Schmähkritik (408): The Strokes

„Vor genau zehn Jahren (…) erschien das erste Langspielalbum der Gruppe The Strokes, das eine ganze Generation leicht beeinflussbarer junger Rockmusikfreunde zum Tragen von im Genitalbereich zu engen Röhrenjeanshosen verführte. (…)
Zehn Jahre sind eine lange Zeit! (…) The Strokes wurden keine Milliardäre, und ihre musikalischen Ideen reichten auch nur für eine LP, weswegen sie nach dieser – und nach einigen hervorragenden Konzerten – zwar noch zwei weitere Platten herausbrachten, die an Pink Floyd und Barry Manilow erinnerten, damit aber zu Recht der Vergessenheit anheim fielen und sich ihr karges Brot seither mit Auftritten in Oldieshows und bei samstäglichen Familienfesten auf Baumarktplätzen verdienen müssen. Da die männlichen Fans der Strokes durch das Tragen der zu engen Röhrenjeans mehrheitlich impotent geworden sind, ist von dieser Seite auch kein Hörer-Nachwuchs zu erwarten.
(…) Meistens zerdehnt er (Sänger Julian Casablancas, Anm.) beim Singen die Silben so lang, dass die beiden Gitarristen der Band ganze Sinfonien drunter weggespielt bekommen: zum Beispiel in der Single „Undercover Of Darkness“ oder „Two Kinds Of Happiness“, wo die Gitarren außerdem noch abwechselnd an Gang Of Four und Eddie van Halen erinnern – eine Stilverbindung, die in der Popgeschichte ohne Vorbild ist, und im Grunde hatte man sie auch gar nicht vermisst.
(…) Sie sehen schon, es bleibt sound- und stilmäßig nichts unausprobiert auf dieser neuen Strokes-Platte, und wenn der Band eines Tages auch ein paar hübsche neue Melodien in den Kopf kommen sollten, werden wir uns beim nächsten Jubiläum 2021 gerne wieder an sie erinnern.“

(Jens Balzer in der SPEX über das neue Album der Strokes, „Angles“)

Mit Dank an Daniel!

Inhaltsverzeichnis:
* Teil 1: Alle Schmähkritiken über Bands, Künstler und Literatur
* Teil 2: Alle Schmähkritiken über Sport, Politik, Film & Fernsehen

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