vonChristian Ihle 27.04.2011

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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„Urban Priol macht Kabarett auf dem kleinsten intellektuellen Nenner. Er ist ein entfesselter Keifer, eine affektierte Heulboje mit eingebautem Politikerhass, und seine komplett witzfreie Münchner Rede war von der eines im gerechten Zorn erstickenden Volkstribuns durch wenig zu unterscheiden. Hinsichtlich der Solidaritätsbekundungen für Karl-Theodor zu Guttenberg schäumte er: „Hier verteidigen adelsbesoffene obrigkeitshörige Untertanen-Würstchen auf Facebook die verlorene Ehre eines arroganten blasierten…“, und der Rest des von jeder Kunstanstrengung freien Idiosynkrasie-Gebrülls ging im Jubel der Menge unter, der endlich mal jemand die Augen geöffnet hat, wie widerwärtig die politische Klasse sei.
(…)
Aber Priol ist kein Provokateur, dazu fehlen ihm Geist und intellektuelle Kühnheit. In Wahrheit ist Urban Priol das Schießgewehr eines entfesselten Spießbürgertums, das alle Politiker an den Galgen wünscht, weil es sie grundsätzlich für verlogen, machtgierig und korrupt erachtet. (…) Witzig, klug und großartig – Urban Priol ist das Gegenteil von all dem. (…) Das politische Kabarett in Deutschland, es ist längst tot. Urban Priol ist der hausmeisterhafte Wiedergänger einer gewesenen Kultur.“

(Hilmar Klute in der Süddeutschen Zeitung über den Kabarettisten Urban Priol)

Mit Dank an Robert!

Inhaltsverzeichnis:
* Teil 1: Alle Schmähkritiken über Bands, Künstler und Literatur
* Teil 2: Alle Schmähkritiken über Sport, Politik, Film & Fernsehen

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http://blogs.taz.de/popblog/2011/04/27/schmaehkritik_406_urban_priol/

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kommentare

  • Hilmar Klute hat Recht, zum Provokateur braucht man Geist und intellektuelle Kühnheit. Leider, besitzt Klute beides nicht. Für guten Journalismus steht nicht allein,dass kluge Zusammenfügen von Worten,Dummschwätzer gibt es genug im Lande.Mindestens so wichtig ist die fachliche Kompetenz eines Schreibers, besonders wenn es sich um eine Kritik handelt. Hier hat Klute versagt. Wer behauptet, dass politische Kabarett in Deutschland sei längst tot ist die Ahnungslosigkeit in Person und beleidigt dazu noch jene Dar- steller, die Klute in seiner Kritik vielleicht akzeptieren würde. Natürlich hat sich Kabarett , über Jahrzehnte in Form und Inhalt, wie auch die Politik und Wirtschaft geändert.

  • und hier der berechtigte schmähkommentar zum schmähkommentar:

    „Ja, die Selbstminimierung: Solange sie nicht ihn, Hilmar Klute, persönlich betrifft, ist sie eine Tugend. Vor allem für’s Kabarett und die Satire. Da möchte Hilmar Klute endlich mal wieder zwischen den Zeilen lesen! Und zwar am liebsten zwischen ganz klein gesetzten Zeilen. Was Hilmar Klute gar nicht mag: Wenn ihm statt dessen einmal ein paar balkendicke Überschriften um die Ohren gehauen werden. Das darf nur Hilmar Klute.“

    http://www.britcoms.de/2011/03/31/elitarer-schnosel-satire-ist-doof/

    in other words: klute ist selbst eine ziemliche wurst.

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