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vonChristian Ihle 28.07.2011

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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1. Der Film in einem Satz:

Lehrer gegen Schüler: ein Kampf bis aufs Blut.

2. Darum geht‘s:

Die junge Lehrerin Yuko hat mit ihrer Schulklasse zu kämpfen. Desinteresse schlägt ihr entgegen, die Schüler schauen lieber auf ihre Handys als auf die Tafel, Mobbing und Gewalt sind an der Tagesordnung. Immer noch vom Tod ihrer kleinen Tochter traumatisiert, entschließt sich Yuko ihren Abschied vor der unruhigen Klasse zu verkünden – nicht ohne etwas zu erzählen, was die Schüler der Klasse für immer verändern wird…

Es ist beinahe unmöglich, eine Zusammenfassung des japanischen Thrillerdramas „Confessions“ zu geben, ohne zentrale Plotelemente zu verraten – deshalb halten wir uns an dieser Stelle bewusst zurück und geben den unbedingten Ratschlag, so wenig wie möglich vor dem Kinobesuch über „Confessions“ nachzulesen, denn das Herzstück des Films ist das Bekenntnis der Lehrerin in der ersten halben Stunde Laufzeit.

Auch wenn der folgende Trailer toll ist und genug offen lässt, würde ich trotzdem empfehlen, sich ohne Trailer auf den Film einzulassen:

YouTube Preview Image
.

Dieser Prolog gehört tatsächlich zum besten, was wir in diesem Jahr im Kino sehen dürfen. Kleine, scheinbar unwichtige Bilder aus den ersten Minuten werden aufgenommen und erhalten eine ganz andere Bedeutung wenn die Lehrerin mit ihrer Abschiedsrede fortfährt und von Enthüllung zu Enthüllung schreitet.
Gegen Ende verliert „Confessions“ etwas an Dringlichkeit und Originalität, was insofern schade ist, weil die Struktur der Geschichte immer überraschend bleibt und versucht, über verschiedene Bekenntnisse der einzelnen Protagonisten mosaikgleich ein stimmiges Gesamtbild zusammenzufügen. Die Hauptschwäche liegt leider in der manchmal nicht nachvollziehbaren Motivation der einzelnen Charaktere.

3. Der beste Moment:

Die erste halbe Stunde, in der wir Zuschauer genauso ahnungslos wie die Klasse sind und mit sich zunehmender Verblüffung den Ausführungen der Lehrerin folgen.

4. Diese Menschen mögen diesen Film:

Wer prinzipiell Thrillerdramen über Schuld und Vergeltung mag und bevorzugt, wenn sie verschachtelt und nonlinear erzählt werden.

* Regie: Tetsuya Nakashima
* imdb

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kommentare

  • Ich habe den Film in Duisburg im Filmforum gesehen und es ist merkwürdig jetzt im Internet die Art der Werbung für den Film mitzubekommen – man sollte nur noch flüsternd – Mund zu Mund – Werbung machen. Das eigentliche Thema des Films ist Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und unsere Einsamkeit als Individuum.

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