Konzerttip: Chuckamuck in Berlin und Dresden

chuckamuck

Bei der Frage nach dem nächsten großen Ding, der neuen Band, die alle mitreißen und begeistern kann, landet man immer wieder bei jungen Briten oder frischen Amerikanern. Dass wir nur alle Jubeljahre vor der eigenen Haustür Kandidaten finden, liegt auch daran, dass hiesige Gruppen oft bereits bei ihrer ersten Platte als glattgebügelte, karrieregeile Rockvolontäre und Pseudorevolverhelden auftreten und schon gleich mit ihren ersten Schritten in die Arme einer Plattenfirma vergessen haben, warum man als Junge oder Mädchen damals Rock’n’Roll machen wollte: weil es kracht und lärmt, Spaß macht und wild ist! Und eben nicht, um Geld damit zu verdienen oder eine Celebrity zu werden.

Chuckamuck – Caroline by Christian76

Gerade deshalb sind die blutjungen Berliner Burschen von Chuckamuck eine solche Offenbarung. Hier ist die Proberaum-Unfertigkeit jedem Song anzumerken und die Unbekümmertheit der Jugend zu spüren wie sich das für Unter-20-Jährige gehört. Als würde man die allerersten Songs der Ärzte, von „Anneliese Schmidt“ zu „Teenager Liebe“, hören. Als sähe man die jungen Strokes auf Schwarzweiß-Fotos an einer Straßenecke in der New Yorker Lower East Side herumlümmeln!

Chuckamuck stellen sich dabei genau die Fragen, über die Teenager nachdenken sollten:
a) welcher Schokoriegel schmeckt am besten,
b) wie spare ich Zeit, um sie in möglichst viel Rauchen zu investieren und
c) wie mache ich die Mädchen aus Malmö oder Neuruppin auf mich aufmerksam?
(Die jeweiligen Antworten geben sie auch gleich: a) Mars Mandel, b) Aufhören zu reden, c) Chuckamuck sein).
Die dank ihres „Teenage Kicks“ als Großmeister der Adoleszenz-Vertonung zu betrachtenden The Undertones haben auf ihrem zweiten Album ein Lied „More songs about chocolate and girls“ genannt – genau das darf man in erster Linie auch von Chuckamucks Liveauftritt am 24.4. im Rosi’s erwarten.

Chuckamuck – Gestern traf ich Dan Treacy by Christian76

Dass Chuckamuck neben der schwanzwedelnden Arroganz des jugendlichen Rocknroll auch noch psychedelisch-zerbrechlich können, zeigt der Song „Gestern traf ich Dan Treacy“ über den von MGMT zuletzt ebenfalls mit einem Lied geehrten Sänger der Television Personalities, der das Brüchige von TVP einfängt ohne je Kopie werden zu wollen. Nachzuhören gibt es die Geschichten übers Jungsein auf dem Debütalbum der Band, das im März von dem Berliner Vorzeigelabel Staatsakt (Ja Panik, Die Türen) veröffentlicht wurde. (Christian Ihle)

Auf der Bühne:
– 22.04. Dresden – Scheune
– 24.04. Berlin – Rosis

Im Popblog:
* Album des Monats März
* I Predict A Riot 2011: Willkommen im Untergrund

– Text ursprünglich in der Zitty erschienen –

1 Kommentar

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  1. … ob da die Strokes das passende Positiv-Beispiel sind?