eine total nüchterne Person, aber sogar ich habe mein erstes Ecstasy am Arbeitsplatz genommen“)

4. Diese Menschen mögen diesen Film:

Wer sich in die Zeit zurücksehnt, in der Indie noch Noise und Attitude war und keine Bezeichnung für glattgebügelte Radiomusik mit Gitarren.

* Regie: Danny O’Connor
* imdb

Upside Down läuft auf dem internationalen Musik-Doku-Filmfestival „In Edit“ in Berlin.

Weitere Vorführungen:
Berlin
* Donnerstag 7 April, 22:30 Moviemento 2
* Freitag 8 April, 10:00 Moviemento 2
* Sonntag 10 April, 15:45 Moviemento 2
Hamburg
* Donnerstag 7 April, 21:00 Metropolis

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